God of War im Test

12. April 2018 09:01; Akt: 12.04.2018 09:02 Print

Kratos ist zurück und besser denn je

von Lukas Urban - Sonys Santa Monica Studio erfindet God of War neu – mit atemberaubender Grafik und emotionalem Tiefgang. "Heute" hat den Blockbuster getestet.

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Mehrere Serienteile lang wütete Kratos durch das antike Griechenland und löschte die Bewohner des Olymp aus. Seitdem ist er weitergezogen in den Hohen Norden, hat eine Hütte gebaut und sogar eine Familie samt Frau und Sohn. Der junge Atreus ist auch Kratos Reisebegleitung, als ihn ein tragisches Ereignis zum Aufbruch zwingt. Auffallend: Anders als in den bisherigen Spielen der Reihe wird die Story wesentlich nuancierter erzählt. Die Motivationen der Charaktere und Wendungen der Geschichte sind hervorragend gespielt. Kratos teilt weiterhin ordentlich aus, aber nun mit behäbigeren Schlägen - entweder mit bloßen Fäusten oder mit der Leviathan-Axt. Mit dieser hackt er wie besessen auf Gegner wie untote Draugare oder Trolle ein. Die magische Frost-Axt kann geworfen und auch wieder zurückgeholt werden. Das ist aber nicht nur im Kampf praktisch, etwa um Gegner aus der Ferne zu beharken, sondern kann auch bei Rätseln Zahnräder einfrieren sowie Mechanismen antreiben. Besonders überraschend: God of War punktet mit einem Upgrade- und Crafting-System. Während der Reise durch die nordische Mythologie sammelt man Münzen und eine große Zahl an verschiedenen Rohstoffen. Diese können bei Schmieden zu Rüstungen, Axtknäufen und weiteren Kleidungsstücken verarbeitet werden - natürlich gegen einen Preis. Ebenfalls unerwartet: Die Welt des neuen God of War ist relativ offen, erlaubt das hin- und herreisen zwischen verschiedenen, mitunter auch sehr großen Arealen. Komplettisten wollen diese Funktion auch unbedingt verwenden, denn mit fortschreitender Spieldauer erhält man neue Werkzeuge, die neue Pfade und Geheimnisse öffnen. God of War-Spiel sieht sowohl auf PS4 als auch der stärkeren PS4 Pro einfach traumhaft aus. Die realistisch gestalteten Charaktere, die wunderschönen nordischen Umgebungen und die winzigen Details (Feinde tragen sogar Schnittwunden von der Axt davon) sorgen dafür, dass sich die nordische Welt wahrlich lebendig anfühlt. Sonys Generalüberholung von God of War ist mehr als gelungen. Selten hat sich die Neuinterpretation eines Franchise so frisch angefühlt. Kratos mag etwas älter geworden sein, ist aber kein bisschen müde - und vor allem interessanter. Es hilft natürlich auch, dass das Spielgeschehen mit seiner Mischung aus intensiven Kämpfen und angenehmen Rätseln einfach spektakulär ist.

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Es hat einen Grund, warum das neue God of War-Game einfach nur God of War heißt und nicht etwa God of War 4. Das wäre nur logisch gewesen, denn die letzten Ableger waren God of War 3 und das Prequel God of War Ascension. Aber: Der Exklusivtitel für PlayStation 4 soll weniger die bestehende Saga fortsetzen, sondern ihr vielmehr einen Neustart verschaffen. Und der ist gelungen!

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Ein neues Leben

Mehrere Serienteile lang wütete Kratos durch das antike Griechenland und löschte die Bewohner des Olymp aus. Seitdem ist er weitergezogen in den Hohen Norden, hat eine Hütte gebaut und sogar eine Familie samt Frau und Sohn. Der junge Atreus ist auch Kratos’ Reisebegleitung, als ihn ein tragisches Ereignis zum Aufbruch zwingt.

Auffallend: Anders als in den bisherigen Spielen der Reihe wird die Story wesentlich nuancierter erzählt. Die Motivationen der Charaktere und Wendungen der Geschichte sind hervorragend gespielt. Dadurch baut man eine deutlich größere Bindung zum einstigen Wüterich Kratos auf, der die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen will.

