Old Man's Journey im Test

15. Februar 2018 18:45; Akt: 15.02.2018 18:46 Print

Emotionale Reise durch bildschöne Landschaften

von Lukas Urban - Das Wiener Studio Broken Rules hat mit diesem kleinen Titel eine der gefühlvollsten Videospielerlebnisse der letzten Jahre geschaffen.

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Old Mans Journey ist "ein fesselndes Puzzle-Adventure, das sich mit dem Leben, Verlust und Hoffnung befasst". So beschrieb Apple das Spiel der Wiener Spieleschmiede Broken Rules im Juni 2017, als es einen der renommierten Apple Design Awards erhielt, die alljährlich "herausragendes Design und Innovation" bei iOS-Anwendungen ehren. Das Mobile-Game erschien bisher auch für Android, Windows und Mac OS - eine Fassung für Nintendo Switch folgt am 20. Februar. Am Beginn der Erzählung erhält der augenscheinlich zurückgezogen in seinem Haus am Rande einer Klippe lebende alte Mann einen Brief. Auch wenn der Charakter nicht übermäßig detailliert dargestellt wird, lässt sich an seinen Augen ablesen, dass der Inhalt traurig ist. So traurig, dass er ohne lange zu überlegen einen großen Rucksack und seinen Wanderstock hervorkramt und sich auf die Reise macht. Mehrere saftig grüne Hügel trennen den alten Mann von einer schattigen Bank unter einem Baum, auf der er sich ausruhen kann. Der Clou: Die Stelle, an der zwei Hügel sich perspektivisch überschneiden, kann vom alten Mann übersprungen werden. Und die Ebenen der Landschaft selbst können entweder per Touchscreen (Mobile und Switch) oder per Mauszeiger (PC und Switch) auf und ab bewegt werden. Daraus besteht im Wesentlichen das gesamte Spiel. Es handelt sich um eine Reihe von Rätseln, bei denen man sich durch clevere Manipulation der malerischen Landschaften durch die Welt bewegt. Zwischendurch werden auch Elemente wie Schafherden, die den Weg versperren, oder Mauern, die eingerissen werden müssen, eingeführt. Old Mans Journey nimmt sich in allen Aspekten zurück. Die Rätsel sind simpel und nicht überaus herausfordernd, die Handlung wird nur in Fetzen erzählt, die Musik übt sich in nobler Zurückhaltung. All diese Entscheidungen resultieren in einer überaus entspannenden Erfahrung, die sich durch die knappe Spieldauer auch nicht abnutzt.

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Old Man’s Journey ist "ein fesselndes Puzzle-Adventure, das sich mit dem Leben, Verlust und Hoffnung befasst". So beschrieb Apple das Spiel der Wiener Spieleschmiede Broken Rules im Juni 2017, als es einen der renommierten Apple Design Awards erhielt, die alljährlich "herausragendes Design und Innovation" bei iOS-Anwendungen ehren. Das Mobile-Game erschien bisher auch für Android, Windows und Mac OS – eine Fassung für Nintendo Switch folgt am 20. Februar.

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Der Beginn einer Reise

In Old Man’s Journey wird kein Wort gesprochen. Nicht eine Silbe. Auch Text wird äußerst spärlich eingesetzt – etwa auf Wegweisern. Sogar die Menüs setzen zu einem großen Teil auf leicht verständliche Symbole. Trotz dieser Zurückhaltung gelingt es dem Spiel, eine gleichermaßen traurige und herzerwärmende Geschichte zu erzählen.

Am Beginn der Erzählung erhält der augenscheinlich zurückgezogen in seinem Haus am Rande einer Klippe lebende alte Mann einen Brief. Auch wenn der Charakter nicht übermäßig detailliert dargestellt wird, lässt sich an seinen Augen ablesen, dass der Inhalt traurig ist. So traurig, dass er ohne lange zu überlegen einen großen Rucksack und seinen Wanderstock hervorkramt und sich auf die Reise macht.

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Der Finger kann Berge versetzen

Ein paar Schritte von seinem Haus entfernt bleibt der Wanderer stehen. Offenbar ist sein erstes Ziel ein Gebäude in der Ferne. Mehrere saftig grüne Hügel trennen den alten Mann von einer schattigen Bank unter einem Baum, auf der er sich ausruhen kann. Der Clou: Die Stelle, an der zwei Hügel sich perspektivisch überschneiden, kann vom alten Mann übersprungen werden. Und die Ebenen der Landschaft selbst können entweder per Touchscreen (Mobile und Switch) oder per Mauszeiger (PC und Switch) auf und ab bewegt werden.

Daraus besteht im Wesentlichen das gesamte Spiel. Es handelt sich um eine Reihe von Rätseln, bei denen man sich durch clevere Manipulation der malerischen Landschaften durch die Welt bewegt. Zwischendurch werden auch Elemente wie Schafherden, die den Weg versperren, oder Mauern, die eingerissen werden müssen, eingeführt, doch wirklich herausfordernd werden die Rätsel nicht. Für Auflockerung sorgen Passagen, in denen man die Gleise vor einem fahrenden Zug in die richtige Position bringt oder die Straße für ein Auto manipuliert.

Mediterranes Ambiente

Das kleine Indie-Studio aus Wien hat für dieses Spiel wahrlich malerische Landschaften geschaffen, die an ein sehr detailliertes Bilderbuch erinnern. Zusammen mit der wunderbaren Musik geleiten sie durch die Handlung, die in unter zwei Stunden durchgespielt werden kann. Dabei rastet der alte Mann immer wieder und erinnert sich an sein Leben – die freudigen und auch die traurigen Momente. Diese werden durch subtil animierte, scheinbar in der Zeit eingefrorene Augenblicke gezeigt.

Fazit: Ein spielbares Kunstwerk

Old Man’s Journey nimmt sich in allen Aspekten zurück. Die Rätsel sind simpel und nicht überaus herausfordernd, die Handlung wird nur in Fetzen erzählt, die Musik übt sich in nobler Zurückhaltung. All diese Entscheidungen resultieren in einer überaus entspannenden Erfahrung, die sich durch die knappe Spieldauer auch nicht abnutzt. Eine Empfehlung: Die Steuerung funktioniert per Touchscreen funktioniert deutlich besser als mit Maus oder Controller. Den Versionen für mobile Geräte oder Nintendo Switch würden wir daher den Fassungen für PC und Mac den Vorzug geben.

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