Game Review

19. März 2018 16:14; Akt: 19.03.2018 16:14 Print

Wolfenstein 2: Die DLC-Freiheitschroniken im Test

"Absolut fesselnd" war unser Fazit zu Wolfenstein 2: The New Colossus. Nun legt Bethesda "Die Freiheitschroniken" als DLC-Episoden nach.

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Im Dezember 2017 gestartet, verfolgt man in der ersten Episode die Geschichte von Joseph Stallion, einst gefeierter Quarterback und später in ein Regimegefägnis geworfen. Vom Maschinenkommandanten Metze gequält ist es das einzige Ziel, dem Folterer das Handwerk zu legen. Toll: Die Episode bietet wie die übrigen DLC-Inhalte nicht nur eine ganz neue Wolfenstein-Story, sondern auch eine Spielzeit von rund vier Stunden. An die Storytiefe des Hauptwerks kommt "Die Abenteuer des Revolverhelden Joe" zwar nicht heran, gespart wurde an der Inszenierung aber nicht. Neue Waffen oder Gadgets gibt es leider keine, Stallion rammt sich auch mit seiner Fähigkeit durch Gegner, wie es "B.J." Blazkowicz im Hauptspiel vormachte. Fazit: Bekanntes Gameplay, Level-Design und Arsenal, wenig Innovation, dafür neue und passende Story, ein neuer Charakter und die Beibehaltung des hohen Spielspaßes. Die zweite Episode, veröffentlicht Ende Jänner 2018, offenbart weit mehr Story- und Spieltiefe als es noch mit Quarterback Stallion der Fall war. Als Agentin Jessica Valiant, auf einer Art Trinkurlaub in Brasilien, bekommt man Hinweise auf den Mörder des eigenen Ehemanns. Der soll sich in Regimekreisen befinden und klar packen wir unsere Waffen und gehen auf Rachefeldzug. Pluspunkt: Hier ist die Spielweise anders, als man sie bisher kannte. Während Blazkowicz und Stallion die Brechstange bevorzugen, nutzt Valiant die Waffen einer Frau, nämlich Scharfschützengewehr, Schalldämpfer und Meuchelmesser. Gemordet wird aus dem Hinterhalt: Verstecke, Schächte und Schatten bringen eine gehörige Portion Schleichen ins Spiel. Blutig bleibt es trotzdem, an der Brutalität des Hauptspiels orientiert sich auch die Agentin. Abwechslungsreicher sind hier auch die Levels, vom Naziversteck geht es über ein Filmstudio in eine Mondbasis, wo General Dunkel wartet. Fazit: Die zweite Episode ist eine Wolfenstein-Offenbarung und macht vieles neu. Das neue Schleich-Gameplay gefällt, der Schwierigkeitsgrad ist fordernd, aber fair, und die Story hat hier richtig spannenden Tiefgang. Als finaler DLC der Trilogie verfolgt man "Die unglaublichen Taten von Captain Wilkins". Captain Wilkins, der "Star" der Erweiterung, ist ein alternder Soldat und Überlebender des Zweiten Weltkriegs. Nachdem er eine mysteriöse Botschaft erhält, soll Wilkins das Regime daran hindern, eine neue tödliche Waffe auf die Welt loszulassen. Während in den ersten beiden DLCs die Fähigkeiten der Rammattacke und des schleichenden Kriechens im Mittelpunkt standen, verfügt Wilkins über eine Art verlängerbare Beintechnik. Schade: Im Gegensatz zu den Vorgängern ist diese zwar witzig, bringt aber kaum Kampf-Vorteile und ist auch nicht auf die Levels ausgelegt, in denen man sich eher durch Untergrund-Tunnel kämpfen muss. Dafür glänzt der finale DLC mit der besten Story des Erweiterungspakets und überrascht mit Plot-Twists. An die Qualität des Hauptspiels kommen die DLCs zwar nicht ran, Shooter-Fans werden dennoch begeistert sein.

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Mit dem Release nahe an Genre-Größen wie Call of Duty: WWII und Star Wars Battlefront II hatte es Wolfenstein 2: The New Colossus im Herbst 2017 nicht leicht. Doch der Singleplayer-Shooter hob sich von seinen Multiplayer-Kameraden durch mehr als nur den Spielmodus hervor. Was das Hauptspiel genial machte, lesen Sie in unserem Spieletest hier nach.

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Bethesda legt nun mit dem DLC-Paket "Die Freiheitschroniken" neue Inhalte nach. Im Spiel bekommt man Zugang zum Geheimraum, wo sich die neuen Season-Pass-Inhalte "Episode Null", "Die Abenteuer des Revolverhelden Joe", "Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod" und "Die unglaublichen Taten von Captain Wilkins" finden. Es handelt sich bei Episode Null um eine kleine Vorschau auf die DLC-Episoden und bei den übrigen Inhalten um je drei Kurzgeschichten mit drei verschiedenen Hauptdarstellern.

Episode Null

"Die Freiheitschroniken: Episode Null" war bereits ein Bonus für Vorbesteller. Sie fungiert auch als kleiner Vorgeschmack dafür, was Spieler im Season Pass erwartet. Die drei Figuren Joseph Stallion, Jessica Valiant und Gerald Wilkins, ein ehemaliger Profi-Quarterback, eine ehemalige Geheimagentin und ein US-Army-Held, werden vorgestellt. Gleichzeitig ist es auch eine Gameplay-Vorschau: In drei kurzen Levels können die drei neuen Figuren und ihre Fähigkeiten ausprobiert werden.

