Game Review

07. Dezember 2016 12:59; Akt: 19.07.2017 14:09 Print

Pokémon Sonne und Pokémon Mond im Test

Nach genau 20 Jahren könnte man meinen, es habe sich eine leichte Staubschicht auf die Welt der Pokémon gelegt.

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Zum einen bieten Pokémon Sonne und Pokémon Mond die stärksten Storylines und Zwischensequencen, die es bisher in einem Pokémon-Game zu entdecken gab. um anderen hat man die mittlerweile etwas ausgelutschten Arenen bis zu einem gewissen Grad aufgegeben und neue Attacken eingeführt. So viele verschiedene Monster wie möglich fangen und sie so stark wie möglich trainieren, dieses Pokémon-Kernelement gibt es aber nach wie vor. Gänzlich neu ist auch das Setting mit der Hawaii-gleichen Inselwelt Alola, die aus vier einzelnen Inseln besteht. Im Spiel zieht man als zuerst unbedarfter Monster-Trainer in die Inselwelt und muss sich dann durch die Inseln suchen und kämpfen. Die Szenen sind liebevoll animiert, Monster springen uns freudig in die Arme, andere wollen von uns aus Gefahrensituationen gerettet werden. So dynamisch haben sich die Pokémon-Spiele bisher nie gezeigt. Generell sind die Charaktere liebenswert und überzeugend und die Pokémon wirken viel plastischer als in den Vorgänger-Versionen der Spiele. Hier wurde an den richtigen Schrauben gedreht. Außerdem bevölkern viele bisher unbekannte Taschenmonster die Inselwelt Alola. Positiv fällt auch auf, dass es kein stures von-Arena-zu-Arena-Rennen mehr gibt, sondern die jeweiligen Schauplätze schön und abwechslungsreich umgesetzt wurden. Von riesigen Bauten bis hin zu beschaulichen Häfen, von wunderschönen Stränden bis hin zum dichten Dschungel gibt es hier eine vielfältige digitale Welt zu entdecken. Somit läuft man nicht mehr von Ort zu Ort, sondern will die jeweilige Gegend auch tatsächlich erkunden. Herzlich begrüßt wird auch die bewegliche Kameraeinstellung und dass Trainer nun im Kampf hinter ihren Pokémon zu finden sind. Für Abwechslung sorgen ebenso die Prüfungen, die man absolvieren muss, um zwischen den Inseln hin- und herreisen zu können. Sie richten sich an jeweils andere Pokémon-Typen und verlangen gänzlich unterschiedliche Leistungen - etwa das Sammeln von Items oder das Besiegen bestimmter Gegner. Hat man die Aufgaben erfüllt, kann man sich dem jeweiligen Inselkönig zum Showdown stellen und zu Ruhm und Ehre gelangen. Während sich die ersten Kämpfe für uns zu leicht anfühlen, steigt der Schwierigkeitsgrad gegen Ende gewaltig an. Stark verbesserte Grafik, Fallenlassen der faden Wiederholungsaufgaben, Einführung neuer Kampf- und Pokémon-Features, eine liebevolle Story und überzeugende Charaktere - die neuen Pokémon-Titel Sonne und Mond schaffen es, den Staub der Vorgängertitel abzuschütteln und viele Altlasten abzuwerfen, ohne das gewohnte Pokémon-Erlebnis zu schmälern.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Verkaufszahlen der neuen Nintendo-3DS-Titel strafen dieser Annahme aber Lügen, alleine innerhalb einer Woche wurden in Europa 1,5 Millionen Exemplare von Pokémon Sonne und Pokémon Mond verkauft. Die Zeit ist reif, dass "Heute Digital" für einen Test auf Monsterjagd auf den Nintendo-Handhelds geht.

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Während der Hype um Pokémon Go zurückgeht, schießt der Erfolg von Pokémon Sonne und Mond in gewaltige Höhen. Ein verfrühter Jubel und Hype um die neuesten Ableger der Pokémon-Serie? Mitnichten! Wie unser Test zeigt, haben Sonne und Mond einiges zu bieten und räumen viele Fehler aus vergangenen Titeln aus.

Zum einen bieten Pokémon Sonne und Pokémon Mond die stärksten Storylines und Zwischensequencen, die es bisher in einem Pokémon-Game zu entdecken gab. Zum anderen hat man die mittlerweile etwas ausgelutschten Arenen bis zu einem gewissen Grad aufgegeben und neue Attacken eingeführt. So viele verschiedene Monster wie möglich fangen und sie so stark wie möglich trainieren, dieses Pokémon-Kernelement gibt es aber nach wie vor.

