Hardware Review

12. Juli 2018 14:41; Akt: 12.07.2018 17:06 Print

Nest Cam IQ im Test: So schlau ist die Kamera

von Rene Findenig - Die Cam IQ der Google-Tochter Nest wird immer schlauer. Was sie dazugelernt hat und überhaupt kann, zeigt der "Heute"-Hardware-Check.

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Die Nest Cam IQ ist für den Inneneinsatz konzipiert, verfügt über einen 4K-Sensor mit HDR, unterstützt 1080p HD Videos und soll Bewegungen punktgenau zuordnen können. Die abgelieferten Bilder fallen tatsächlich sehr scharf aus und auch im Halbdunkeln und Dunkeln sind Personen gut zu erkennen. Wird eine Bewegung erfasst, zoomt die Kamera bei Bedarf auf die Person und legt eine Benachrichtigung für den Nutzer an. Der Besitzer bekommt dann eine Nachricht über die Nest-App auf sein Smartphone und kann gleich nachsehen, was sich da in seinem Heim bewegt hat. Über Benachrichtigungen kann der Nutzer entscheiden, ob der "Eindringling" unbekannt ist oder ob es sich um eine bekannte Person handelt, die sich gerade im Raum aufhalten darf. Praktisch dabei: optional kann man die Kamera so konfigurieren, dass sie nicht filmt, wenn das Smartphone des Besitzers in der Nähe, der Nutzer also "daheim", ist. Neben Video- bietet die Cam auch Audioüberwachung und mehr. Nutzer können nicht nur die Geräusche in der eigenen Wohnung verfolgen, sondern mit der Cam auch mit Personen kommunizieren oder Unbekannte regelrecht anschreien. Der Lautsprecher zeigt sich sehr klar in der Wiedergabe und unterstützt Rausch- und Echounterdrückung. Neu ist die Unterstützung des Google Assistant, wodurch die Cam im Einsatz vor Ort zu einem smarten Lautsprecher wird. Dennoch ein Hinweis zur Nutzung: Datenschutzexperten raten dazu, Gäste darüber zu informieren, dass sie gefilmt werden, und sie müssen sich einverstanden erklären. Familienmitglieder sowieso. Wer auf Nummer sichergehen will, deaktiviert die Cam bei Besuch. Und wenn das WLAN oder der Strom ausfällt? Dann liefert die Kamera trotzdem einen schnellen Alarmschnappschuss davon, was kurz vor dem Ausfall passiert ist. Im Test war der Redakteur in der Aufzeichnung gut zu sehen, als er der Kamera den Stecker aus der Dose zog. Ist die Kamera richtig positioniert, etwa auf den kompletten Eingangsbereich, dann sollte sich niemand versteckt anschleichen können, um die Kamera lahmzulegen. Die Einrichtung hat Nest noch einen Tick simpler gemacht. Die Kamera wird einfach mittels mitgelieferten Stromstecker und USB-C-Kabel (praktisch, weil drei Meter lang) mit einer Steckdose verbunden. Über die App wählt man das Produkt, hier die Cam IQ aus und scannt den QR-Code auf der Unterseite der Kamera. Nun muss nur noch der WLAn-Zugang eingegeben werden, schon ist die Kamera betriebsbereit. Zum einen muss der Nutzer immer das Smartphone dabei und im Blickfeld haben, um zu wissen, was gerade daheim passiert. Zum anderen fällt der Preis mit 349 Euro nicht gerade gering aus. Für den Preis bekommt man allerdings gerade am österreichischen Markt eine schlaue Sicherheitskamera, mit der sich bisher weder im Design, noch in der Leistung ein Konkurrent messen kann.

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Eine Smarthome-Kamera ist wohl einer der einfachsten und praktischsten Wege, die eigenen vier Wände oder Büroräumlichkeiten zu überwachen. Nest bietet neben einer neuen smarten Türklingel sowie einem Rauch- und Kohlenmonoxidmelder und Thermostaten auch solche Kameras für den Innen- und Außenbereich an.

