"Finde das ist eine Abzocke"

11. Juli 2018 06:00; Akt: 10.07.2018 17:18 Print

Pendler vergisst Jahreskarte, muss zahlen

Wegen dem entstandenen Mehraufwand für die ÖBB muss Matthias A. 10 Euro Strafe zahlen, weil er seine Jahreskarte nicht dabei hatte.

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Es war sein erster Arbeitstag nach dem Urlaub. "Heute"-Leser Matthias A. (29) stieg Mitte Juni in Wolkersdorf (NÖ) in die S7 Richtung Wien ein. Auf der Fahrt in die Arbeit wurde der 29-jährige Versicherungskaufmann kontrolliert.

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Der Haken: Matthias ist zwar im Besitz einer gültigen VOR-Jahreskarte, zahlt monatlich knapp unter 70 Euro dafür, hatte sie aber nicht dabei. "Die lag zu Hause", so der 29-Jährige, denn er hatte vergessen, sie nach dem Urlaub wieder einzustecken.

Jahreskarte nachreichen, dann keine Strafe...dachte er

Matthias erhielt eine Fahrgeldnachforderung über 130 Euro. "Ich soll auf die Website gehen, meine Daten ergänzen und ein Foto hochladen", erklärte ihm der Schaffner. Dann werde die Strafe aufgehoben.

Gesagt, getan. Matthias tippte die erforderlichen Daten noch am selben Tag online ein und schickte ein Foto seiner Jahreskarte. Über eine Woche später dann der Schock per Mail: "Bitte überweisen Sie den Betrag von € 10,00 unter Angabe der Nachforderungsnummer ...da die Forderung andernfalls automatisch zu weiteren Betreibung an unseren Inkassopartner weitergeleitet wird.", heißt es in dem Schreiben des ÖBB-Kundenservices.

"Ich finde es ist eine Abzocke, dass man 10 Euro von zahlenden Kunden verlangt"

Matthias versteht die Welt nicht mehr. Er habe alles nachgereicht was verlangt war und von 10 Euro hatte der Schaffner kein Wort gesagt. Zudem bezahle der 29-Jährige knapp unter 70 Euro jeden Monat für seine Jahreskarte. Sie zu vergessen war ja keine Absicht. Die 10 Euro seien reine Kunden-Abzocke. Seiner Wut machte der Versicherungskaufmann mit einem Facebook-Posting Luft.

Das sagt ÖBB dazu

ÖBB-Pressesprecherin Marleen Pirchner erklärt im Gespräch mit "Heute", was das Problem ist: Matthias hätte gar nicht erst in den Zug steigen dürfen, ohne ein gültiges Ticket - absichtlich oder unabsichtlich."Wir bitten um Verständnis, dass unsere MitarbeiterInnen alle Fahrgäste gleich behandeln und sich an die Beförderungsbedingungen halten müssen. Eine einheitliche Linie allen KundInnen gegenüber ist notwendig, Ausnahmen können daher nicht gemacht werden.", erklärt Pirchner. Eine andere Möglichkeit als die 10 Euro zu bezahlen habe Matthias in diesem Fall nicht.

Warum fallen 10 Euro an?

Warum eine derartige Gebühr anfällt, wollen wir wissen. "Bei den 10 Euro handelt es sich um eine Bearbeitungsgebühr. Diese wird erhoben, da durch das Vergessen der Karte ein Aufwand entsteht; durch Ausstellen der Fahrgeldnachforderung, die Überprüfung der vom Kunden übermittelten Unterlagen und das Ausbuchen aus dem System.", so ÖBB-Pressesprecherin Marleen Pirchner.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • erich07 am 11.07.2018 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    zu hause

    Wenn ich meinen Führerschein zu hause lasse, zahle ich um einiges mehr.

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  • markk am 10.07.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich finde die 10 Euro Bearbeitungsgebühr gerechtfertigt. Erstens hatte er seine Jahreskarte nicht mit, was laut der ÖBB Beförderungsbedingungen aber Pflicht ist. Und zweitens, was sind 10 Euro Bearbeitungsgebühr gegen 130@ Strafe!

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  • Irene am 11.07.2018 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist sein problem !!

    Wenn er ohne fahrkarte einsteigt kann er froh sein das er nur die bearbeitungs gebühr zahlen muss !! Zuhause hilft die karte herzlich wenig .... sonst könnte ja jeder sagen das sie zu hause liegt !! Alleine für die dreist heit zu zeitung zu laufen sollte ihm die karte abgenommen werden !!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Öbbscks43 am 13.07.2018 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    P+R St. Pölten

    Ich finde die 15, die von zahlenden Kunden mit Zugticket für das park and ride in St. Pölten verlangt werden eine Frechheit, das passiert wenn der Langstreckenzug später am Abend ankommt und der Ticketschalter zu hat

  • Michaela am 12.07.2018 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Elektronische fahrkahrte

    Meinem Sohn ist das auch passiert! Nur hatte er den elektronischen auch mit ...der wurde aber vom kontrolleur nicht akzeptiert!!!!! Eine Boden lose Frechheit! Wir mussten die 10 euro dann bezahlen statt 110 !

  • sofie am 11.07.2018 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    Warum regt er sich wegen 10 so auf ? soll froh sein, dass es die möglichkeit gibt den ausweis nachzureichen und so über 100 zu sparen. ist ja nicht so, dass es nicht wichtigere themen gäbe als diesen mist.

  • Fridolin am 11.07.2018 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufregung ?

    Wenn heute der Führerschein zu Hause vergessen wird und die Polizei kontrolliert ,mußt auch zahlen, also es soll die Aufregung ? Immer diese Neumodische Wort bei allem und jedem, Abzocke zu verwenden, ist einfach widerlich genauso wie das ist ein No Go;

  • Mela ich am 11.07.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Das ist Grenzwertig, genau wie innerhalb von 3 Wochen von Fischamend nach Bruck an der Leitha den Busfahrpreis um 4 Euro zu erhöhen.