Wiener schockiert

25. Oktober 2017 05:30; Akt: 25.10.2017 21:00 Print

90 Euro (!) Strafe für freihändiges Radfahren

Weil der 26-jährige Manuel seine Hände beim Fahrradfahren in der Jackentasche hatte, soll er nun 90 Euro Strafe bezahlen. Eine Frechheit, wie er findet.

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Anfang Oktober fuhr Manuel A. gegen 8.30 Uhr mit dem Fahrrad auf der Mariahilfer Straße in die Arbeit. Der 26-Jährige ist Leiter einer "bständig"-Filiale in der Wiener City. Dorthin war er gerade unterwegs, um das Geschäft aufzusperren. "Wie immer war um diese Uhrzeit nicht viel los", erzählt Manuel im Gespräch mit "Heute".

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Handschuhe vergessen

Der 26-Jährige hatte an diesem Tag seine Handschuhe zu Hause vergessen. "Da es sehr kalt war, hatte ich meine Hände in der Jackentasche", erzählt der 26-Jährige weiter.

Ein Polizist hielt ihn auf und fragte Manuel, ob er nicht wisse, dass es verboten sei, ohne Hände am Lenker Fahrrad zu fahren. Manuel gab zu, dass ihm dies bekannt sei. Er wolle ja nur seine Hände in der Jackentasche vor der Kälte schützen, rechtfertigte er sich. "Weder wurden Passanten noch andere Straßenteilnehmer dabei gefährdet", erzählt er.

"30 Euro gleich bezahlen und wir vergessen die Sache"

Der Polizist bot dem 26-jährigen Filialleiter an, 30 Euro gleich zu bezahlen, dann wäre die Sache aus der Welt. Da Manuel im Stress war - er musste ja die Filiale rechtzeitig aufsperren - bat er den Polizisten, es bei einer Verwarnung zu belassen oder ihm die Strafe nach Hause zu schicken. Bei einer Verwarnung blieb es nicht, wie Manuel wenig später bemerken sollte.

Schock: 90 Euro Strafe

Denn nach zwei Tagen bekam der Wiener eine Strafverfügung. "Als ich bei der Post war, hat mich der Schlag getroffen.". Dem 26-Jährigen wurde wegen freihändigen Fahrradfahrens ein Erlagschein über 90 Euro ausgestellt. Eine Frechheit, wie der Filialleiter jetzt findet. Bezahlen will er die Strafe jedenfalls nicht.

"Ich werde auf jeden Fall Einspruch erheben", sagt er im Gespräch mit"Heute". "Ich habe im Internet nachgeschaut, dort steht, dass man für freihändiges Fahrradfahren maximal 30-72 Euro bezahlen muss."

Warum ist die Strafe so hoch?

Nach § 68 Absatz 3 a) StVO ist es verboten "auf einem Fahrrad freihändig zu fahren oder die Füße während der Fahrt von den Treteinrichtungen zu entfernen."

Auf "Heute"-Nachfrage bei Polizeisprecher Daniel Fürst, wie man auf eine so Hohe Strafsumme komme, wurden wir an das zuständige Hauptkommissariat verwiesen. Dort legt offenbar ein Strafreferent die genau Summe fest. Dieser war am Nachmittag jedoch nicht mehr zu erreichen.

"Heute" wird weiter nachhaken!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P. BAUER am 25.10.2017 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Wenn einer mit dem Handy telefoniert, auch wenn nicht viel auf der Straße los ist, dann wird er auch bestraft. Und das ist gut so. Es muss nicht viel Verkehr sein, dass ein Unfall passiert. Hoffentlich wird die Strafe nach dem Einspruch noch teurer, damit sich der Herr Filialleiter merkt, wohin die Hände beim Fahren gehören.

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  • Markus humpf am 25.10.2017 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrrad

    "Im Internet steht..." Klar das Internet weiß es besser als die Behörde! Hätte er die 30 EUR gleich bezahlt

  • gunmik am 25.10.2017 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was lernt man daraus?

    es gibt günstige Handschuhe ,da hätte er sich viel erspart ,aber sorry ,die Sicherheit geht bevor

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 28.10.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mr.

    Freihändig fahrende Radfahrer kann ich auch nicht leiden. Selber machs ich nicht, weil ich dafür viel zu schnell bin

  • Bertl Kral am 26.10.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    wollte nicht gleich bezahlen

    sondern handeln, bzw den Polizisten "überreden" wegzusehen; und jetzt überhaupt nicht bezahlen wollen, nachdem er vielleicht mit der Vassiline telefoniert hat ? Allein dafür sollten noch mal 100.- wegen Bestechungsversuch, dazu kommen ! Zahlt er nicht, wird er wohl seine Filiale irgendwann gar nicht aufsperren können, da dann der Ersatzarrest fällig wird (falls nicht pfändbar) ;-) Unglaublich was sich so manche Autohasser herausnehmen !

  • Lionhunter am 26.10.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    .... freihändig? Geht's noch?

    Es ist eine gute Entscheidung - wer "freihändig" Rad fährt kann nicht rasch genug reagieren - dann könnte auch jemand mit verbundenen Augen Auto fahren und meinen er würde niemanden gefährden - weil vielleicht gerade kein Gegenverkehr ist. Radfahrer sollten lernen, dass sie in keinen rechtsfreien Raum leben. Möge die Strafe in voller Höhe erhalten bleiben - und möge dies der Anfang sein - der "Radfahrerfraktion" ein wenig "Manieren" beizubringen

  • DerEine am 26.10.2017 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Von 30 auf 90

    Euro kann schon passieren. Den wen der Polizist gleich straft ist die Strafe geringer. Erst wenn die Strafe zugestellt wird läuft das Verfahren über eine andere Schiene und wird daher automatisch teurer. Daher Strafen imme gleich bezahlen. Und auch RadfahrerInnen haben sich an Vorschriften zu halten (Auch in Wien).

  • Michael am 25.10.2017 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Polizisten haben ja nichts Wichtigeres

    Ein armer Flüchtling hätte keine Strafe bezahlen müssen, sondern hätte von den Polizisten noch Handschuhe geschenkt bekommen! Zu Manuel: Wenn er niemand gefährdet hat, wäre es ja nur sein Schaden gewesen, wenn er gestürzt wäre. Es sollte nur bei Gefährdung anderer gestraft werden! Und lieber Herr/Frau Bauer, er hat gar nicht telefoniert!

    • Markus am 26.10.2017 01:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nur bei Gefährung anderer...

      Das heißt dass man nachts, volltrunken mit Tempo 200 auf der Landstraße fahren sollen dürfte wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer da sind? Würde ja keine Gefährung anderer darstellen... Und egal ob freihändiges fahren mit dem Fahrrad, Trunkenheit am Steuer, telefonieren ohne Freisprechanlage oder sonst was, Gesetz ist Gesetz und wer sich nicht daran hält gehört gestraft!

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