Fire Emblem Warriors im Test

20. Februar 2018 12:50; Akt: 20.02.2018 12:50 Print

Wenn Dynasty Warriors auf Taktik trifft

von Lukas Urban - Hirnloses Verprügeln von wehrlosen Fußsoldaten mit taktischen Elementen. Fire Emblem Warriors zeigt, wie diese Dinge zusammenpassen.

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Zunächst scheint es, als würden Fire Emblem und die Warriors-Serie nicht zusammenpassen. Die Strategiereihe erfordert überlegtes Handeln und lässt Kämpfe rundenbasiert ablaufen, während Koei Tecmos Cashcow übermächtige Helden auf ganze Armeen an Kanonenfutter-Soldaten loslässt. Der Kompromiss? Man darf zwar mit einer großen Zahl an bekannten Charakteren auf hilflose Fußsoldaten eindreschen, kann seinen Kameraden auf dem Schlachtfeld aber taktische Befehle erteilen. Es war die richtige Entscheidung. Fire Emblem Warriors fühlt sich ungemein befriedigend an, wenn man bildschirmfüllende Spezialattacken einsetzt, um Gegnerhorden durch die Luft zu wirbeln und auch etwas stärkere Feinde in die Knie zu zwingen. Die geeigneten Tötungswerkzeuge sind ungemein wichtig, denn das Waffen-Dreieck aus den Fire Emblem-Games hat es auch in diesen Titel geschafft. Im Grunde funktioniert das System wie Schere-Stein-Papier: Schwerter schlagen Äxte, Äxte sind gegen Lanzen wirksam und Lanzen schlagen Schwerter. Auch das Spielziel ist alles andere als stumpf. Auf den weitläufigen Schlachtfeldern müssen Basen verteidigt oder eingenommen, Verbündete beschützt und Tore geöffnet werden, um der eigenen Armee einen Weg zu bahnen. Zu diesem Zweck können im Pausenmenü Befehle erteilt werden, wenn die Verbündeten etwa ein bestimmtes Ziel oder einen besonders kniffligen Gegner anvisieren sollen. Die Charaktere sind wohl eines der Hauptargumente für das Game. Fire Emblem Warriors bietet eine ganze Reihe an spielbaren Helden, vorwiegend aus den neueren Serienablegern Fire Emblem Awakening und Fire Emblem Fates. Um das Aufeinandertreffen der diversen Charaktere zu rechtfertigen, wurde eine sehr seichte Story gesponnen, deren Absicht sehr durchschaubar ist. Figuren aus verschiedenen Spielen müssen irgendwie zusammenkommen und genug Szenarien schaffen, um damit eine Kampagne füllen zu können. Eines sollte man von Fire Emblem Warriors nicht erwarten: eine gute Handlung. Doch abgesehen davon liefert Koei Tecmo ein wunderbares Amalgam von Warriors und Fire Emblem. Die befriedigenden Kämpfe treffen auf ein durchdachtes Taktik-Gameplay, das durchaus ernst genommen werden muss. Doch Achtung: Trotz der zusätzlichen taktischen Finesse ist Fire Emblem Warriors noch immer ein Musou-Spiel. Ist man dafür empfänglich, kann man mit diesem Crossover aber nichts falsch machen.

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Hyrule Warriors wurde auf der Wii U zum Überraschungshit, als die Macher von Koei Tecmos Warriors-Franchise ("Musou" auf Japanisch) Nintendos Traditionsmarke The Legend of Zelda mit ihrem eingängigen Hack-and-Slash-Gameplay kombinierten. Der Prügelspaß erschien seitdem auch noch auf Geräten der Nintendo 3DS-Familie und findet im Frühjahr sogar seinen Weg auf Nintendo Switch. Doch auf der neuen Hardware gibt es bereits ein anderes, ähnlich gestricktes Crossover. Fire Emblem Warriors kombiniert die Taktik-Rollenspiele von Intelligent Systems mit bester Musou-Action.

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Die Mischung machts

Zunächst scheint es, als würden Fire Emblem und die Warriors-Serie nicht zusammenpassen. Die Strategiereihe erfordert überlegtes Handeln und lässt Kämpfe rundenbasiert ablaufen, während Koei Tecmos Cashcow übermächtige Helden auf ganze Armeen an Kanonenfutter-Soldaten loslässt. Der Kompromiss? Man darf zwar mit einer großen Zahl an bekannten Charakteren auf hilflose Fußsoldaten eindreschen, kann seinen Kameraden auf dem Schlachtfeld aber taktische Befehle erteilen.

