Doom auf Switch im Test

02. März 2018 16:12; Akt: 02.03.2018 16:14 Print

Mit Bewegungssteuerung gegen die Hölle

von Lukas Urban - Als ob die reine Umsetzung des Shooters auf Nintendo Switch nicht genug wäre, können Dämonen jetzt auch mit Gyro-Aiming gekillt werden.

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Es war eine der größten Überraschungen der Gaming-Welt im vergangenen Jahr: Publisher Bethesda brachte id Softwares Shooter-Kracher Doom aus dem Jahr auf Nintendo Switch. Und das ohne Abstriche beim Gameplay oder der Komplexität des Spiels. Das Spiel bietet auf Nintendo Switch beinahe den kompletten Funktionsumfang, der auch auf PlayStation 4 und Xbox One genossen werden durfte. Die Solo-Kampagne samt Arcade-Modus wird als Cartridge ausgeliefert. Doom begeisterte bereits zum Start, hatte aber mit einigen kleinen Macken zu kämpfen. So basiert es zwar auf der unglaublich optimierten id Tech 6 Engine, die Framerate von 60fps der anderen Fassungen konnte auf Nintendo Switch aber nicht beibehalten werden. Das Spiel läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus mit 30fps bei einer Auflösung von maximal 720p - sie wird dynamisch skaliert. Der Patch führt die von vielen Fans gewünschte Bewegungssteuerung ein. Wer jetzt an Fuchtelsteuerung denkt, liegt komplett falsch. Vielmehr kann mit dieser Option mithilfe der Gyro-Sensoren in den Joy-Con-Controllern oder im Pro Controller gezielt werden - genau wie in Splatoon 2 oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kann man noch akkurater zielen und die Dämonen dorthin zurückbefördern, wo sie hergekommen sind. Dabei handelt es sich weniger um einen Ersatz für das Zielen mit den Analogsticks, sondern vielmehr ein unterstützendes Feature zur Feinjustierung. Doom ist der wohl optisch beeindruckendste Ego-Shooter auf einem Handheld - und das trotz leicht verwaschener Grafik. Angesichts der schwachbrüstigen Hardware ist das Game selbst mit einer halbierten Framerate von 30fps noch sehr eindrucksvoll.

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Es war eine der größten Überraschungen der Gaming-Welt im vergangenen Jahr: Publisher Bethesda brachte id Softwares Shooter-Kracher Doom aus dem Jahr auf Nintendo Switch. Und das ohne Abstriche beim Gameplay oder der Komplexität des Spiels.

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Lediglich die Optik musste heruntergeschraubt werden. Das für die Portierung verantwortliche Studio Panic Button hat dem Shooter im Taschenformat im Februar ein umfangreiches Update spendiert, das die Umsetzung nochmal deutlich beeindruckender macht.

Fataler Fehler

Eines war schon zum Launch im November klar. Das hervorragende Doom-Gameplay ist zu 100 Prozent enthalten: Schießen, Dämonen mit bloßen Händen in Stücke reißen und über die Oberfläche des Mars hetzen. Dort ist in einer Forschungseinrichtung nämlich etwas gehörig aus den Fugen geraten. Bei dem Versuch, zwecks Energiegewinnung ein Portal zur Hölle zu öffnen, haben die Wissenschaftler die Rechnung ohne die Dämonenhorden gemacht, die nur allzu gerne in die Welt der Menschen strömen.

Als namenloser Protagonist hat man nur ein Ziel: Dämonen killen – und das so brutal und effizient wie möglich. Dabei geraten sich Handlung und Gameplay nie in die Quere. Zwar treten mehrere Figuren mit eigenen Motivationen und Zielen auf, doch gemäß dem geradlinigen Spielprinzip ist das dem "Doom Guy", in dessen Haut wir stecken, alles herzlich egal. Er hilft nur, wenn es seinem eigenen Ziel zuträglich ist.

