Game Review

07. Februar 2018 15:00; Akt: 07.02.2018 15:14 Print

Dragon Quest Builders im Test: Minecraft mit Story

von Lukas Urban - Die japanische Traditionsreihe trifft auf das Minecraft-Spielprinzip. Das Ergebnis ist liebevoll gemacht und bietet Spaß für Groß und Klein.

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Square Enix traditionsreiche Dragon Quest-Rollenspielserie und das inzwischen von Microsoft gekaufte Ausnahme-Phänomen Minecraft sind wohl nicht die offensichtlichste Kombination. Die Wurzeln von Dragon Quest Builders liegen bei den Anfängen der japanischen Rollenspielserie. Im ersten Spiel, das 1986 in Japan erschien, wurde der Held am Ende vor eine bedeutungsschwangere Entscheidung gestellt. Bekämpft man den heimtückischen Herren aller Monster, den Drachenfürst, oder schließt man sich ihm an? In Dragon Quest Builders wird dieser Moment wieder aufgegriffen. Denn in der Zeitlinie des Spinoff-Spiels schlug sich der damalige Held auf die Seite der Dunkelheit. Ganz wie in Minecraft gilt es in Dragon Quest Builders, Ressourcen zu sammeln, um allerlei Dinge zu bauen, vorwiegend natürlich Behausungen. Das funktioniert wie im Vorbild: Mit der jeweils ausgerüsteten Waffe auf Blöcke einprügeln, die aus Erde, Holz, Stein oder anderen Materialien bestehen, bis sie zerplatzen und eingesammelt werden können. Aus den gewonnenen Rohstoffen können anschließend nicht nur Gebilde frei errichtet, sondern auch Gegenstände gecraftet werden. Als Erbauer muss man im Wesentlichen eine Stadt errichten und deren Bewohner zufriedenstellen sowie vor Gefahren beschützen. Die Bedeutung der Siedlung ist nicht allzu herausfordernd, denn das Töten von Gegnern ist weder besonders herausfordernd, noch bringt es Erfahrungspunkte wie in anderen Rollenspielen. Stattdessen steigt die eigene Stadt im Level, wenn sie kontinuierlich ausgebaut und erweitert wird. Bei nächtlichen Verteidigungsmissionen rücken manchmal Gegnerwellen an, um die Häuser im schlimmsten Fall bis auf die Grundmauern niederzureißen. Der Look von Dragon Quest Builders ist wie die gesamte Hauptreihe geprägt vom liebenswerten Stil des Dragon Ball-Schöpfers Akira Toriyama. Dragon Quest Builders ist eine gelungene Interpretation des Minecraft-Spielprinzips mit mehr Struktur und einer netten Handlung. Die Dialoge der Charaktere erinnern an Pixar-Filme: Für Kinder geeignet, doch auch Mama und Papa können sich über die versteckten Gags amüsieren. Erforschen, Sammeln, Crafting und Bauen gepaart mit dem leicht verständlichen Rollenspielsystem sorgen für einen von vorne bis hinten unterhaltsamen Genremix.

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Square Enix’ traditionsreiche Dragon Quest-Rollenspielserie und das inzwischen von Microsoft gekaufte Ausnahme-Phänomen Minecraft sind wohl nicht die offensichtlichste Kombination. Und trotzdem begeisterte Dragon Quest Builders auf PlayStation 4 und PlayStation Vita mit seinem unbeschwerten Gameplay. Jetzt darf auch auf Nintendo Switch geklotzt werden.

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Geschichtsträchtig

Die Wurzeln von Dragon Quest Builders liegen bei den Anfängen der japanischen Rollenspielserie. Im ersten Spiel, das 1986 in Japan erschien, wurde der Held am Ende vor eine bedeutungsschwangere Entscheidung gestellt. Bekämpft man den heimtückischen Herren aller Monster, den Drachenfürst, oder schließt man sich ihm an? In Dragon Quest Builders wird dieser Moment wieder aufgegriffen. Denn in der Zeitlinie des Spinoff-Spiels schlug sich der damalige Held auf die Seite der Dunkelheit.

