Fe im Test

28. Februar 2018 14:51; Akt: 04.04.2018 13:22 Print

Sprachlos durch den Wald

von Lukas Urban - Fe ist das erste Spiel im Indie-Programm EA Originals. Das Game von Entwickler Zoink Games lässt Spieler buchstäblich sprachlos zurück.

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Fe führt in einen zauberhaften Wald und zunächst einmal in die Stummheit. Den Weg durch den Wald findet die herzige Kreatur Fe nämlich nur, wenn sie lernt, mit Pflanzen und Tieren zu sprechen respektive zu singen und es so mit den feindlichen Kreaturen aufnehmen kann.

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Den richtigen Ton zu treffen, ist allerdings schwierig, und die Entwickler haben es unterlassen, diesbezüglich ein Wörterbuch, sprich Hilfe, zu bieten. Fe gelingt es zum großen Teil, die Mechaniken während des Spielverlaufs einzuführen, statt auf nervige Tutorials zu setzen. Auch wenn manche Spielelemente nicht sofort selbsterklärend sind, gewöhnt man sich nach und nach an die Spielwelt und ihre Regeln.

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Freundschaftliche Hilfe

Immer weiter bahnt man sich seinen Weg durch einen mysteriösen nordischen Wald, der von merkwürdigen Wesen angegriffen wird. Allerdings kann man nicht direkt attackieren und sich zur Wehr setzen. Stattdessen ist die Kooperation mit den anderen Waldbewohnern erforderlich. So muss in einer Szene etwa ein Hirsch per Singsang dazu gebracht werden, einen Gegner mit seinem Geweih unschädlich zu machen.

Doch nicht nur als angeheuerte "Schläger" ist die Tierwelt zu gebrauchen. Stellenweise helfen die freundlichen Tierchen auch dabei, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um in neue Gebiete des Waldes vorzustoßen. Denn obwohl ein linearer Pfad durch die Spielwelt führt, dürfen weitläufige Areale erkundet werden.

Ins Nichts gesegelt

In den Gebieten warten kleine Umgebungsrätsel und Plattforming-Herausforderungen. Hier offenbart sich auch die größte Schwäche des Titels. Die Steuerung in Hüpfpassagen ist nicht immer perfekt und besonders beim Erklimmen vom Bäumen, um anschließend zu anderen Bäumen oder Plateaus zu segeln, funktioniert leider oft überhaupt nicht.

Wenn man auf diese Weise wiederholt ohne Eigenverschulden auf dem Boden landet und einen neuen Aufstieg wagen muss, stellt sich schnell Frust ein. Auf diesem Gebiet hätte dem Spiel auf jeden Fall mehr Feinschliff gut getan.

Farbenfroh und wohlklingend

Die Welt von Fe ist reduziert, aber nicht minder farbenfroh. Die Umgebungen sind in satte Farben wie Grün, Blau oder Rot getaucht, mit denen die jeweils beabsichtigte Stimmung perfekt eingefangen wird. Trotz reduzierter Polygon-Optik wartet der Wald mit liebevollen Details auf, die für eine lebendig wirkende Welt sorgen.

Wenig überraschend: Auch die Klänge sind wunderbar gelungen, immerhin kommuniziert der kleine Held über Gesang. Auch die Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher, das Plätschern von kleinen Bächen oder das Heulen des Windes sind hervorragend umgesetzt.

Fazit: Schöne Reise

Oft lässt Fe Spieler orientierungslos im Wald stehen. Wer aber die Geduld aufbringt und mit der Fauna zu singen lernt, wird in eine einnehmende, sinnliche und poetische Welt gezogen, die Spielerfolge visuell und akustisch großzügig belohnt. Fe ist eine ruhige und berührende Erfahrung, die an manchen Ecken und Enden ein bisschen mehr Feinschliff vertragen hätte.

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