Es war die richtige Entscheidung. Fire Emblem Warriors fühlt sich ungemein befriedigend an, wenn man bildschirmfüllende Spezialattacken einsetzt, um Gegnerhorden durch die Luft zu wirbeln und auch etwas stärkere Feinde in die Knie zu zwingen. Das soll nicht heißen, dass das Kampfsystem keine Tiefe oder Progression bietet – im Gegenteil. Die Fähigkeiten jedes Charakters können erweitert und angepasst werden, nicht zuletzt zählt dazu auch die Waffenauswahl.

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Schere-Stein-Papier

Die geeigneten Tötungswerkzeuge sind ungemein wichtig, denn das Waffen-Dreieck aus den Fire Emblem-Games hat es auch in diesen Titel geschafft. Im Grunde funktioniert das System wie Schere-Stein-Papier: Schwerter schlagen Äxte, Äxte sind gegen Lanzen wirksam und Lanzen schlagen Schwerter. Wenn ein besonders starker Gegner einfach nicht zu schlagen ist, sollte man einen Wechsel des Charakters in Erwägung ziehen.

Auch das Spielziel ist alles andere als stumpf. Auf den weitläufigen Schlachtfeldern müssen Basen verteidigt oder eingenommen, Verbündete beschützt und Tore geöffnet werden, um der eigenen Armee einen Weg zu bahnen. Zu diesem Zweck können im Pausenmenü Befehle erteilt werden, wenn die Verbündeten etwa ein bestimmtes Ziel oder einen besonders kniffligen Gegner anvisieren sollen. Noch dazu kann man jederzeit zwischen den Helden wechseln und so in Windeseile Aufgaben auf dem gesamten Schlachtfeld erledigen.

Coole Charaktere, bescheuerte Story

Und die Charaktere sind wohl auch eines der Hauptargumente für das Game. Fire Emblem Warriors bietet eine ganze Reihe an spielbaren Helden, vorwiegend aus den neueren Serienablegern Fire Emblem Awakening und Fire Emblem Fates. Der Fokus liegt also auf Fans der neueren Ableger, doch auch altbekannte Gesichter sowie komplett neue sind dabei – etwa die Protagonisten Rowan und Lianna. Zusätzliche Recken gibt es per DLC.

Um das Aufeinandertreffen der diversen Charaktere zu rechtfertigen, wurde eine sehr seichte Story gesponnen, deren Absicht sehr durchschaubar ist. Figuren aus verschiedenen Spielen müssen irgendwie zusammenkommen und genug Szenarien schaffen, um damit eine Kampagne füllen zu können. Die Folge ist ein Sammelsurium an schlecht erklärten Ereignissen und an den Haaren herbeigezogenen Wendungen. Nur gut, dass die Story noch die nie Stärke von Musou-Games war.

Historisch nicht akkurat

Neben der Hauptstory gibt es auch den sogenannten "History"-Modus, der berühmte Schlachten aus der Fire Emblem-Serie nachspielen lässt. Diese Szenarien werden nach und nach mit dem Fortschreiten in der Handlung freigeschaltet. Obwohl es hier neue Gegenstände und Gold abzustauben gilt, werden sich Fans wohl manchmal am Kopf kratzen. Ganz so genau mit der „historischen Treue“ nehmen es die Entwickler denn doch nicht.

Fire Emblem Warriors stellt eine deutliche optische Weiterentwicklung im Vergleich zu Hyrule Warriors dar. Nicht nur sehen vor allem die Helden (und in geringerem Maße auch die Schlachtfelder) deutlich hübscher aus, die Entwickler räumen Gamern die Wahlfreiheit ein. Im "Qualitätsmodus" konzentriert sich das Spiel auf schicke Effekte und läuft im TV-Modus mit einer Auflösung von 1080p bei 30fps. Im "Performancemodus" wird die Auflösung hingegen auf 720p heruntergeschraubt. Dafür gibt es eine Framerate von 60fps.

Fazit: Gelungenes Crossover

Eines sollte man von Fire Emblem Warriors nicht erwarten: eine gute Handlung. Doch abgesehen davon liefert Koei Tecmo ein wunderbares Amalgam von Warriors und Fire Emblem. Die befriedigenden Kämpfe treffen auf ein durchdachtes Taktik-Gameplay, das durchaus ernst genommen werden muss. Doch Achtung: Trotz der zusätzlichen taktischen Finesse ist Fire Emblem Warriors noch immer ein Musou-Spiel. Ist man dafür empfänglich, kann man mit diesem Crossover aber nichts falsch machen.

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