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Die Nest Cam IQ ist für den Inneneinsatz konzipiert, verfügt über einen 4K-Sensor mit HDR, unterstützt 1080p HD-Videos und soll Bewegungen punktgenau zuordnen können. Die abgelieferten Bilder fallen tatsächlich sehr scharf aus und auch im Dunkeln sind Personen gut zu erkennen. Wird eine Bewegung erfasst, zoomt die Kamera bei Bedarf auf die Person und legt eine Benachrichtigung für den Nutzer an.

Der Besitzer bekommt dann eine Nachricht über die Nest-App auf sein Smartphone und kann gleich nachsehen, was sich da in seinem Heim bewegt hat. Das gestaltet sich treffsicher: bei Personen löste die Kamera stets aus, der Familienhund wurde dagegen nur "überwacht", wenn die Option "Alle anderen Bewegungen" in der App aktiviert wurde.

Gesichtserkennung und Lernfähigkeit

Hier kann man zudem festlegen, auf was die Cam IQ noch reagieren soll. Möglich ist etwa, dass die Kamera den Besitzer benachrichtigt, wenn sie Geräusche wahrnimmt – als Beispiele werden hier eine sprechende Person oder ein bellender Hund angeführt- Verfügt der Nutzer zudem über ein optionales "Nest Aware"-Abo, kann man die Benachrichtigungen personalisieren. So weiß man automatisch, ob der Partner, der beste Freund oder ein Fremder die Wohnung betreten hat.

Über Benachrichtigungen kann der Nutzer entscheiden, ob der "Eindringling" unbekannt ist oder ob es sich um eine bekannte Person handelt, die sich gerade im Raum aufhalten darf. Durch diese Entscheidungen kann die Kamera immer besser erkennen, bei welchen Personen keine Gefahr zu befürchten ist und bei welchen Alarm geschlagen wird. In der App lassen sich zudem wichtige Momentaufnahmen der letzten 3 Stunden schnell und übersichtlich ansehen. Bei "Nest Aware" gibt es außerdem nicht nur Clips, sondern eine durchgehende Videoaufnahme zum Durchsehen.

Tolle Bilder und Datenschutz

Tagsüber wird es in keiner Situation ein Problem sein, klar und deutlich auf den Bilder und Videos eine Person zu erkennen. Doch auch in der Nacht gelingen der Nest Cam IQ saubere, scharfe Aufnahmen. Möglich macht dies eine Infrarotausleuchtung der Umgebung in Verbindung mit der HDR-Aufnahme. Nest sorgt dafür, dass keine Infos nach außen dringen: Videos werden im Gerät verschlüsselt, bevor sie übertragen werden.


Solche Clips liefert die Nest Cam IQ ab. (Video: heute.at)

Dennoch ein Hinweis zur Nutzung: Datenschutzexperten raten dazu, Gäste darüber zu informieren, dass sie gefilmt werden, und sie müssen sich einverstanden erklären. Familienmitglieder sowieso. Wer sicher gehen will, deaktiviert die Cam bei Besuch. Praktisch dabei: optional kann man die Kamera so konfigurieren, dass sie nicht filmt, wenn das Smartphone des Besitzers in der Nähe, der Nutzer also "daheim", ist.

Schöne Hardware und schlaue Funktionen

Neben Video- bietet die Cam auch Audioüberwachung und mehr. Nutzer können nicht nur die Geräusche in der eigenen Wohnung verfolgen, sondern durch die Cam auch mit Personen kommunizieren oder Unbekannte regelrecht anschreien. Der Lautsprecher zeigt sich sehr klar in der Wiedergabe und unterstützt Rausch- und Echounterdrückung. Neu ist die Unterstützung des Google Assistant, wodurch die Cam im Einsatz vor Ort zu einem smarten Lautsprecher wird.

