Glücksspiel?

05. Februar 2018 12:01; Akt: 05.02.2018 12:34 Print

Deutschland denkt über Lootbox-Verbot nach

Sie waren eine der Gaming-Kontroversen 2017: Lootboxen. Die beliebte Geldquelle von Videospielentwicklern könnte bald sogar verboten werden.

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Bei der graphischen Umsetzung hat man bei EA alles richtig gemacht. Nämlich wirklich alles! Das Game sieht einfach nur beeindruckend aus. Natürlich schleichen sich immer wieder kleine Glitches ein, aber die detailverliebte Präsentation überzeugt sogar auf der normalen PS4 in vollen Zügen. Das Gameplay-Verhalten ähnelt sehr dem Vorgänger Battlefront von 2015, das passt aber auch sehr gut. Die Waffen haben zwar unendlich Munition, allerdings überhitzen sie. Daher ist mit Dauerfeuer sehr vorsichtig umzugehen. Prunkstück der Serie ist natürlich wieder der Online-Modus. In zahlreichen Modi kämpft man sich auf neuen Standorten und mit neuen Helden und Truppen durch das Star Wars-Universum. Wir feiern ganz besonders den Flieger-Modus wieder einmal ab. Wer hat noch nie davon geträumt einen Tie-Fighter durchs All zu lenken und seine Feinde mit gnadenlosen Laser-Kanonen platt zu machen? Allerdings hat man sich bei den Entwicklern nicht nur Freunde gemacht, denn der Online-Modus spaltet die Community. Wir sind uns auch noch nicht sicher, wohin das ganze führen soll. Für Battlefront II hat man ein Credit-System etabliert, das den Spieler für eine Vielzahl von Gaming-Stunden entlohnen soll. Pay-to-Win soll durch Play-to-Win ersetzt werden, allerdings mit einem sehr hohen Preis. Um Helden und einzigartige Waffen freizuschalten muss man schon tagelang am Schlachtfeld verweilen und dabei auch möglichst erfolgreich sein. Prequel, Sequel, Original-Trilogie: Bei Star Wars Battlefront II wird man zwischen den verschiedenen Welten, Stories und Erzählsträngen oft hin und her gerissen. Für Fans der Sternensaga ist das Game daher aufgrund der Tiefe ein absolutes Muss!

Star Wars Battlefront 2 stand für seinen Umgang mit Lootboxen in der Kritik.

Zum Thema
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Mit sogenannten Lootboxen wollen die Hersteller von Videospielen auch über den Verkauf der Games hinaus Geld verdienen. Dabei handelt es sich um virtuelle Schatzkisten, die ihren (zufälligen) Inhalt wie Waffen oder Kostüme erst nach dem Kauf mit echtem Geld offenbaren.

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Gerade im vergangenen Jahr kochte die Diskussion um diese Monetarisierungstaktik hoch. Einige Blockbuster wie etwa Mittelerde: Schatten des Krieges oder Call of Duty: WWII setzten auf Lootboxen. Den größten Shitstorm erntete aber Star Wars Battlefront 2, weil man sich in dem Multiplayer-Game massive Vorteile mit echtem Geld erlaufen konnte. Hersteller EA deaktivierte wegen den Reaktionen die Echtgeld-Transaktionen sogar vorübergehend.

Verbot?

In Deutschland bahnt sich eine Regulierung der Lootboxen an. Wie die "Welt" berichtet, befasst sich die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten mit möglichen Verboten verschiedener Elemente in Videospielen, beispielsweise Lootboxen.

Eine Studie der Universität Hamburg soll zeigen, dass Videospiele immer mehr Elemente von Glücksspielen beinhalten. Soll heißen: Wenige Spieler generieren einen großen Teil der Umsätze, "ein typisches Merkmal von Glücksspielmärkten".

"Ich halte es für denkbar, dass Lootboxen gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen könnten", so Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Jugendschutzkommission. Eine Entscheidung wird für März erwartet.

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(lu)