Game Review

20. Dezember 2017 18:08; Akt: 20.12.2017 18:22 Print

Brawlout im Test: Super Smash Bros-Ersatzdroge

von Lukas Urban - Alle, die neidisch auf Nintendos Prügelspiel-Serie schielen, sollten einen Blick auf den Indie-Titel Brawlout riskieren.

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Der Indie-Titel Brawlout positioniert sich als Super Smash Bros.-Klon für alle, die das chaotische Prügel-Gameplay trotz Mangels einer Nintendo-Konsole erleben wollen. Das Game ist jetzt für PC und Nintendo Switch erhältlich, Versionen für PS4 und Xbox One sollen 2018 folgen. Zum Start können acht Charaktere ausgewählt werden, jeder neu freigeschaltete ist eine Abwandlung dieses Line-ups. Zwei Gäste aus anderen Indie-Games haben sich ebenfalls eingefunden: Juan aus Guacamelee ... ... und der Drifter aus Hyper Light Drifter. Das Kampfgeschehen ist chaotisch: Jede Sekunde des Stillstandes kann das Ende bedeuten, besonders wenn vier Spieler lokal oder online gegeneinander antreten. Brawlout bietet Lootboxen, allerdings haben sie die Form von Pinatas und können nur mit Ingame-Währung, aber nicht mit Echtgeld gekauft werden. Die Pinatas enthalten Skins, Spottgesten, Combo-Effekte und mehr. Durch diese Mechanik wird einerseits die Motivation aufrecht erhalten, andererseits verhindert sie, dass man sich gezielt die kosmetischen Extras sichern kann, die man auch wirklich haben will. Brawlout setzt auf zuckerlbunte Optik und ausdrucksstarke Charaktere, die sich in klar lesbaren und hübsch gestalteten Arenen gegenseitig vermöbeln. Die saubere technische Umsetzung sorgt für ein flüssiges Spielgeschehen ohne Ruckler. Mit entsprechender Patch-Unterstützung steht Brawlout hoffentlich eine lange Lebenszeit ins Haus - auch über die Veröffentlichung des nächsten Super Smash Bros. hinaus.

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Die Super Smash Bros.-Reihe steht für beste Multiplayer-Prügel-Unterhaltung, hat aber auch einen Haken: Sie ist nur Nintendo-Konsolen, noch nicht auf Nintendo Switch und gar nicht auf anderen Plattformen finden. Während die Switch mit Sicherheit noch ein echtes Smash erhält, gehen PlayStation 4, Xbox One und PC leer aus. Zumindest fast. Der Indie-Titel Brawlout positioniert sich als Super Smash Bros.-Klon für alle, die das chaotische Prügel-Gameplay trotz Mangels einer Nintendo-Konsole erleben wollen. Das Game ist jetzt für PC und Nintendo Switch erhältlich, Versionen für PS4 und Xbox One sollen 2018 folgen.

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Brawlout präsentiert ist ein rasanter Party-Fighter, bei dem es das Ziel ist, den oder die Gegner von einer oder mehreren Plattformen zu prügeln. Wer schon einmal Super Smash Bros. gespielt hat, wird sich sofort zuhause fühlen. Schläge werden mit einem Tastendruck und einer Richtungseingabe ausgelöst, je mehr Schaden ein Charakter einsteckt, desto weiter fliegt er – und kann somit leichter vom Bildschirm gefegt werden.

Zum Start können acht Charaktere ausgewählt werden, jeder neu freigeschaltete ist eine Abwandlung dieses Line-ups. Sechs Figuren davon sind neue Schöpfungen – etwa ein Frosch im Wrestling-Spandex, der seine Kontrahenten einfach packen und in den Abgrund schleudern kann. Zwei Gäste aus anderen Indie-Games haben sich ebenfalls eingefunden: Juan aus Guacamelee und der Drifter aus Hyper Light Drifter.

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Fehlender Feinschliff

Selbst bei den Fähigkeiten hat man sich teilweise vom Nintendo-Vorbild inspirieren lassen, doch die Charaktere sind weniger gut ausbalanciert. Viele fühlen sich ein wenig zu leicht an, die Wucht hinter den Schlägen ist manchmal nur schwer spürbar. Im Gegenzug spielt sich Brawlout aber blitzschnell, da Attacken nicht geblockt werden können. Stattdessen muss man schnell zu Seite hechten, wenn der Gegner zum Schlag ausholt.

Dementsprechend chaotisch ist das Kampfgeschehen, bei dem jede Sekunde des Stillstandes das Ende bedeuten kann, besonders wenn vier Spieler lokal oder online gegeneinander antreten. Leider ist die Move-Palette charakterübergreifend recht klein. Nach mehreren Runden fällt auf, dass sich die Bewegungsrepertoires mancher Charaktere deutlich ähneln.

Pinatas statt Lootboxen

Lootboxen mussten sich im Jahr 2017 viel Kritik gefallen lassen, nicht zuletzt wegen dem PR-Debakel rund um Pay-to-Win-Mechaniken in Star Wars Battlefront 2. Auch Brawlout bietet Lootboxen, allerdings haben sie die Form von Pinatas und können nur mit Ingame-Währung, aber nicht mit Echtgeld gekauft werden. Die Pinatas enthalten Skins, Spottgesten, Combo-Effekte und mehr.

Durch diese Mechanik wird einerseits die Motivation aufrecht erhalten, andererseits verhindert sie, dass man sich gezielt die kosmetischen Extras sichern kann, die man auch wirklich haben will. In jedem Fall ist die Abstandnahme der Entwickler von Gameplay verändernden Boni und Echtgeld-Käufen lobenswert.

Flüssig und scharf

Brawlout setzt auf zuckerlbunte Optik und ausdrucksstarke Charaktere, die sich in klar lesbaren und hübsch gestalteten Arenen gegenseitig vermöbeln. Die saubere technische Umsetzung sorgt für ein flüssiges Spielgeschehen ohne Ruckler – auf der Nintendo Switch läuft das Spiel mit 60fps, auf dem PC sind sogar deutlich höhere Bildraten möglich. Einzig bei Online-Matches mit schlechter Internetverbindung eines Teilnehmers kann es zu kleineren Rucklern und Problemen mit der Latenz kommen.

Mehr als ein Lückenbüßer

Brawlout kann weder die beliebten Nintendo-Charaktere noch den Weinschliff eines beliebigen Super Smash Bros.-Ablegers vorweisen, das ist klar. Aber wenn man die Vergleiche zur Nintendo-Marke beiseiteschiebt, bleibt ein spaßiger (und mit ca. 20 Euro auch günstiger) Indie-Titel. Noch dazu versprechen die Entwickler laufend neue Inhalte, die das Spiel frisch und interessant halten sollen. Mit entsprechender Unterstützung steht Brawlout hoffentlich eine lange Lebenszeit ins Haus – auch über die Veröffentlichung des nächsten Super Smash Bros. hinaus.

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