Game Review

28. September 2017 17:59; Akt: 28.09.2017 18:00 Print

Nioh: Ende des Blutvergießens im Test

Mit dem finalen DLC "Ende des Blutvergießens" endet auch die Ära eines der größten Spiele aller Zeiten. Wie ehrenvoll ist Williams Abschied?

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"Ende des Blutvergießens" liefert nichts bahnbrechend Neues ab. Fans wird es schmerzen, dass es kaum große Cutscenes und Videosequenzen gibt. Dafür gibt es wiederum neue Dämonen und Gegner, neue Haupt-, Neben- und Zwielicht-Missionen, einen neuen Schwierigkeitsgrad (das vierte "New Game +") und neue Schutzgeister. Die Handlung setzt beim Ende von "Unbeugsame Ehre" an und zeigt, wie sich die Belagerung von Osaka Castle und ein damit verbundener Aufstand auswirkt. Ungleich den zwei vorangegangen Erweiterungen gibt es in "Ende des Blutvergießens" wieder überaus spektakuläre Bosskämpfe. Die waren in den vergangenen Erweiterungen lange nicht so fordernd und auch innovativ gestaltet, wie es hier der Fall ist. Gänzlich neu ist der Spielmodus "The Abyss", eine Art Arena für die stärksten der starken Kämpfer. Man landet mit bis zu zwei weiteren Spielern in einer Arena, von der ein Weg in eine Höhle und vier andere Wege zu Booten führen. In der Höhle findet man einen Boss vor, den es zu besiegen gibt, um zum nächsten Level zu gelangen. Besonders dabei: Es sind vier Schadenseffekte aktiv, die man mit dem Abschließen der Boot-Missionen entfernen kann. Also kann man sich entweder (im ersten Level ist es Nué) dem Boss direkt stellen, oder vorher die kurzen Gebiete säubern und die Effekte damit entfernen. Das Spiel mit dem Risiko wird durch die neuen "besudelten" Waffen und Ausrüstungen, die man hier findet, noch gefährlicher. Diese Gegenstände zeigen vorerst weder Seltenheit noch Statuswerte an und können auch nicht angelegt werden. Je tiefer man in "The Abyss" vordringt, desto stärker und wertvoller werden sie aber. Den neuen Schwierigkeitsgrad "Weg des Nioh" zu schaffen dürfte nur mehr die allergrößten Hardcore-Gamer wirklich reizen. Alle anderen freuen sich über den Abschluss der Story, neue Gesichter und dass "Ende des Blutvergießens" aus der gesamten Nioh-Erfahrung ein angerundetes und ganz spezielles Werk macht.

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Erinnerungen an Dark Souls werden wach: Die Erweiterung "The Ringed City" liegt hinter uns und wie bei Nioh (exklusiv für PlayStation 4) dürfte es wahrlich das Ende der beinharten Actionrollenspiel-Ära sein. Klar, kleinere Updates und möglicherweise (noch) einen weiteren Schwierigkeitsgrad dürfte es geben, das Abenteuer des westlichen Samurai William dürfte aber ein für allemal abgeschlossen sein.

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Gut 200 Stunden haben wir bisher in Nioh und seine zwei vorigen Erweiterungen Drache des Nordens und Unbeugsame Ehre investiert - und keine Minute davon wurde uns langweilig. Schon deshalb ist Nioh ein außergewöhnliches Game, das klar an Demons Souls, Dark Souls und Bloodborne Anleihen nimmt. Wer bisher noch nicht damit in Berührung gekommen ist: Im November wird es eine Complete Edition mit allen DLCs geben.

"Ende des Blutvergießens" liefert nichts bahnbrechend Neues ab. Fans wird es schmerzen, dass es kaum große Cutscenes und Videosequenzen gibt. Dafür gibt es wiederum neue Dämonen und Gegner, neue Haupt-, Neben- und Zwielicht-Missionen, einen neuen Schwierigkeitsgrad (das vierte "New Game +") und neue Schutzgeister. Die Handlung setzt beim Ende von "Unbeugsame Ehre" an und zeigt, wie sich die Belagerung von Osaka Castle und ein damit verbundener Aufstand auswirkt.

