Bluttat nach Vergewaltigung

Nach Facebook-Jubel für Lynchmord ermittelt Justiz

Vergewaltiger in Neuenburg umgebracht

Eine Woche nach einer Vergewaltigung haben Bekannte des Opfers den Verdächtigen umgebracht

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Vergewaltiger in Neuenburg umgebracht

Eine Woche nach einer Vergewaltigung haben Bekannte des Opfers den Verdächtigen umgebracht

Mit 23 Messerstichen soll ein Jugendlicher in Baden-Württemberg Selbstjustiz geübt und den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Schwester ermordet haben. Der 17-Jährige habe eine "sehr große Wut" gehabt und die Gewaltattacke eingeräumt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer am Freitag in Freiburg. Im Internet feierten viele User auf Facebook den Mord. Sie geraten nun ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Der 27-jährige mutmaßliche Vergewaltiger war am Mittwochabend unter einem Vorwand auf einen Parkplatz in Neuenburg am Rhein an der Grenze zu Frankreich gelockt worden. Dort warteten der 17-jährige, sein Vater und ein 21 Jahre alter Freund auf den Mann. Die Staatsanwaltschaft wertet das Verbrechen als gemeinschaftlichen Mord. Die drei Männer kamen in Untersuchungshaft.

Der Getötete soll sich vor etwa einer Woche an der 26-jährigen Frau vergangen und danach vor der Polizei versteckt haben. Der 17-Jährige soll veranlasst haben, dass der 27-Jährige über soziale Medien mit einem angeblichen Drogendeal auf den Parkplatz gelockt wurde. Die Familie des Teenagers habe ihn in den vergangenen Tagen beschwichtigen wollen, sagte Inhofer. Stattdessen kam es zum Lynchmord.

Bis zu zwei Jahre Haft
Der Lynchmord wurde auch auf Facebook von zahlreichen Usern international regelrecht bejubelt. Dies wird nun ein Fall für die Justiz. "Solange die Strafen für Vergewaltiger so niedrig sind, ist Selbstjustiz gerechtfertigt", "Vergewaltiger und Kinderschänder sollten der Familie des Opfers überlassen werden!" und "Einen Orden für den Mann, er hat genau das richtige getan", gab es zu lesen.

In der Schweiz, Deutschland und Österreich hat sich deswegen nun die Justiz eingeschaltet. Im ersteren Fall wird bereits konkret ermittelt.
Internetexperten verweisen immer wieder darauf, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist. In Österreich drohen nach Paragraph 282 "Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen und Gutheißung mit Strafe bedrohter Handlungen"  bis zu zwei Jahre Haft.

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