Gemeinsam schlafen

03. März 2019 14:39; Akt: 03.03.2019 14:42 Print

Sollen Eltern mit ihren Kindern das Bett teilen?

Nur wenige Kinder schlafen die ersten Jahre bei Mutter und Vater im Bett. Das wäre aber sinnvoll, sagen Experten und Eltern.

Ein Bett für jedes Kind, oder die ganze Familie zusammen  was halten Sie davon? (Bild: Unsplash)

Ein Bett für jedes Kind, oder die ganze Familie zusammen was halten Sie davon? (Bild: Unsplash)

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Ellen Girod sucht auf Facebook einen Tischler. Der soll ihr ein Bett zimmern, in dem die ganze Familie Platz hat. Dazu gehören neben ihrem Mann auch zwei Töchter im Alter von zwei und vier Jahren. "Bisher ähnelt unser Bett einem Matratzenlager. Nun suche ich eine Schreinerei, die einen Rahmen dafür zimmert", sagt die Betreiberin des Blogs "Chez Mama Poule" und freie Journalistin.

Das gemeinsame Schlafen habe viele Vorteile. Einerseits sei es bequemer: Wache ein Kind auf und wolle gestillt werden, brauche sie sich nur umzudrehen. "Dadurch schlafen wir alle mehr", sagt Girod.

Subtile Hinweise aufs eigene Bett

Mit dem großzügigen Familienbett habe sie andererseits genug Platz, so Girod. Ein Alterslimit hat sie ihren Kindern nicht gesetzt. "Mit 18 werden sie nicht mehr in unserem Bett schlafen wollen." Wenn sie Kinderbücher anschaue, in denen ein Protagonist ein eigenes Bett hat, weise sie ihre ältere Tochter schon heute subtil auf die Möglichkeit des eigenen Nachtlagers hin. "Wir werden bald ein Kinderbett einrichten. Dann hat sie die Wahl, ob sie im eigenen Bett schlafen will oder nicht", so Girod.

Zwingen will sie ihre Töchter nicht: "Es ist wie beim Laufenlernen. Gewisse Kinder können es mit 8 Monaten, andere mit 18", so Girod. "Solange sie bei uns schlafen möchten, gebe ich meinen Töchtern die Geborgenheit gern."

Sollen Kinder bei ihren Eltern im Bett schlafen? Und in welchem Alter? Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Thema? Schreiben Sie einen Kommentar und diskutieren Sie mit!

Macht Schlafen selbständig?

Während es in einigen Kulturen in Afrika oder Asien selbstverständlich sei, dass Kinder nicht alleine schlafen, werde in vielen europäischen Ländern eine frühe Selbstständigkeit als Tugend angesehen, schreibt das Schweizer Elternmagazin Fritz&Fränzi. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hätten Kinder aber auch hierzulande bei ihren Eltern geschlafen. Dass kleine Kinder nicht allein schlafen können, sei auch evolutionsbedingt: Babys, die in der Steinzeit nicht dicht am Körper eines vertrauten Erwachsenen schliefen, wurden von Hyänen gefressen.

Droht plötzlicher Kindstod?

Moritz Daum, der an der Universität Zürich zu Entwicklungspsychologie forscht, sagt, es gebe Gründe für und gegen das gemeinsame Schlafen. Als positiven Grund nennt er das einfachere Stillen bei Säuglingen. "Die eingenommene Seitenlage verringert oft die durch Geburt entstandenen Schmerzen", sagt er.

"Durch den geringeren Aufwand kommt es zu längeren Schlafzeiten", sagt Daum. "Man wird dadurch nicht unmittelbar vom schreienden Kind aus dem Schlaf gerissen, sondern bekommt aufkommende Unruhe schon sehr viel früher mit." Andererseits werde Co-Sleeping häufig mit verschiedenen Risiken in Verbindungen gebracht, etwa das versehentliche Aufliegen mit der ultimativen Folge des plötzlichen Kindstods.