Überraschungen bei Bossen

Ungleich den zwei vorangegangen Erweiterungen gibt es in "Ende des Blutvergießens" wieder überaus spektakuläre Bosskämpfe. Die waren in den vergangenen Erweiterungen lange nicht so fordernd und auch innovativ gestaltet, wie es hier der Fall ist. Hat man sie hinter sich, bekommt man zwar kein großes Hollywood-Ende zu sehen, aber zumindest eines, das in Erinnerung bleibt und die Geschichte um William ehrenvoll abschließt.

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Wer sich an "Ende des Blutvergießens" wagt, bekommt eine Level-Empfehlung ab 217 serviert. Die ist tatsächlich für den durchschnittlichen Spieler gerade im Kampf mit Bossen nötig, bis zum Erreichen der neuen Region sollte man über einen ähnlich hohen Level aber sowieso verfügen. Auch die Level-Caps von Waffen, Charakter und Schutzgeistern wurde angehoben - letztere können nun auf Level 60 gebracht werden.

The Abyss

Gänzlich neu ist der Spielmodus "The Abyss", eine Art Arena für die stärksten der starken Kämpfer. "The Abyss" kann man durch die Opferung von gesprungenen Ochoko-Bechern betreten. Mit den neuen weißen Ochoko-Bechern wiederum lassen sich hier zwei Begleiter herbeirufen, "The Abyss" lässt sich also zu dritt spielen. Der Modus bietet gleich mehrere interessante Ansätze.

Doch was ist "The Abyss" überhaupt? Man landet in einer Arena, von der ein Weg in eine Höhle und vier andere Wege zu Booten führen. In der Höhle findet man einen Boss vor, den es zu besiegen gibt, um zum nächsten Level zu gelangen. Besonders dabei: Es sind vier Schadenseffekte aktiv, die man mit dem Abschließen der Boot-Missionen entfernen kann. Also kann man sich entweder (im ersten Level ist es Nué) dem Boss direkt stellen, oder vorher die kurzen Gebiete säubern und die Effekte damit entfernen.

Spiel mit dem Risiko

Während die ersten Level noch kaum eine Schwierigkeit darstellen, wird es später beinhart. Wer die Effekte nicht entfernt, kann plötzlich Gegnern gegenüberstehen, die den Faultier-Talisman nutzen oder nicht entfernbare verschmutzte Auren spammen. Zudem kommen hier nur sehr begrenzte spezielle Elixiere zum Einsatz - und wer stirbt, kann zwar den Level wiederholen, geht der Schutzgeist aber verloren, sind neue gesammelte Items und Amrita weg.

Das Spiel mit dem Risiko wird durch die neuen "besudelten" Waffen und Ausrüstungen, die man hier findet, noch gefährlicher. Diese Gegenstände zeigen vorerst weder Seltenheit noch Statuswerte an und können auch nicht angelegt werden. Je tiefer man in "The Abyss" vordringt, desto stärker und wertvoller werden sie aber. Man muss also entscheiden, wie weit man geht, bevor man bei einer Niederlage die Items verliert. Verlässt man "The Abyss", wird der Gegenstand "gereinigt" und zeigt dann die wirklichen Werte an. Am Schrein kann man übrigens auch eigene Gegenstände "besudeln", um sie in der "Abyss" aufzuwerten. Das zeigt sich allerdings extrem teuer und erfordert auch seltenes Material.

Ein würdiger Abschluss

Übrigens: Bevor man über Level 30 in "The Abyss" gelangen kann, muss man erst den neuen Schwierigkeitsgrad "Weg des Nioh" schaffen. Das dürfte allerdings nur mehr die allergrößten Hardcore-Gamer wirklich reizen. Alle anderen freuen sich über den Abschluss der Story, neue Gesichter und dass "Ende des Blutvergießens" aus der gesamten Nioh-Erfahrung ein angerundetes und ganz spezielles Werk macht.

Wunschlos lässt uns "Ende des Blutvergießens" aber letztlich nicht zurück. Groß ist der Wunsch nämlich nach einer Fortsetzung. Ob es diese jemals geben wird, steht derzeit in den Sternen. Aber wir haben ja Zeit zu warten - und verbringen diese garantiert noch Dutzende, wenn nicht Hunderte Stunden mit William im Japan von Nioh.

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(rfi)

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