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80 € für ein Videospiel - Geht's noch?!

Teurer Spaß bei Videospielen

Teurer Spaß bei Videospielen

Heimlich still und leise führen die 3 großen Spielepublisher Ubisoft, EA und Actividion Blizzard Preiserhöhungen durch, die sich eklatant auf die kommenden Blockbustertitel auswirken werden. So ist ein Assassin's Creed 3 derzeit für stramme 69,95 bei Amazon gelistet. In EAs Origin-Shop wird's noch ein wenig ausgeschämter: 74,99 € soll der Kunde hier für Toptitel wie Mass Effect 3 oder Star Wars: The old Repulbik ablegen. Wir haben recherchiert, wie stark die Preise für Videospiele in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Und was sie als treuer Konsument dagegen unternehmen können.

Für Half Life 2, eines der heißersehntesten Spiele 2004, musste man damals noch ca. 40 € bezahlen. 2010 kostete StarCraft im Blizzard-eigenen Battle.net rund 50 €. Und 2012 sollen es nun 75 € werden? Das entspricht einer Preissteierung von 88% innerhalb der letzten 8 Jahre. Natürlich rechtfertigt man diesen Umstand bei EA mit einer einfachen Erklärung: Lediglich die "Digital Deluxe Edition", quasi das Spiel mit vollen Featureumfang kostet den gesalzenen Aufpreis. Eine "Limited Standard Edition" hingegen gibt's schon für wesentlich billigere 54,99 €. Das ist zwar immer noch um ca 10% teurer als vergleichsweise 2010, dafür stolpert man aber alle Nase lang über dezente Hinweise im Spiel, dass etwaige Features nur Nutzern der teuren "Digital Deluxe Edition" zur Verfügung stehen, oder einzeln als sogenannte DLCs erworben werden können.

DLC - "Downloadalbe Content"
Über diese kostenpflichtigen Mini-Erweiterungen verdiente sich die Spielebranche bereits in den vergangenen 2 Jahren eine goldene Nase. Wer beispielsweise jedes einzelne Feature in Mass-Effect 3 käuflich erwerben möchte, muss wohl einen Monatslohn in das Spiel investieren! Wie Gamestar berichtet kommt das DLC-Paket rund um den Science-Fiction Epos auf eine Summe von 870 US-Dollar - umgerechnet fast 660 Euro. Wer nun argumentiert, man müsse sich die Erweiterungen ja nicht kaufen, um Mass-Effect 3 spielen zu können, der liegt zwar richtig, doch der Weg, den EA mit seinen 2 Editions geht birgt für den Konsumenten eine unübersehbare Gefahr: Wenn statt kostenpflichtigen Erweiterungen zukünftig geldsparende Einschränkungen den Markt dominieren, könnten Spieler der Standard Edition noch leichter zum Upgrade genötigt werden. MMOs wie World of Warcraft verfolgen diese Strategie schon länger, denn wer die 2-jährlich erscheinenden AddOns nicht käuflich erwerben möchte bleibt meist allein in einer beschnittenen und unausbalancierten Welt ohne Herausforderungen zurück.

Doch was kann der Konsument tun?
Konsumenten digitaler Güter greifen zunehmend zur Selbsthilfe, und laden Spiele illegal über Filesharing-Seiten im Internet herunter. Das schadet natürlich der Industrie, und so setzt diese alles daran ihr geistiges Eigentum durch ausgefeilte Kopierschutzmaßnamen zu schützen. Besonders im always-on Zeitalter der letzten Jahre hat sich so ein regelrechter Wildwuchs an Plattformen etabliert, um Spiele an ein zentrales Online-Konto zu binden, und nur über dieses spielbar zu machen. Steam, Battle.net, Origin oder Ubilauncher sammeln darüber hinaus fleißig Daten über das Spiel- und Konsumverhalten ihrer Kunden. Und obwohl der Softwarepiraterie dadurch ein wirkungsvoller Riegel vorgeschoben wurde, gibt die Industrie den resultierenden Gewinn nicht an den Kunden weiter, sondern erhöht noch fleißig die Preise für Spielesoftware. Um auf legalem Wege trotzdem moderne Spieleblockbuster zu genießen kann man als Konsument zum Beispiel auf Schnäppchenportale wie HitFox zurückgreifen, oder künftig einfach ein wenig zuwarten, bis die teuren Blockbuster nach wenigen Monaten schon deutlich billiger zu haben sind.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Diskutieren Sie mit GamingXPerten Stefan Hohenwarter, ob sie die Preise bei Computer- und Videospielen für gerechtfertigt halten:


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