Da kommt Hawaii-Flair auf

Gänzlich neu ist auch das Setting mit der Hawaii-gleichen Inselwelt Alola, die aus vier einzelnen Inseln besteht. Im Spiel zieht man als zuerst unbedarfter Monster-Trainer in die Inselwelt und muss sich dann durch die Inseln suchen und kämpfen. Zuerst bekommt man aber bei einem Aufnahmeritual des Inselkönigs sein Starterpokémon aus den Monstern Bauz, Flamiau oder Robball zugewiesen. 

Die Szenen sind liebevoll animiert, Monster springen uns freudig in die Arme, andere wollen von uns aus Gefahrensituationen gerettet werden. So dynamisch haben sich die Pokémon-Spiele bisher nie gezeigt. Generell sind die Charaktere liebenswert und überzeugend und die Pokémon wirken viel plastischer als in den Vorgänger-Versionen der Spiele. Hier wurde an den richtigen Schrauben gedreht. Außerdem bevölkern viele bisher unbekannte Taschenmonster die Inselwelt Alola.

Abwechslungsreiche Umgebung

Positiv fällt auch auf, dass es kein stures von-Arena-zu-Arena-Rennen mehr gibt, sondern die jeweiligen Schauplätze schön und abwechslungsreich umgesetzt wurden. Von riesigen Bauten bis hin zu beschaulichen Häfen, von wunderschönen Stränden bis hin zum dichten Dschungel gibt es hier eine vielfältige digitale Welt zu entdecken. Somit läuft man nicht mehr von Ort zu Ort, sondern will die jeweilige Gegend auch tatsächlich erkunden. Herzlich begrüßt wird auch die bewegliche Kameraeinstellung und dass Trainer nun im Kampf hinter ihren Pokémon zu finden sind.

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Für Abwechslung sorgen ebenso die Prüfungen, die man absolvieren muss, um zwischen den Inseln hin- und herreisen zu können. Sie richten sich an jeweils andere Pokémon-Typen und verlangen gänzlich unterschiedliche Leistungen - etwa das Sammeln von Items oder das Besiegen bestimmter Gegner. Hat man die Aufgaben erfüllt, kann man sich dem jeweiligen Inselkönig zum Showdown stellen und zu Ruhm und Ehre gelangen. Während sich die ersten Kämpfe für uns zu leicht anfühlen, steigt der Schwierigkeitsgrad gegen Ende gewaltig an.

Neue Attacke beim Kampfsystem

Das Kampfsystem selbst blieb in Pokémon Sonne und Mond großteils gleich wie bei den Vorgängern, wurde aber verfeinert. Eingeblendet wird ein Effektivitätsgrad der jeweiligen Attacke. Anfangs hatten wir uns über diese Einblendung geärgert, da sie vermeintlich das eigenständige Finden der besten Attacke verhindert - bei über 800 Pokémon wird aber im Verlauf des Spiels klar, dass das ein aussichtsloses Unterfangen wäre.

Etwas Feinschliff wäre bei den Kämpfen allerdings noch nötig gewesen, denn wie vor allem die Zufalls-Zusammentreffen zeigen, greifen Gegner oft mit wirkungslosen Attacken an und beharren auf diesen, obwohl ihnen die Schwächen unserer Pokémon bekannt sein sollten. Positiv ist aber die neue Z-Attacke, die für etwas mehr strategische Tiefe sorgt - die verheerenden Z-Angriffe können einen verloren geglaubten Kampf mit einem Schlag in einen fulminanten Sieg verwandeln.

Fazit: Endlich frei von Altlasten

Stark verbesserte Grafik, Fallenlassen der faden Wiederholungsaufgaben, Einführung neuer Kampf- und Pokémon-Features, eine liebevolle Story und überzeugende Charaktere - die neuen Pokémon-Titel Sonne und Mond schaffen es, den Staub der Vorgängertitel abzuschütteln und viele Altlasten abzuwerfen, ohne das gewohnte Pokémon-Erlebnis zu schmälern. Genervt wird man lediglich von manch unnötig wie lästiger Attacke durch das Schurkenteam Skull - wären die Attacken stärker, würde das eine Herausforderung darstellen, so sind die Pokémon-Stehlversuche aber nur zeitraubend.

Gewünscht hätten wir uns noch verschiedene Schwierigkeitsgrade, denn gerade zu Beginn der Spiele marschiert man einfach ohne Taktik und Mühe durch die Reihen der Gegner, bis es endlich fordernde Aufgaben gibt. Ansonsten sind Pokémon Sonne und Pokémon Mond erfrischend innovative Monster-Titel, die auch Rollenspieler begeistern können, die eigentlich mit den Taschenmonstern so gar nichts am Hut haben.

(rfi)