Keine Chance für Schmutz

27. November 2016 10:00; Akt: 10.12.2016 03:42 Print

Saugroboter Dyson 360 Eye im Test: Sauberer Luxus

Mit dem Dyson 360 Eye hat das britische Technologieunternehmen einen Staubsaugerroboter der Luxusklasse vorgelegt, der nun auch in Österreich erhältlich ist. Der rund 999 Euro teure Roboter ist preislich sicher nicht auf Anhieb die erste Wahl des Durchschnittskonsumenten. Warum sich die Anschaffung trotzdem auszahlen könnte, zeigen wir in unserem Test.

 (Bild: Rene Findenig)

(Bild: Rene Findenig)

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Der 360 Eye ist der erste Saugroboter von Dyson und wartet gleich mal bei den technischen Daten mit allen Schmankerln gegen den Schmutz auf. Ein 360-Grad-Kamerasystem sorgt für die Navigation in den vier Wänden, ein starker Motor soll auch kleine Höhenunterschiede problemlos meistern und eine starke Saugkraft die Wohnung blitzblank erscheinen lassen.

Schon beim Auspacken gibt es positive Erlebnisse. Beim Dyson 360 Eye muss nicht komplizziert etwas zusammengebaut werden. Der Saugroboter kommt fix fertig verbaut daher und ist nach dem Herausheben aus dem Karton bereits einsatzbereit. In der Packung findet sich noch die Ladestation in der Größe eines A4-Blatts, die einfach im rechten Winkel aufgeklappt und an ein freies Wandstück gestellt wird. Das Kabel der Station an die Steckdose angeschlossen, fertig!

Zum Laden stellt man den Saugroboter einfach auf die Station, schon versorgt sich der Eye selbst. Ein Druck auf den Power-Knopf an der Oberseite, schon saugt der Roboter los. Wie bei allen anderen Saugrobotern ist allerdings darauf zu achten, dass keine Gegenstände in der Wohnung herumstehen, fliegen oder Wunder bei der Fortbewegung wirken kann der Eye dann auch nicht. 

Im Umfang ist der Dyson 360 Eye kleiner als seine Konkurrenten, in der Höhe aber überraschend stark dimensioniert, nämlich rund zwölf Zentimeter. Während er in unserem Test haarscharf unter das Bett passte, wird er in viele Sofas und Betten nicht passen. Futuristisch ist das Design angelegt, im Mittelpunkt steht die Glaskuppel der 360-Grad-Kamera auf der Oberfläche des Saugroboters. Das Design tut zwar funktionsmäßig wenig zur Sache, in diesem Fall kann man aber doch über einen echten Hingucker sprechen.

Apropos Funktion: Das Konzept fast ausnahmslos aller Saugroboter ist, dass sie an Ecken, Wänden oder Einrichtungsgegenständen anstoßen und dann in eine andere Richtung manövrieren. Damit räumt der Dyson 360 Eye komplett auf. Die Rundum-Kamera checkt die Umgebung jederzeit ab und stoppt den Saugroboter haarscharf vor Tischbeinen und Co., um ihn dann darum herum zu lenken. Ganz ohne kleine Zusammenstöße geht es aber auch hier nicht - Kabel und Kanten unter der Kamerahöhe erkennt der Eye nicht und ist ein Zimmer mal schlecht ausgeleuchtet, rutscht auch schon mal ein schmales Regalbein unerkannt durch. Um die Möbel muss aber niemand Angst haben, fast behutsam zeigen sich die kleinen Zusammenstöße.

Wirklich beeindruckend ist die Saugleistung des Dyson 360 Eye, und das ohne Übertreibung. Nicht nur, dass das Abfahren der Wohnung methodisch erfolgt - der Dyson beginnt entweder an der Ladestation oder an dem Punkt, an dem er abgesetzt wurde, und arbeitet sich in rechteckigen überlappenden Bahnen durch die Zimmer. Vielmehr gefällt aber, dass die Ssaugleistung so stark ist, dass er alles schlicken kann - von Staub über Krümel bis hin zu Hundehaaren im Teppich - hier erzielte der Roboter bessere Ergebnisse als ein herkömmlicher Staubsauger, der gleich lange am betroffenen Teppich eingesetzt wurde. 

Apropos Teppich: Der Dyson schafft es sogar auf dickere Teppiche, ohne von deren Kante gestoppt zu werden. Dafür sorgt ein Kettenantrieb, den der 360 Eye statt Rädern besitzt. Schmutz wird über die Putzwalze eingesogen, die sich über die gesamte Unterseite des Saugroboters zieht. Das sorgt dafür, dass der Dyson auch den Schmutz ganz nah an Wänden und Ecken aufnimmt, ohne dort einen schmalen Staubstreifen zu hinterlassen. Einzig: Leise ist der Dyson 360 Eye nicht unbedingt, was wohl der starken Saugleistung geschuldet ist.

Bei der Staubsaugernutzung hat man mehrere Auswahlmöglichkeiten: Setzt man den Dyson Roboter einfach auf den Boden uns startet ihn, putzt er so langem, bis der Akku leer ist. Dann parkt er sich auf die Ladestation und beendet das Putzprogramm. Startet man ihn direkt auf der Ladestation, folgt er ersterem Muster, putzt allerdings weiter, wenn er wieder geladen ist. Der Akku zeigt sich ebenso stark (bis zu zwei Stunden) wie die Saugleistung und etwa 40 Quadratmeter große Wohnungen werden in einem Durchgang sauber. Muss er viel schuften, kann der Akku aber auch schon mal nach 45 Minuten leer sein.

Spannend wird es, wenn man den Eye mit der Dyson-App über WLAN koppelt. Dann lassen sich Putzzeiten und -tage einstellen und der Eye liefert ein Arbeitsfeedback ab, indem er einen Wohnungsgrundriss in Form der geputzten Fläche einblendet. Saug-Starts und -Enden können auch einfach manuell per Tipp in der App aktiviert werden. Auch das leeren des Schmutzbehälters geht problemlos, er wird mit einem Druck an der Oberseite aus dem Roboter gehoben und ausgeleert, ausgeschwemmt, getrocknet und eingesetzt. Auch die Bürstenwalze kann einfach aus dem Roboter genommen und von Haaren oder Schmutz befreit werden.

Fazit: Teuer, aber er wirkt. Der Dyson 360 Eye ist tatsächlich um Klassen besser als alle uns bekannten Saugroboter. Allerdings bleibt da der hohe Preis von rund 999 Euro übrig - und trotzdem ist der Eye für uns das attraktivste Modell. Während die Kosten viele Nutzer abschrecken könnten, ist der Dyson 360 Eye aber, um bei den Briten zu bleiben, der Aston Martin der Staubsaugroboter. Bei anderen Modellen sollte man zumindest noch einen Handstaubsauger für übersehenen Schmutz daheim haben, bei diesem Gerät kann man sich aber ruhig von allen anderen Saugern trennen.

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