Dead Cells

20. August 2018 15:13; Akt: 20.08.2018 15:16 Print

Und täglich grüßt der Spießrutenlauf

Immer und immer wieder segnet man in diesem Indie-Hit das Zeitliche. Und trotzdem ist die Motivation groß, weitere Versuche zu wagen.

Bildstrecke im Grossformat »
Schon beim Start ist Dead Cells ein wenig anders als andere Videospiele. Statt als kerniger Abenteurer oder auch nur entkommener Straftäter durch die Welt zu streifen, spielt man einen Zellhaufen, der die Kadaver gestorbener Menschen übernehmen kann. In gewisser Weise läuft man also als Zombie durchs Spiel. "Zellen" sind auch das tragende Spielelement, denn bei dem Versuch, aus dem Labyrinth an Gängen und Kammern zu entkommen, sammelt man diese, um sie für permanente Verbesserungen auszugeben. Der Clou: Die Upgrades sind nur bei Händlern am Ende der Levels erhältlich. Stirbt man, bevor man die Währung ausgeben kann, ist sie verloren. Die Welt ist eine Mischung aus zufällig generierten und fixen Passagen, die allerdings mit jedem Versuch ihre Position ändern können. Allesamt gehalten in einem liebevollen Pixel-Look, der auch nicht mit Licht- und Farbeffekten geizt. Nun zum unvermeidlichen Dark-Souls-Vergleich. Gegner verursachen viel Schaden und müssen genau beobachtet werden, um ihre Angriffsmuster zu lernen und richtig zu deuten. Im Gegensatz zu From Softwares Hardcore-Rollenspiel dauern die meisten Kämpfe aber nur wenige Sekunden. Denn Geschwindigkeit ist hier die Devise. Hat man sich einmal an die Steuerung gewöhnt, flitzt man in einem Affentempo durch die Welt und macht einen Gegner nach dem anderen platt - bis der Übermut den unweigerlichen Tod bedeutet. Zusätzlich motivieren Türen, die nur eine gewisse Zeit lang offen sind. Erreicht man sie zu spät, hat man Pech gehabt. Dead Cells könnte schnell nervig werden. Immer wieder von Neuem zu starten und nur langsam Verbesserungen für zukünftige Versuche freizuschalten, wäre in weniger fähigen Händen als Motion Twin eine Katastrophe. Stattdessen motivieren Spielbalance und Waffenvielfalt, Versuch nach Versuch zu starten, um das Ende doch irgendwann zu erreichen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn es zwei Genres gibt, die sich derzeit im Aufwind befinden, dann sind das Metroidvanias und Roguelikes. Erstere eröffnen dem Spieler eine große, verbundene Welt, die sich im Spielverlauf immer weiter öffnet. Letztere sind zumeist gnadenlos und schicken Spieler nach einem Tod zurück an den Start. Das französische Indie-Studio Motion Twin hat beide Konzepte verbunden - und mit einer Prise Dark Souls vermengt: Dead Cells, ein "Roguevania", war geboren.

Umfrage
Macht Gamen schlau?

Das Spiel hat die Early-Access-Phase verlassen und ist nun als Vollversion auf PC, Mac, Linux, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Zurück von den Toten

Schon beim Start ist Dead Cells ein wenig anders als andere Videospiele. Statt als kerniger Abenteurer oder auch nur entkommener Straftäter durch die Welt zu streifen, spielt man einen Zellhaufen, der die Kadaver gestorbener Menschen übernehmen kann. In gewisser Weise läuft man also als Zombie durchs Spiel.

"Zellen" sind auch das tragende Spielelement, denn bei dem Versuch, aus dem Labyrinth an Gängen und Kammern zu entkommen, sammelt man diese, um sie für permanente Verbesserungen auszugeben. Der Clou: Die Upgrades sind nur bei Händlern am Ende der Levels erhältlich. Stirbt man, bevor man die Währung ausgeben kann, ist sie verloren.

Alle Game Reviews in der Übersicht!

Speed kills

Die Welt ist eine Mischung aus zufällig generierten und fixen Passagen, die allerdings mit jedem Versuch ihre Position ändern können. Allesamt gehalten in einem liebevollen Pixel-Look, der auch nicht mit Licht- und Farbeffekten geizt.

Nun zum unvermeidlichen Dark-Souls-Vergleich. Gegner verursachen viel Schaden und müssen genau beobachtet werden, um ihre Angriffsmuster zu lernen und richtig zu deuten. Im Gegensatz zu From Softwares Hardcore-Rollenspiel dauern die meisten Kämpfe aber nur wenige Sekunden.

Denn Geschwindigkeit ist hier die Devise. Hat man sich einmal an die Steuerung gewöhnt, flitzt man in einem Affentempo durch die Welt und macht einen Gegner nach dem anderen platt - bis der Übermut den unweigerlichen Tod bedeutet. Zusätzlich motivieren Türen, die nur eine gewisse Zeit lang offen sind. Erreicht man sie zu spät, hat man Pech gehabt.

Tragbares Arsenal

Um besser für die Schrecken in Kerkern, düsteren Sumpfgebieten und verfallenen Dörfern gerüstet zu sein, sammelt man Waffen von gefallenen Gegnern. Das können bessere Schwerter, Schilde oder auch Pfeil und Bogen sein. Zusätzlich bietet Dead Cells eine Reihe von Spezialfähigkeiten wie eine "Granate" oder einen Geschützturm. Die Abklingzeiten sind angenehm kurz, somit braucht man keine Hemmungen haben, die Spezial-Skills auch einzusetzen.

Fazit: Schöner sterben

Dead Cells könnte schnell nervig werden. Immer wieder von Neuem zu starten und nur langsam Verbesserungen für zukünftige Versuche freizuschalten, wäre in weniger fähigen Händen als Motion Twin eine Katastrophe. Stattdessen motivieren Spielbalance und Waffenvielfalt, Versuch nach Versuch zu starten, um das Ende doch irgendwann zu erreichen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(lu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.