1746 Euro für einen Klick

Erste Strafe wegen Facebook-Vorschaubild

Das Verbreiten eines Fotos auf Facebook kam teuer zu stehen

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Das Verbreiten eines Fotos auf Facebook kam teuer zu stehen

Das Verbreiten eines Fotos auf Facebook kam teuer zu stehen

Premiere auf Facebook: Weil ein deutscher User auf seiner Chronik einen Link samt typischem Vorschaubild verwendet hat und damit der Eintrag auf der Pinnwand des gewerblichen Profils erschien, soll er nun fast 1800 Euro zahlen. Eine Berliner Abmahnkanzlei forderte nämlich Schadenersatz wegen fehlender Bildrechte, "Verletzerzuschlag" und Abmahnkosten. Ein Fall, der künftig viele User teuer zu stehen kommen kann.

Bis jetzt konnte man auf Facebook die Beiträge anderer User und Seiten problemlos teilen. Nun ist Vorsicht geboten, denn: Nach dem durch durch Rechtsanwalt Frank Weiß von der Anwaltskanzlei Weiß & Partner bekannt gewordenen Fall sollen bereits mehrere Abmahnkanzleien auf den Zug aufgesprungen sein und User bei angeblichen Rechteverletzungen mit Forderungen eindecken. Der Fall ist für Rechtsexperten klar: Zwar sind die Forderungen der Kanzleien weit überzogen, doch haben sie recht. Fotos dürfen nur "geteilt" werden, wenn man auch das Recht am Bild hat. Und hat man das eben nicht, ist das strafbar.

Im konkreten Fall des Deutschen ging es darum: Der Mann teilte auf seinem gewerblichen Profil den Beitrag eines anderen Nutzers und veröffentlichte damit das dabei vorgeschlagene Vorschaubild, das gerade einmal so groß wie eine Briefmarke ist, in seiner Chronik. Die Berliner Kanzlei will wegen des einen Klicks nun 1746 Euro sehen - 600 Euro für das entgangene Honorar der Fotografin für das Vorschaubild, 600 Euro "Verletzerzuschlag" und 546 Euro Abmahnkosten.

Eigentlich müsste man beim "Teilen" von Beiträgen auf "Vorschaubild entfernen" klicken, wenn man nicht die Rechte am Bild besitzt oder das Foto als gemeinfrei veröffentlicht wurde. Auch private Facebook-Seiten sind eben nicht privat und auf Urheberrechtsverletzungen spezialisierte Kanzleien durchforsten Netzwerke mit spezieller Software nach ebensolchen. Nun könnte eine Flut an Abmahnungen losbrechen, wie sie bereits bei Download-Upload-Verstößen existiert.

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