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Fast das komplette Paket

Das Spiel bietet auf Nintendo Switch beinahe den kompletten Funktionsumfang, der auch auf PlayStation 4 und Xbox One genossen werden durfte. Die Solo-Kampagne samt Arcade-Modus wird als Cartridge ausgeliefert.

Der etwa 9 GB große Multiplayer-Part muss als kostenloses Update heruntergeladen werden. Zusätzlich sind alle erschienenen DLCs enthalten, lediglich der SnapMap Level-Editor wurde gestrichen. Angesichts des ohnehin großen Pakets ist das aber verschmerzbar.

Trotz Abstrichen beeindruckend

Doom begeisterte bereits zum Start, hatte aber mit einigen kleinen Macken zu kämpfen. So basiert es zwar auf der unglaublich optimierten id Tech 6 Engine, die Framerate von 60fps der anderen Fassungen konnte auf Nintendo Switch aber nicht beibehalten werden. Das Spiel läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus mit 30fps bei einer Auflösung von maximal 720p – sie wird dynamisch skaliert.

Es kam in besonders turbulenten Feuergefechten mit großen Gegnermengen immer wieder zu Einbrüchen der Framerate in Richtung 20fps. Und auch die Optik war sowohl im TV-, als auch im Handheld-Modus ziemlich verschwommen, wenn sich zu viele Dämonen und Effekte auf dem Bildschirm tummelten.

Patch bringt Verbesserung

Mit dem Update 1.1.1 wurden diese Probleme nicht komplett gelöst, aber merklich reduziert. Die Performance ist merklich stabiler, Einbrüche unter 20fps gehören der Vergangenheit an. Vorbildlich: Auch Fehler wie manchmal auftretende Sound-Aussetzer wurden behoben. Laut Entwicklerangeben erreicht das Game nun auch öfter die maximale Auflösung von 720p, diese Behauptung lässt sich aber nur schwer überprüfen.

Fakt ist aber: Auf dem kompakten Bildschirm der Nintendo Switch sieht Doom fantastisch aus, denn trotz reduzierter Modellkomplexität und weniger Texturdetails bleiben Spezialeffekte wie Tiefenschärfe und Licht- sowie Partikeleffekte intakt. Die wunderbar umgesetzte Bewegungsunschärfe kann sogar über die halbierte Framerate hinwegtäuschen.

Endlich mit Bewegungssteuerung

Ein weiteres Plus: Der Patch führt die von vielen Fans gewünschte Bewegungssteuerung ein. Wer jetzt an Fuchtelsteuerung denkt, liegt komplett falsch. Vielmehr kann mit dieser Option mithilfe der Gyro-Sensoren in den Joy-Con-Controllern oder im Pro Controller gezielt werden – genau wie in Splatoon 2 oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kann man noch akkurater zielen und die Dämonen dorthin zurückbefördern, wo sie hergekommen sind. Dabei handelt es sich weniger um einen Ersatz für das Zielen mit den Analogsticks, sondern vielmehr ein unterstützendes Feature zur Feinjustierung.

Ebenfalls neu mit Update 1.1.1 sind Multiplayer-Gruppen, mit denen die Gruppenbildung für Mehrspielerpartien vereinfacht wird. Das neue Feature funktioniert benutzerfreundlich und flott – lediglich eine gute Internetverbindung sollte man haben. Andernfalls können Lags den Spielspaß beeinträchtigen.

Fazit: Ein dämonisch guter Shooter

Doom ist der wohl optisch beeindruckendste Ego-Shooter auf einem Handheld – und das trotz leicht verwaschener Grafik. Angesichts der schwachbrüstigen Hardware ist das Game selbst mit einer halbierten Framerate von 30fps noch sehr eindrucksvoll. Die Verbesserungen des neuen Updates – insbesondere die Bewegungssteuerung – machen einen Pflichttitel für Switch-Besitzer jetzt noch besser.

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