Samsung-Handys

19. April 2017 18:41; Akt: 19.04.2017 19:37 Print

"S8+ und Note 7 – Akkus sind praktisch identisch"

Die Experten von iFixit haben das neue Galaxy S8+ unter die Lupe genommen. Die Überraschung: Der verbaute Akku erinnert an das Pannen-Handy Note 7.

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Samsung präsentierte die neuen Galaxy S8 Modelle, und sie sind groß, stark und teuer. Beim Galaxy S8 und S8+ setzt Samsung ganz auf das sogenannte Infinity Display. Dieses kommt fast ohne Rand aus und ist etwas breiter, um bequem Videos und Filme anschauen zu können. Die Auflösung des 5,8 beziehungsweise 6,2 Zoll großen Displays beträgt 2.960 x 1.440 Pixel. Zwei Varianten des Smartphones wird es geben, das Galaxy S8 und das Galaxy S8+. Beide Modelle liefern eine Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixel am AMOLED-Display. Das herkömmliche Modell ist 5,8 Zoll, das +-Modell 6,2 Zoll groß. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Modelle nur bei der Akku-Stärke - 3.000 versus 3.500 mAh. Der leicht abgerundete Bildschirm und das Gehäuse gehen quasi nahtlos ineinander über, was ziemlich schick aussieht. Bei der Gestaltung flossen wohl Erkenntnisse aus dem Design des Galaxy S7 Edge mit ein. Ein Homebutton fehlt komplett, dieser ist nun als Drucksensor direkt unter dem Display angebracht. Die Kamera auf der Rückseite des Geräts verfügt über eine Auflösung von 12 Megapixeln. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, schießt die Kamera kurz nacheinander drei Bilder und fügt diese per Software zusammen. Die Kamera auf der Vorderseite, die auch Gesichtserkennung unterstützt, bietet 8 Megapixel Auflösung. Neben einem verbesserten Prozessor sowie schnellerem LTE und Wi-Fi bieten die neuen Modelle erstmals Unterstützung für HDR-Premium-Inhalte. Mit an Bord sind ein Fingerabdruck- und ein Irisscanner. Das S8 und das S8+ sind staub- und wasserfest und können per Micro-SD-Karte um bis zu 256 Gigabyte erweitert werden. Der interne Speicher beträgt 64 GB. Um die Größe des Bildschirms voll auszunutzen, hat Samsung eine neue Funktion programmiert. Teile einer App, beispielsweise ein Videoplayer, können nun quasi auf dem Bildschirm angeheftet werden. Der übrig gebliebene Teil zeigt den ganz normalen Handyinhalt an. So ist es beispielsweise möglich, sich einen Clip anzuschauen und gleichzeitig jemandem eine Nachricht zu schreiben. Mit Samsung Connect wird das Handy zur Fernbedienung für das Haus. Samsung-eigene und -kompatible Geräte wie Lampen, Fernseher und Kühlschränke können zentral in einer App gesteuert werden. Mit Scripts kann so beispielsweise definiert werden, dass das TV-Gerät und das Licht automatisch ausgeschaltet werden, wenn man das Haus verlässt. Samsung setzt wie viele Hersteller auf Sprache, um mit dem Handy zu interagieren. Im Zentrum steht der digitale Assistent Bixby, der beim S8 und dem S8+ sogar eine eigene Taste erhält, um schnell darauf zugreifen zu können. Im Gegensatz zur Konkurrenz soll jedoch stets die beste Interaktionsweise genutzt werden. Beispielsweise sagt man dem Smartphone, dass es alle Fotos, die in Wien aufgenommen wurden, anzeigen soll. Mit dem Finger trifft man dann seine Auswahl und spricht wieder zu Bixby, um zu sagen, an wen die Bilder geschickt werden sollen. Leider funktioniert der Sprachassistent vorerst noch nicht auf Deutsch. Über die DeX-Station kann das Galaxy S8 angedockt und so innerhalb von Sekunden in einen funktionstüchtigen Computer verwandelt werden. Dazu braucht es nur einen Bildschirm, eine Maus und eine Tastatur. Das Betriebssystem ist zwar weiterhin Android, über die Software Citrix können jedoch auch Windows-Programme ausgeführt werden. Die Geräte können übrigens drahtlos geladen werden - ein Feature, dass bei vielen aktuellen Konkurrenz-Modellen weggefallen war. Die beiden neuen Modelle können ab sofort vorbestellt werden. Wer dies tut, erhält das Gerät bereits am 20. April. Offizieller Verkaufsstart in Österreich ist der 28. April. Erhältlich sind die Farben Midnight Black, Orchid Gray und Arctic Silver. Der Preis für das S8 liegt bei 799 Euro,... ... jener des S8+ ist bei 899 Euro angesetzt. Das DeX-Dock, mit dem das Handy zum PC wird, soll etwa 180 Euro kosten. Strom erhält die Steuerung über eine AAA-Batterie, die bei durchschnittlicher Nutzung für rund 40 Tage ausreichen soll. Passend zum Headset wurde auch die Kamera, mit der 360°-Videos gedreht werden können, verbessert. Diese ist einiges kleiner geworden und kann Videos nun mit einer Auflösung von 4K aufzeichnen. Die Objektive sind nun näher beieinander, wodurch weniger Bildfehler entstehen sollen. Ebenfalls ist es möglich, die Rundum-Videos gleich live auf Youtube oder Facebook zu streamen.

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Mit dem Note 7 erlebte Samsung ein Debakel. Nach dem Start im Sommer 2016 explodierten einige Geräte. Das hatte Folgen. Der Hersteller rief die Smartphones weltweit – zweimal – zurück und stoppte die Produktion schließlich ganz. Darauf folgte eine lange Suche nach Ursachen.

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Nun verkaufen die Südkoreaner ihr neuestes Modell, das S8 und das S8+. Die Reparaturexperten von "iFixit.com" haben das Handy vor dem Verkaufsstart in Einzelteile zerlegt und sie waren überrascht: "Nach dem großen finanziellen Verlust, den Samsung mit dem Note 7 eingefahren hat, ist das interne Design des S8+ praktisch identisch mit dem des Note 7", schreiben sie in ihrem Bericht.

Röntgenbild von Akkus

Das gilt auch für die verbaute Batterie: "Kapazität und Spannung sind praktisch identisch." Der Akku im untersuchten S8+ komme sogar von einem Hersteller, der auch Akkus für das Note 7 gebaut habe, so die Experten. Negativ gewertet wird das nicht. So würden die neuen Akkus von diversen Lieferanten hergestellt. Und: Samsung sei eindeutig zuversichtlich, dass das Batterieproblem behoben wurde und das Problem bei der Qualitätssicherung lag und nicht bei verwendeten Materialien oder dem Design.

Dass der Akku beim S8+ sogar ins Gehäuse eingeleimt ist, sei nur ein weiterer Hinweis darauf, dass Samsung an den Acht-Punkte-Plan glaube. Dieser ist ganz auf die Qualitätssicherung fokussiert und nur eine von mehreren Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass sich ein solches Szenario nicht wiederholt.

Erarbeitet wurden der Acht-Punkte-Plan, nachdem 700 Techniker mehr als 200.000 Note-7-Geräte untersucht hatten. Mit dem Plan wird der Produktionsprozess besser überwacht, etwa mit Lade- und Entlade-Tests, Röntgenaufnahmen, zweiwöchigen Tests mit unterschiedlichen Nutzungsszenarien sowie Schulungen für alle Mitarbeiter, die mit Akkus zu tun haben.

(tob)

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