Alle Game Reviews in der Übersicht!

Ist Kratos träge geworden?

God of War galt lange Zeit als der Inbegriff des "Action-Adventure"-Genres mit arcadigen Kämpfen und spektakulären Exekutionen haushoher Bosse. Ganz im Geist der neuen, "geerdeten" Grundstimmung, soweit das in einem Spiel mit Trollen, Zwergen und Drachen möglich ist, gestaltet sich auch das Kampfsystem etwas langsamer als früher.

Kratos teilt weiterhin ordentlich aus, aber nun mit behäbigeren Schlägen – entweder mit bloßen Fäusten oder mit der Leviathan-Axt. Mit dieser hackt er wie besessen auf Gegner wie untote Draugare oder Trolle ein. Die magische Frost-Axt kann geworfen und auch wieder zurückgeholt werden. Das ist aber nicht nur im Kampf praktisch, etwa um Gegner aus der Ferne zu beharken, sondern kann auch bei Rätseln Zahnräder einfrieren sowie Mechanismen antreiben.

Atreus macht sich trotz seines jungen Alters nützlich. Aus der Ferne greift er auf Befehl sogar gefährliche Bosse mit Pfeil und Bogen an. Trifft er diese, können sie wenige Sekunden lang nicht angreifen. Also die perfekte Gelegenheit, um ihnen ein paar Axthiebe gegen das Schienbein zu verpassen. Und wenn das nicht reicht, hat Kratos noch immer die spartanische Wut, die ihn schneller und stärker zuschlagen lässt.

Kleidungswechsel

Besonders überraschend: God of War punktet mit einem Upgrade- und Crafting-System. Während der Reise durch die nordische Mythologie sammelt man Münzen und eine große Zahl an verschiedenen Rohstoffen. Diese können bei Schmieden zu Rüstungen, Axtknäufen und weiteren Kleidungsstücken verarbeitet werden – natürlich gegen einen Preis.

Noch überraschender ist allerdings, wie umfangreich die Möglichkeiten sind. Sogar Skillbäume haben es in das Spiel geschafft. Es ist empfehlenswert, sich auf einen Pfad zu spezialisieren, weil nie alle Fertigkeiten voll ausgebaut werden können. Mit Richtungen wie Verteidigung, Distanzwaffen und Runenmagie kann ein individualisierter Kratos gebaut werden.

Zelda lässt grüßen

Ebenfalls unerwartet: Die Welt des neuen God of War ist relativ offen, erlaubt das hin- und herreisen zwischen verschiedenen, mitunter auch sehr großen Arealen. Komplettisten wollen diese Funktion auch unbedingt verwenden, denn mit fortschreitender Spieldauer erhält man neue Werkzeuge, die neue Pfade und Geheimnisse öffnen.

Obwohl die Erzählung der Geschichte linear ist, öffnet sich das Spiel an mehreren Stellen und bietet allerlei optionale Nebenaufgaben, die einerseits der Welt mehr Leben einhauchen und andererseits schöne Belohnungen bereithalten.

Der schönste Titel auf PS4

God of War-Spiel sieht sowohl auf PS4 als auch der stärkeren PS4 Pro einfach traumhaft aus. Die realistisch gestalteten Charaktere, die wunderschönen nordischen Umgebungen und die winzigen Details (Feinde tragen sogar Schnittwunden von der Axt davon) sorgen dafür, dass sich die nordische Welt wahrlich lebendig anfühlt.

Die Kamera ist näher an Kratos gerückt, als es in anderen Serienteilen der Fall war. Außerdem besteht Spiel aus einer einzigen Kamerafahrt ohne Schnitte oder Ladebildschirme. Dieser Kniff bleibt bis zum Ende der langen Reise beeindruckend.

Fazit: Ein bombastischer Neustart

Sonys Generalüberholung von God of War ist mehr als gelungen. Selten hat sich die Neuinterpretation eines Franchise so frisch angefühlt. Kratos mag etwas älter geworden sein, ist aber kein bisschen müde – und vor allem interessanter. Es hilft natürlich auch, dass das Spielgeschehen mit seiner Mischung aus intensiven Kämpfen und angenehmen Rätseln einfach spektakulär ist.

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