Mit dem Befehl "Ok, Google" kann wie bei einem smarten Speaker Musik abgespielt, das Smart Home gesteuert oder nach dem Wetter gefragt werden. Sofern es bei einer Kamera wichtig ist: die Nest Cam IQ kann sich sehen lassen. Nest-gemäß wurde auf ein dezentes und doch modernes Design Wert gelegt. Der Standfuß ist stabil und trotzdem bei der Blickwinkel-Einstellung flexibel. Das Gerät sieht insgesamt mehr wie eine schöne Lampe als eine Kamera aus, der bei Aufzeichnung blau leuchtende LED-Ring unterstützt den modernen Eindruck.

Simple Einrichtung und praktische Lösung

Die Einrichtung hat Nest noch einen Tick simpler gemacht. Die Kamera wird einfach mittels mitgelieferten Stromstecker und USB-C-Kabel (praktisch, weil drei Meter lang) mit einer Steckdose verbunden. Über die App wählt man das Produkt, hier die Cam IQ aus und scannt den QR-Code auf der Unterseite der Kamera. Nun muss nur noch der WLAN-Zugang eingegeben werden, schon ist die Kamera betriebsbereit.

Und wenn das WLAN oder der Strom ausfällt? Dann liefert die Kamera über den Nest-Web-Dienst trotzdem eine Art "Alarmschnappschuss" – eine Benachrichtigung und eine Aufzeichnung an die App – hier kann man nachvollziehen, was die Kamera in den Augenblicken vor dem Ausfall gefilmt hat. Im Test waren wir in der Aufzeichnung gut zu sehen, als wir der Kamera den Stecker aus der Dose zogen. Ist die Kamera richtig positioniert, etwa auf den kompletten Eingangsbereich, dann sollte sich niemand versteckt anschleichen können, um die Kamera lahmzulegen.

Fazit

Automatische Anbindung zu einem Notruf hat die Nest Cam IQ nicht. Dennoch ist sie ein extrem leistungsfähiges Sicherheitsgerät. Ohne Nachteile? Fast. Zum einen muss der Nutzer immer das Smartphone dabei und im Blickfeld haben, um zu wissen, was gerade daheim passiert. Zum anderen fällt der Preis mit 349 Euro nicht gerade niedrig aus. Kommen noch optional "Nest Aware"-Abokosten ab 5 Euro monatlich oder 50 Euro jährlich hinzu, wenn man alle Funktionen nutzen will.

Für den Preis bekommt man allerdings gerade auf dem österreichischen Markt eine schlaue Sicherheitskamera, mit der sich bisher weder im Design, noch in der Leistung ein Konkurrent messen kann. Das Einsatzgebiet wird sicher überwacht und die Cam erkennt zuverlässig, was in der Wohnung passiert. Bei bekannten Personen wird der Nutzer benachrichtigt, bei Unbekannten gewarnt. Und durch die scharfen Bilder hat man die Gewissheit, dass im eigenen Heim alles passt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John John am 12.07.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Prof.

    Worüber sendet die Kamera die Alarmvideos dann, wenn das WLAN weg ist? Das fehlt mir im Bericht.

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  • Stoney am 12.07.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ing.

    Wow!! Seit über 4 Jahren nutze ich die Lösung von ubiquiti... So lange gibt's das Prinzip schon. Finde das jetzt nicht sooooo überraschend.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stoney am 12.07.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ing.

    Wow!! Seit über 4 Jahren nutze ich die Lösung von ubiquiti... So lange gibt's das Prinzip schon. Finde das jetzt nicht sooooo überraschend.

  • John John am 12.07.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Prof.

    Worüber sendet die Kamera die Alarmvideos dann, wenn das WLAN weg ist? Das fehlt mir im Bericht.

    • Heute am 12.07.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Offline

      Danke für den Hinweis! Wenn die WLAN-Verbindung unterbrochen ist, sendet der Nest-Web-Dienst eine App-Benachrichtigung und eine Aufzeichnung, was die Kamera als letzte Augenblicke gefilmt hat! Wir ergänzen das im Artikel.

    • Anke R. am 12.07.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      SIM

      Und was nicht schlecht wäre, eine SIM im Gerät. So könnte sie SMS senden. Was natürlich kostet. Aber für die Sicherheit kann man schon mal was springen lassen, oder? Vielleicht kommt es noch

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