Super Seducer

08. März 2018 18:20; Akt: 08.03.2018 18:38 Print

Pick-Up-Simulator von der PlayStation verbannt

"Super Seducer" bringt angehenden Frauenhelden das Aufreißen bei. Sony weigert sich, das Game zu verkaufen - aus guten Gründen.

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Flirt- und Dating-Trainer gibt es nicht nur in Buchform, sondern sogar in interaktiver Form, wie etwa als das Game "Super Seducer: How to Talk to Girls". Das Live-Action-Spiel wurde vom selbsternannten Dating-Experten Richard La Ruina entwickelt und ist laut der Beschreibung "der realistischste Verführungssimulator der Welt".

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Im Prinzip sieht "Super Seducer" folgendermaßen aus: Der Mann befindet sich in einer Situation, in der er eine Frau ansprechen soll. Dafür stehen mehrere Varianten zur Verfügung. Man(n) kann sie auch beleidigen oder sexuell belästigen – die Entscheidung des Spielers. Nach dem Aufrissversuch bekommt man Feedback von La Ruina höchstpersönlich.

Ziel: Frauen nackt ins Bett bekommen

Wenn man alles richtig gemacht hat, sieht man den Trainer auf dem Bett mit zwei Frauen in Unterwäsche. Wenn nicht, sitzt er alleine da. War der Flirt okay aber nicht perfekt, liegen die beiden Damen zwar bei ihm, allerdings sind sie bekleidet. Damit zeigt La Ruina klar, worum es ihm und seinen Schülern beim Dating geht: Eine Frau möglichst nackt ins Bett zu bringen.

Besonders absurd wirkt, dass La Ruina bei falschen Entscheidungen darauf hinweist, wie unhöflich man war: Zum Beispiel soll man Frauen nicht verraten, dass das, was man an ihnen am liebsten mag, der eigene Penis ist. Sexismus ist nicht der einzige Bonus im Spiel. Mit ein bisschen Geduld erhält man noch eine Portion Rassismus dazu.

Eine Portion versteckter Rassismus

Der Rassismus ist nicht ganz so offensichtlich: Die Untertitel im Spiel passen nämlich nicht zum Gesprochenen. Ein Beispiel: Während einer Szene möchte der Protagonist zwei Frauen seinen Penis zeigen. Die Damen lachen ihn jedoch aus und erwidern, so groß sei das Ding eigentlich nicht.

Der Protagonist reagiert darauf mit der Feststellung, dass seine Angebeteten wohl auf Afrikaner stehen. "Sehe ich aus, als möge ich Afrikaner?", erwidert eine der Frauen. Auch Asiaten werden ab und zu beiläufig beleidigt.

Sexismus mit 24 Prozent Rabatt

Ursprünglich sollte das Game bereits am Dienstag auf der PlayStation erscheinen. Sony hat aber entschieden, "Super Seducer" nicht zu verkaufen. Verfügbar ist es nur auf Steam für PC und Mac. Dort wird sogar 24 Prozent Rabatt angeboten. Wohl wenig passend zum Weltfrauentag.

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(Valentina Sproge/red.)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 08.03.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist daran jetzt so schlimm?

    Wüsste jetzt nicht, was an dem Spiel so schlimm ist. Ausnahmsweise mal kein Ego Shooter mit viel Gewalt. Und es gab immer wieder Computer Games, wie Leisure Suite Larry am C64, WET, Bing, die sich auf humorvolle Weise, dem Thema Flirt etc. angenommen haben. Und selbst wenn Männer vielleicht Frauen in dem Game unangemessen behandeln, ist doch nur ein Spiel!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 08.03.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist daran jetzt so schlimm?

    Wüsste jetzt nicht, was an dem Spiel so schlimm ist. Ausnahmsweise mal kein Ego Shooter mit viel Gewalt. Und es gab immer wieder Computer Games, wie Leisure Suite Larry am C64, WET, Bing, die sich auf humorvolle Weise, dem Thema Flirt etc. angenommen haben. Und selbst wenn Männer vielleicht Frauen in dem Game unangemessen behandeln, ist doch nur ein Spiel!

    • Geri am 09.03.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @myopinion

      Ja aber es gibt dann in Amerika und Asien, vielleicht Männer die mit Frauen dann in der Realität so flirten ! Dann heißt es vielleicht wieder das alles Männer Schweine seien !

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