Komplexe Kampfsport-Technik

25. März 2016 13:08; Akt: 17.04.2016 03:40 Print

UFC 2 im Test: Nur die Harten kommen in den Garten

Mit UFC 2 bringt EA Sports fliegende Fäuste und verheerende Kicks zurück auf die Bildschirme. Die Kampf-Simulation glänzt mit beeindruckend realer Physik und genialer Grafik. Das Vorgänger-Produkt wurde an den richtigen Stellen verbessert und verändert. Zusätzlich geht die Ausrichtung mehr in Richtung Online-Gaming. Wir haben das Spiel auf der PS4 getestet.

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Mit UFC 2 bringt fliegende Fäuste und verheerende Kicks zurück auf die Bildschirme. Die Kampf-Simulation glänzt mit beeindruckend realer Physik und genialer Grafik. Das Vorgänger-Produkt wurde an den richtigen Stellen verbessert und verändert. Zusätzlich geht die Ausrichtung mehr in Richtung Online-Gaming. Wir haben das Spiel auf der PS4 getestet.
 

Eine Sache gleich vorweg: Wer hier kurzen Arcade-Fun auf Tekken oder Street Fighter-Art erwartet, der ist komplett falsch. Die UFC-Serie von EA Sports setzt auf komplexe Kampfsport-Technik, die Schritt für Schritt erlernt werden muss. Ich persönlich habe schon den ersten Teil der Serie im allerhöchsten Karriere-Modus durchgespielt, obwohl ich am Anfang schon mit der leichten Stufe überfordert war – es heißt also Geduld beweisen, mit der Zeit wird das Kämpfen im Octagon von der Wissenschaft zum puren Vergnügen.

 

Keine Chance ohne Training

Als kleine Überraschung bekommen Zocker, die schon den ersten Teil gespielt haben, die absolute Kampfsport-Legende Bruce Lee freigeschaltet. Während das Spiel sehr schnell installiert, kämpfen wir als Robbie Lawler gegen Rory MacDonald um den Welterweight-Titel. Der Kampf ist ein erstes  kleines Turorial, Ziel ist es am Schluss den Gegner umzuhauen. Und zack! So schnell kann es gehen, ich laufe natürlich selbst in eine böse K.o.-Niederlage. Zu lange ist es her, dass ich im virtuellen Octagon gestanden bin.

 Im zweiten Versuch hat es dann geklappt. Statt wütender Offensive erinnerte ich mich daran, wie wichtig Ausdauer, Blocken und strategische Kampfgestaltung sind. Nach dem Tutorial mache ich mich sofort auf den Weg in den Trainingsmodus, um meinen MMA-Flow wieder zu finden. In diversen Challenges wird einem das Kampf-System sehr gut beschrieben und man kann Schritt für Schritt lernen, wie man sich im brutalen Eisenkäfig verhalten muss. Neben den altbekannten Skill-Challenges, gibt es jetzt auch einen freien Trainingsmodus, indem man seinen Gegner genauso anpassen kann, wie man es gerade braucht oder was man ausprobieren und verbessern möchte.

 

Geniale Grafik und Gameplay-Updates

Am Gameplay hat sich eine Sache gravierend verändert. Zum Glück wurde der extrem unübersichtliche Grappling-Modus (Griffe am Gegner, egal ob stehend oder am Boden) vereinfacht.  Was beim ersten Teil oft mit wildem Kreisen am rechten Stick und einer gehörigen Portion Zufall zum Erfolg geführt hat, wurde sehr angenehm vereinfacht. Auch das Kontern fällt wesentlich leichter.

 

An der gesamten Präsentation des Spiels wurde an den richtigen Stellen gefeilt. Schon im Vorgängertitel wurde sehr detailverliebt gearbeitet, es kommt mir aber vor, dass ein Fighter, der ziemlich viel einstecken musste in der Runden-Pause noch heftiger aussieht. Die In-Game Grafik ist sensationell umgesetzt. Jeder Punch oder Kick fühlt sich fast so an, als wäre man live dabei. Klaffende Wunden, ein Ring voller Blut, bei jedem Treffer fliegen dicke Schweißtropfen durch die Luft – Einfach nur toll!

 

UFC Ultimate-Team

Das Aushängeschild von UFC 2 soll natürlich das neue Ultimate Team-Konzept sein. Ähnlich wie in mittlerweile allen Sport-Titeln hat nun auch das Kampf-Spiel seinen Modus um die Kreditkarten der Spieler heftig glühen zu lassen installiert. Man kann sich selbst ein Team aus bis zu fünf Fightern aus vier verschiedenen Gewichtsklassen erstellen, um die Online-Welt zu erobern. Mit Fight-Packs werden Attribute, coole Moves und Boosts erworben, um einen wesentlichen Vorteil gegenüber den Gegnern zu haben.

Änderungern im Karriere-Modus

Auch der Karriere-Modus wurde ein wenig adaptiert. Man wieder in der Reality-Show 'The Ultimate Fighter' in einem Turnier um einen Vertrag in der UFC. Dazu muss man sich einen eigenen MMA-Fighter erschaffen. Im Kreations-Modus hat sich nicht viel verändert, nur kann man jetzt Tattoos selbst platzieren und in Größe und Form verändern. Doch das alte Konzept des Vorgängertitels brachte schon extrem real wirkende Charaktere hervor, daher finde ich es gut, dass das fast identisch beibehalten wurde. Einziger Kritikpunkt: Es gibt nicht genügend coole Bärte!

 

Das Level-Up unseres UFC-Kämpfers läuft nun über zwei Schienen. Auf der einen Seite verdient man durch Kämpfe Erfahrungspunkte, die man dazu einsetzen kann, um verschiedene Techniken, Kampfstile und tolle Moves zu lernen. Vor Kämpfen quält man sich durch ein beinhartes Trainingslager, in dem man seine Einheiten selbst bestimmen kann. Je nach Erfolg der jeweiligen Einheit steigen dann die trainierten Attribute. Doch Vorsicht! Es gibt auch ein neu einberechnetes Verletzungsrisiko – Wenn man also nicht gut ist, dann muss man seinen nächsten Kampf auch mit einer kleinen Blessur bestreiten.

Fazit

EA Sports hat genau an den richtigen Baustellen geschraubt, um die UFC-Erfahrung noch einmal auf ein neues Level zu heben. Der Vorgänger-Titel setzte bereits Maßstäbe im Bereich des anspruchsvollen Kampfsport-Gamings, UFC 2 ist noch ein Stück runder und ausgereifter. Auch wenn das System anfänglich manchmal frustrierend ist, wenn man willig ist die richtigen Techniken zu lernen und sich Schritt für Schritt einarbeitet, dann fallen die Gegner binnen kurzer Zeit wie die Fliegen um.

 

Phillip Platzer