Crossing Souls im Test

13. Februar 2018 15:00; Akt: 13.02.2018 15:15 Print

Wenn Stranger Things ein Videospiel wäre

von Lukas Urban - Ähnlich wie die Netflix-Erfolgsserie Stranger Things setzt das Indie-Game Crossing Souls voll auf Nostalgie – und eine clevere Story.

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Es ist der Sommer des Jahres 1986. Eine Gruppe Freunde lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und wird in eine Verschwörung der Regierung gezogen. Noch dazu taucht ein magisches Artefakt auf, das die Kids ins Reich der Toten transportiert. Was nach einer Anlehnung an Abenteuerfilme der 80er Jahre wie die Goonies erinnert, ist genau das. Crossing Souls vom kleinen Indie-Team Fourattic ist eine Liebeserklärung an die Zeit von He-Man, Nintendo und Arcade-Hallen. Das 80er-Jahre-Thema zieht sich durch das gesamte Spiel. Die liebevolle Pixel-Optik erstrahlt in kräftigen Farben, die Kinder haben allesamt klare Charakter-Archetypen (Nerd, kräftiger Bursche, Mädchen) und sogar die Zwischensequenzen erinnern an schlecht gezeichnete und auf alte VHS-Bänder aufgenommene Samstagmorgen-Cartoons. Die Freunde Chris, Charlie, Big Joe, Math und Kevin gelangen in den Sommerferien in einer kalifornischen Kleinstadt an ein Artefakt, das die Tür zum Reich der Toten öffnet. Allerdings kann immer nur einer der Kumpels durch die Zeit reisen und mit Personen längst vergangener Tage sprechen. Die anderen müssen zurückbleiben. Dadurch ergeben sich Rätsel, die durch cleveres Zusammenspiel der Freunde und ihrer Fähigkeiten gelöst werden müssen. Mit dem Fund beginnen die Probleme erst, denn der schurkische Major OhRus will das Artefakt in seine Klauen bekommen. Daher durchsucht er die gesamte Kleinstadt - die Verschwörung nimmt ihren Lauf. Neben Rätseln wird das Gameplay von Erkundung und Kämpfen bestimmt, die in Echtzeit ablaufen. Bis auf kleine Verbesserungen der Charaktere ist das Kampfsystem aber spartanisch. Mehr Kombos wären wünschenswert gewesen. Die Spielwelt ist eine Augenweide. Von der neonfarbig erleuchteten Spielhalle bis zur mit Rednecks bevölkerten Wohnwagensiedlung strotzt jeder Ort mit liebevollen Details. Die Mission von Crossing Souls ist klar: So viele nostalgische Anspielungen auf Ghostbusters, Michael Jackson, Arcade-Games und Co. wie möglich mit einer clever geschriebenen Story und liebenswerten Charakteren zu verbinden. Das funktioniert wunderbar, auch wenn dem Kampfsystem etwas mehr Feinschliff gut getan hätte.

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Es ist der Sommer des Jahres 1986. Eine Gruppe Freunde lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und wird in eine Verschwörung der Regierung gezogen. Noch dazu taucht ein magisches Artefakt auf, das die Kids ins Reich der Toten transportiert. Was nach einer Anlehnung an Abenteuerfilme der 80er Jahre wie die Goonies erinnert, ist genau das. Crossing Souls vom kleinen Indie-Team Fourattic ist eine Liebeserklärung an die Zeit von He-Man, Nintendo und Arcade-Hallen.

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Das 80er-Jahre-Thema zieht sich durch das gesamte Spiel. Die liebevolle Pixel-Optik erstrahlt in kräftigen Farben, die Kinder haben allesamt klare Charakter-Archetypen (Nerd, kräftiger Bursche, Mädchen) und sogar die Zwischensequenzen erinnern an schlecht gezeichnete und auf alte VHS-Bänder aufgenommene Samstagmorgen-Cartoons. Die Freunde Chris, Charlie, Big Joe, Math und Kevin gelangen in den Sommerferien in einer kalifornischen Kleinstadt an ein Artefakt, das die Tür zum Reich der Toten öffnet.

Allerdings kann immer nur einer der Kumpels durch die Zeit reisen und mit Personen längst vergangener Tage sprechen. Die anderen müssen zurückbleiben. Dadurch ergeben sich Rätsel, die durch cleveres Zusammenspiel der Freunde und ihrer Fähigkeiten gelöst werden müssen.

Mit dem Fund beginnen die Probleme erst, denn der schurkische Major OhRus will das Artefakt in seine Klauen bekommen. Daher durchsucht er die gesamte Kleinstadt – die Verschwörung nimmt ihren Lauf.

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Begrenzte Möglichkeiten

Obwohl eine ganze Gruppe auf Abenteuerreise geht, steuert man im Spielgeschehen immer nur ein Kind nach Wahl – in Zwischensequenzen stehen plötzlich wieder alle Kumpels da, was auch mit der einen oder anderen Pointe kommentiert wird. Neben Rätseln wird das Gameplay von Erkundung und Kämpfen bestimmt, die in Echtzeit ablaufen. Bis auf kleine Verbesserungen der Charaktere ist das Kampfsystem aber spartanisch. Mehr Kombos wären wünschenswert gewesen.

Das Speichersystem ist oldschool, aber erfordert Disziplin. An definierten Punkten in der Welt kann der Spielfortschritt bei (wie könnte es anders sein) Disketten gespeichert werden. Dadurch ist überlegtes Spielen erforderlich: Wenn man lange nicht speichert, kann beim Bildschirmtod eine ganze Menge Fortschritt verloren gehen.

Audiovisueller Genuss

Die Spielwelt ist eine Augenweide. Von der neonfarbig erleuchteten Spielhalle bis zur mit Rednecks bevölkerten Wohnwagensiedlung strotzt jeder Ort mit liebevollen Details. Egal ob Michael Jackson-Poster an der Wand des Kinderzimmers oder ein kräftiger Mann, der sich aus der Ladefläche eines Pickup-Trucks einen Whirlpool gebaut hat – da kommt Stimmung auf. Dazu kommt ein passender Soundtrack, der mit treibenden Beats das Gefühl der 80er wiederaufleben lässt.

Fazit: Nicht nur für Kinder der 80er

Die Mission von Crossing Souls ist klar: So viele nostalgische Anspielungen auf Ghostbusters, Michael Jackson, Arcade-Games und Co. wie möglich mit einer clever geschriebenen Story und liebenswerten Charakteren zu verbinden. Das funktioniert wunderbar, auch wenn dem Kampfsystem etwas mehr Feinschliff gut getan hätte. Ganz in der Tradition der Goonies oder zuletzt Stranger Things erinnert Crossing Souls an vergangene Zeiten, zu denen man ganze verregnete Nachmittage mit Abenteuerfilmen oder Videospielen verbrachte. Eine gelungene Zeitreise!