Angeblicher Deal

04. September 2018 15:33; Akt: 04.09.2018 15:36 Print

Erhielt Google geheime Daten von Mastercard?

Mit Daten von Kreditkarten-Kunden soll Google Offline-Einkäufe mit dem Online-Profil von Nutzern abgleichen. Mastercard sagt: Das stimmt nicht.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Google habe den perfekten Weg gefunden, um Online-Anzeigen mit Offline-Einkäufen zu verknüpfen, wie Bloomberg.com schreibt. Denn der IT-Konzern habe einen bislang geheimen Vertrag mit der Firma Mastercard abgeschlossen, um an Transaktionsdaten von deren Kunden zu gelangen.

Umfrage
Nutzen Sie Google-Dienste?
24 %
64 %
5 %
7 %
Insgesamt 260 Teilnehmer

Um den Deal einzufädeln, waren angeblich Verhandlungen nötig, die vier Jahre lang dauerten. Bloomberg beruft sich bei der Meldung auf vier anonyme Quellen, von denen drei direkt in den Deal involviert gewesen seien. Google soll für die Transaktionsdaten mehrere Millionen US-Dollar bezahlt haben.

Kunden nicht informiert

Ausgewählte Firmen, die bei Google Werbung schalten, hatten seit einem Jahr Zugriff auf ein Tool, das auf den Transaktionsdaten beruht. So sahen sie, ob Google-Nutzer das online beworbene Produkt später in einem Laden kauften. Das Tool hat Google laut Bloomberg nur in den USA angeboten. Dass diese Verbindung zustande kam, hätten die Kunden nicht gewusst, da die beiden Unternehmen ihre Kunden nie darüber informiert hätten, so Bloomberg.

Datenschutz-Bedenken

Dass Google diese Daten miteinander verknüpft, ruft Datenschützer auf den Plan. "Die Menschen erwarten nicht, dass ihre Einkäufe in einem Laden mit ihrem Online-Shopping abgeglichen werden", sagte Christine Bannan vom Electronic Privacy Information Center (EPIC). Die Firmen nähmen ihre Pflicht nicht wahr, da sie die Kunden nicht darüber informierten, was sie tun und welche Rechte die Kunden hätten.

Eine Google-Sprecherin teilte mit, es würden keine Informationen mit den Werbepartnern geteilt. Zudem könnten Kunden das Tracking der Kreditkarte in den Konto-Einstellungen deaktivieren.

Mastercard äußerste sich in einem offiziellen Statement, dass das Unternehmen nicht die einzelnen Artikel kenne, die ein Konsument online oder offline kaufe. Es würden keine individuellen Transaktions- oder Personendaten zur Verfügung gestellt. Zwar seien bei der Bearbeitung einer Transaktion der Name des Händlers und der Gesamtbetrag des Kaufs ersichtlich, nicht aber bestimmte Artikel. Mastercard biete eine eigene Lösung, um die Effektivität von Werbekampagnen zu messen. Die dort gezeigten Trends basierten auf anonymisierten und zusammengefassten Daten.

Das Digital-Telegramm 2018

Digital-Telegramm 2018

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(swe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stealth71 am 05.09.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wäre ja für jeden

    einfach zu überprüfen. Einfach eine Aufforderung zur Auskunft nach der DSGVO an Mastercard schicken. Sollte diese nicht innerhalb eines Monats beantwortet werden oder sich später herausstellen, dass diese unzureichend oder gar falsch war, droht dem Unternehmen eine 4 Prozent Umsatzstrafe, auf den weltweiten Umsatz.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • stealth71 am 05.09.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wäre ja für jeden

    einfach zu überprüfen. Einfach eine Aufforderung zur Auskunft nach der DSGVO an Mastercard schicken. Sollte diese nicht innerhalb eines Monats beantwortet werden oder sich später herausstellen, dass diese unzureichend oder gar falsch war, droht dem Unternehmen eine 4 Prozent Umsatzstrafe, auf den weltweiten Umsatz.