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Klar, Episode Null ist keine Offenbarung, soll es aber auch nicht sein. Sie ist aber eine schöne Möglichkeit für Wolfenstein-Spieler, um zu entscheiden, ob man zum Season Pass greifen will. Das ist ein echtes Zuckerl, muss man sich doch sonst meist blind in einen DLC stürzen. Zeitgleich bekam man aber auch einen weiteren zusätzlichen Inhalt, die Kampfsimulationen. Sie ermöglichen es, das Hauptspiel ohne die Videosequenzen noch einmal zu durchleben und dabei Punkte zu sammeln. Die werden für möglicht spektakuläre Kombos und Kills sowie wenig Tode vergeben.

"Die Abenteuer des Revolverhelden Joe"

Zu den einzelnen Episoden. Im Dezember 2017 gestartet, verfolgt man in der ersten Episode die Geschichte von Joseph Stallion, einst gefeierter Quarterback und später in ein Regimegefägnis geworfen. Vom Maschinenkommandanten Metze gequält, ist es das einzige Ziel, dem Folterer das Handwerk zu legen. Toll: Die Episode bietet wie die übrigen DLC-Inhalte nicht nur eine ganz neue Wolfenstein-Story, sondern auch eine Spielzeit von rund vier Stunden. An die Storytiefe des Hauptwerks kommt "Die Abenteuer des Revolverhelden Joe" zwar nicht heran, gespart wurde an der Inszenierung aber nicht.

Eine nette Zugabe sind die immer wieder auftauchenden Zeichentrick-Szenen, die Stallions Geschichte dokumentieren. Neue Waffen oder Gadgets gibt es leider keine, Stallion rammt sich auch mit seiner Fähigkeit durch Gegner, wie es "B.J." Blazkowicz im Hauptspiel vormachte. Etwas Abwechslung bietet die Episode trotzdem, denn als Ex-Quarterback mischt Stallion seine Gegner gerne mit den Händen auf.

Fazit: Bekanntes Gameplay, Level-Design und Arsenal, wenig Innovation, dafür neue und passende Story, ein neuer Charakter und die Beibehaltung des hohen Spielspaßes. Wolfenstein-Fans werden damit glücklich sein.

"Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod"

Die zweite Episode, veröffentlicht Ende Jänner 2018, offenbart weit mehr Story- und Spieltiefe als es noch mit Quarterback Stallion der Fall war. Als Agentin Jessica Valiant auf einer Art Trinkurlaub in Brasilien bekommt man Hinweise auf den Mörder des eigenen Ehemanns. Der soll sich in Regimekreisen befinden und klar packen wir unsere Waffen und gehen auf Rachefeldzug. Pluspunkt: Hier ist die Spielweise anders, als man sie bisher kannte.

Während Blazkowicz und Stallion die Brechstange bevorzugen, nutzt Valiant die Waffen einer Frau, nämlich Scharfschützengewehr, Schalldämpfer und Meuchelmesser. Gemordet wird aus dem Hinterhalt: Verstecke, Schächte und Schatten bringen eine gehörige Portion Schleichen ins Spiel. Blutig bleibt es trotzdem, an der Brutalität des Hauptspiels orientiert sich auch die Agentin. Abwechslungsreicher sind hier auch die Levels, vom Naziversteck geht es über ein Filmstudio in eine Mondbasis, wo General Dunkel wartet.

Fazit: Die zweite Episode ist eine Wolfenstein-Offenbarung und macht vieles neu. Das neue Schleich-Gameplay gefällt, der Schwierigkeitsgrad ist fordernd, aber fair, und die Story hat hier richtig spannenden Tiefgang. Absolute Empfehlung!

"Die unglaublichen Taten von Captain Wilkins"

Als finaler DLC der Trilogie verfolgt man "Die unglaublichen Taten von Captain Wilkins". Captain Wilkins, der "Star" der Erweiterung, ist ein alternder Soldat und Überlebender des Zweiten Weltkriegs. Nachdem er eine mysteriöse Botschaft erhält, soll Wilkins das Regime daran hindern, eine neue tödliche Waffe auf die Welt loszulassen.

Während in den ersten beiden DLCs die Fähigkeiten der Rammattacke und des schleichenden Kriechens im Mittelpunkt standen, verfügt Wilkins über eine Art verlängerbare Beintechnik. Schade: Im Gegensatz zu den Vorgängern ist diese zwar witzig, bringt aber kaum Kampf-Vorteile und ist auch nicht auf die Levels ausgelegt, in denen man sich eher durch Untergrund-Tunnel kämpfen muss.

Dafür glänzt der finale DLC mit der besten Story des Erweiterungspakets und überrascht mit Plot-Twists. Zum Abschluss kann auch gesagt werden, dass die Entwickler drei sehr unterschiedliche, aber durchwegs interessante Charaktere in die Erweiterungen verpackt haben. Vor allem Wilkins sorgt für Lacher, wenn er als gealterter Soldat Sprüche loslässt, die man von pubertierenden Jugendlichen erwarten würde.

Fazit

Unsere Einschätzung zu den Freiheitschroniken: für rund 25 Euro bietet der Season Pass sehr ausführliche Inhalte, begeistert streckenweise mit Gameplay-Neuerungen und überrascht mit drei neuen Figuren sowie gänzlich neuen Handlungen. Die drei Erweiterungen haben dabei ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen, sind aber ein willkommener neuer Inhalt in der Wolfenstein-Inhalt. An die Qualität des Hauptspiels kommen die DLCs zwar nicht ran, Shooter-Fans werden dennoch begeistert sein.

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(rfi)

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  • Kommentarwirdniefreigeschaltet am 07.02.2018 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hr.

    Geschnitten, Geschnitten wer das Spielen will im Internet die Englische Version holen sonst fehlt zuviel sigar Videos sind teilweise nicht komplett

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  • Kommentarwirdniefreigeschaltet am 07.02.2018 07:13 Report Diesen Beitrag melden

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