Das Reich Alefgard wurde in die Dunkelheit gestürzt, das Böse regierte über Generationen. Die Menschheit wurde in alle Winde zerstreut und verlor die Fähigkeit zu bauen, Kreativität wurde zum Begriff aus alten Legenden. Doch das Dasein im Schatten soll ein Ende finden. Der Spieler schlüpft in die Rolle des legendären Erbauers, der von der Göttin Rubiss selbst auserwählt wurde. Ganz ohne Erinnerung an die eigene Vergangenheit muss man ausziehen, um die Kreativität nach Alefgard zurückzubringen.

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Erde, Holz und Stein

Ganz wie in Minecraft gilt es in Dragon Quest Builders, Ressourcen zu sammeln, um allerlei Dinge zu bauen, vorwiegend natürlich Behausungen. Das funktioniert wie im Vorbild: Mit der jeweils ausgerüsteten Waffe auf Blöcke einprügeln, die aus Erde, Holz, Stein oder anderen Materialien bestehen, bis sie zerplatzen und eingesammelt werden können. Aus den gewonnenen Rohstoffen können anschließend nicht nur Gebilde frei errichtet, sondern auch Gegenstände gecraftet werden.

Das Besondere: Auch die gecrafteten Gegenstände wie etwa Betten, Schränke oder Türen, können nach der Platzierung wieder zerstört und aufgehoben werden. Sie werden aber nicht wieder in ihre Bestandteile zerlegt, sondern bleiben ein Gegenstand, der ins Inventar aufgenommen werden kann.

Bürgermeister

Als Erbauer muss man im Wesentlichen eine Stadt errichten und deren Bewohner zufriedenstellen sowie vor Gefahren beschützen. Die Bedeutung der Siedlung ist nicht allzu herausfordernd, denn das Töten von Gegnern ist weder besonders herausfordernd, noch bringt es Erfahrungspunkte wie in anderen Rollenspielen. Stattdessen steigt die eigene Stadt im Level, wenn sie kontinuierlich ausgebaut und erweitert wird.

Bei nächtlichen Verteidigungsmissionen rücken manchmal Gegnerwellen an, um die Häuser im schlimmsten Fall bis auf die Grundmauern niederzureißen. Mittels cleverer Positionierung und kleiner Tower-Defense-Elemente sowie der Hilfe der Bevölkerung lassen sich die Fieslinge aber meist gut in die Flucht schlagen. Die Beseitigung des entstandenen Chaos geht (wie das gesamte Spiel) leicht von der Hand.

Zwei Konfigurationen

Der Look von Dragon Quest Builders ist wie die gesamte Hauptreihe geprägt vom liebenswerten Stil des Dragon Ball-Schöpfers Akira Toriyama. Die putzige, wenn auch reduzierte Optik funktioniert auch auf Nintendo Switch. Im TV-Modus strebt der Titel eine Framerate von 60fps an und kann diese auch recht stabil halten. Das wird allerdings mit einer Auflösung von 720p erkauft. Bei dieser Auflösung bleibt es auch im Handheld-Modus, doch hier läuft das Spiel plötzlich mit einer nicht regulierten Framerate. Das heißt: Theoretisch sind bis zu 60fps möglich, doch meistens hat man es mit 30 Bildern pro Sekunde zu tun. Das stört aber kaum.

Fazit: Nicht nur für Meisterbauer

Dragon Quest Builders ist eine gelungene Interpretation des Minecraft-Spielprinzips mit mehr Struktur und einer netten Handlung. Die Dialoge der Charaktere erinnern an Pixar-Filme: Für Kinder geeignet, doch auch Mama und Papa können sich über die versteckten Gags amüsieren. "Du willst mein 'Werkzeug' sehen? Wir haben uns doch gerade erst kennengelernt.") Erforschen, Sammeln, Crafting und Bauen gepaart mit dem leicht verständlichen Rollenspielsystem sorgen für einen von vorne bis hinten unterhaltsamen Genremix.