Sex geht auch anderswo

Die Forschung sei sich diesbezüglich allerdings nicht einig, einige Studien belegten sogar eine Verringerung dieser Gefahr durchs gemeinsame Schlafen. Entwarnung gibt der Forscher bezüglich der Unabhängigkeit: Eine Studie zeige, dass Kinder, die früh gemeinsam mit Eltern schliefen, sogar über eine größere Unabhängigkeit verfügten und mehr soziale Kontakte knüpften.

Es gelte, gewisse Regeln zu berücksichtigen – etwa nicht zu rauchen, nicht zu viel zu trinken oder mit dem Gesicht zum Kind zu schlafen. Eltern, die sich vor einem Verlust der Intimität fürchten, kann der Forscher beruhigen: "Sex kann man auch außerhalb des Familienbetts haben."

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(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • karin am 04.03.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fr

    Unsere Kinder schliefen bis zu 1 jahr im Gitterbett im Schlafzimmer später im eigenen Zimmer im Bett nur wenn sie krank waren holte ich sie zu uns ins Ehebett zur besseren Kontrolle. Krampfanfälle und Erbrechen. Ausserdem ist unsere Schlafzimmertür offen und die Kinderzimmertür auch nur bei Erwachsenensachen schließen wir unsere Tür.

  • Sonja am 04.03.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ab und zu schlief auch mein Sohn bei uns. Aber das war ok. Wenn er Angst gehabt hat oder einfach nur kuscheln wollte. Ab einem Alter wollten er dann nicht mehr. Muss jetzt nicht durchgehend sein. Als grosser Bursch möchte er aber ab und zu doch zu Mama ins Bett. Krankheit oder einfach nur schlecht drauf wenn er ist. Aber Grenzen sollten seun.

  • mopsi am 05.03.2019 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fr

    na und? Mein Sohn wollte bis 12 bei mir im Bett schlafen....danach natürlich nimmer.....er hat sich auch ganz normal entwickelt....er wollte halt die Geborgenheit nicht vermissen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Desert Eagle am 05.03.2019 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin kein Kinderpsychologe.

    Aber ich weiß, daß Kinder besonders gern das machen, was entweder verboten ist oder als ganz besondere Vergünstigung dargestellt wird. Ich war nämlich auch so einer. Meine Eltern verboten mir zB das Lesen, dadurch las ich heimlich und verschlang die Bücher nur so. Mein Vater sorgte immer für ausreichend Taschenlampenbatterien. Meinen Kindern (ab 1 1/2) wurde das eigene Bett/Zimmer immer als Vergünstigung dargestellt. Wenn du brav bist, DARFST du in deinem Zimmer schlafen. Wenn nicht, MUSST du bei uns schlafen. Die waren so brav, daß es fast schon weh tat.

  • Seitenblick am 05.03.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Möchte ich nicht

    A so a bledsinn. Eltern sind nicht nur Eltern. Die allererste Zeit ist es ok. Später ist es seltsam. Kenne eine Frau die ihren Sohn bis 13, vmtl. als Partnerersatz, bei sich im Bett schlafen ließ. Abartig. Heute ist sie Pastorin und in einer Beziehung mit einer Frau ihre Sache...aber). Der Sohn ist gestört und unfähig im Leben.

  • mopsi am 05.03.2019 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fr

    na und? Mein Sohn wollte bis 12 bei mir im Bett schlafen....danach natürlich nimmer.....er hat sich auch ganz normal entwickelt....er wollte halt die Geborgenheit nicht vermissen

  • Sonja am 04.03.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ab und zu schlief auch mein Sohn bei uns. Aber das war ok. Wenn er Angst gehabt hat oder einfach nur kuscheln wollte. Ab einem Alter wollten er dann nicht mehr. Muss jetzt nicht durchgehend sein. Als grosser Bursch möchte er aber ab und zu doch zu Mama ins Bett. Krankheit oder einfach nur schlecht drauf wenn er ist. Aber Grenzen sollten seun.

  • Elternteil I am 04.03.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rückzugsort muss sein

    Kinder haben in einem Ehebett nichts zu suchen. Sie müssen ein eigenes Bett und ihr Reich haben.