LG

22. August 2018 19:35; Akt: 22.08.2018 19:35 Print

Super-Boost macht das G7 zum Sommer-Handy

Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es schwierig sein, auf einem Handy-Display etwas zu erkennen. LG hat mit dem G7 Thinq eine Lösung parat.

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Eine Besonderheit bietet das helle 6,1 Zoll große FullVision Display (1.440 x 3.120 Pixel): beim Start kann der Nutzer wählen, ob er eine Standard-Ansicht haben will oder lieber den vom iPhone X bekannten "Notch" am oberen Bildschirmrand. Auffallend ist auch, dass LG ungewöhnlich schlicht beim Design des LG G7 ThinQ ist. Das Gehäuse besteht vorne und hinten aus Glas, seitlich umfasst es ein Metallrahmen. Auf der Rückseite mittig und etwas erhöht angeordnet ist der Fingerabdruckscanner, darüber die nur ganz leicht aus dem Gehäuse ragende Doppelkamera mit danebenliegendem Blitz. Vorne sind Frontkamera, Lautsprecher und LED im "Notch" zu finden - oder im Displaybalken, wenn dieser aktiviert ist. An der linken Geräteseite findet sich ungewöhnlicherweise neben den Lautstärketasten ein dritter Button, er aktiviert den Google Assistant und die Google Lens. Der Power- und Sperrbutton ist dagegen auf der rechten Gehäuseseite zu finden. Das Highlight des LG G7 ThinQ ist es der Sound. Was sich "DTS-X" nennt, liefert in der Praxis nicht nur einen klaren Klang bei hohen Lautstärken, sondern auch einen ordentlichen Bass, den man bisher selten bei einem Smartphone erlebt hat. Merklich überarbeitet wurde die Kamera-Qualität und wie beim LG V30 kommt auch hier eine Kamera mit Künstlicher Intelligenz zum Einsatz. Bei der Dualkamera knipsen beide Objektive mit 16 Megapixel, eines aber im Winkel von 71 Grad, ... ... eines im Weitwinkel von 107 Grad. Gerade für Landschafts- und Gebäudefotografen ist das ein Segen, denn im Weitwinkel und 18:9-Format bekommt man große Motive auf ein Bild, ohen umständlich den Starndort wechseln zu müssen. Die KI-Funktion holt noch einen Ticken mehr Qualität aus den Bildern raus und erkennt verschiedensten Motive. Kleine Einblendungen am Kamera-Display zeigen, was die KI erkannt hat und verbessert: "Pflanze", "Grün", "Stein", "Aufzug", Parkplatz", "Spinat", "Strauch", die KI scheint Hunderte Motive zu kennen. Zwar bekommt man auch mal "Spinat" eingeblendet, wenn man eine Hecke knipst, und die Einblendungen sind anfangs irritierend, die Verbesserungen sind mit einer Ausnahme aber gut. Nur bei Bildern, auf denen der Himmel eingefangen wird, sollte man bei der KI vorsichtig sein. Diese Aufnahmen bekommen oft einen intensiven Blaustich ... ... und neigen dazu, dass auch alle anderen Farben in den Aufnahmen übersteuern. Dennoch: mit der Kamera ist LG ein Riesensprung gelungen. Fotos werden sehr scharf, die Farben wirken meist lebensecht und mit Zuschalten der KI werden nette Foto- und Unschärfe-Effekte möglich. Die KI kategorisiert die Bilder zudem nach den erkannten Motiven, was sich bei Vielknipsern als praktisch erweist. Bei Technik und Design orientiert sich das LG G7 ThinQ an der Konkurrenz im Highend-Segment, wobei es bei Kamera, Akku, Prozessor und Co. zwar nirgends die Spitzenposition einnimmt, aber auch nie deutlich ins Hintertreffen gerät. Herausragend ist es dagegen am Sound-Sektor. Wer das Smartphone stark zur Musikwiedergabe nützt, der sollte beim LG G7 ThinQ einmal genauer hinhören.

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Nur mal schnell eine WhatsApp-Nachricht im Freibad zu versenden, kann schwierig sein, wenn man in der prallen Sonne liegt. Denn bei starkem Umgebungslicht ist es fast unmöglich, auf dem Bildschirm etwas zu erkennen. Genau bei einem solchen Szenario könnte das G7 Thinq von dem Hersteller LG helfen. Das Handy hat mit dem 6,1-Zoll-LCD-Display ein Ass im Ärmel.

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So kann der Screen mit einem Boost-Modus kurzzeitig bis zu 1.000 Nits hell werden. Die Einheit beziffert die Leuchtdichte eines Monitors. Zum Vergleich: Mit Boost ist das LG-Handy theoretisch heller als das OLED-Panel des iPhone X. In der Praxis wirken die Screens in der Sonne in etwa gleich hell.

Möglich wird das mit der Display-Technologie namens MLCD+. Neben roten, grünen und blauen Pixeln sind dabei auch weiße Pixel verbaut, die für zusätzliche Helligkeit sorgen und laut dem Hersteller dabei nicht mehr Akku saugen. Einziger Haken: Der Helligkeits-Boost kann nur für drei Minuten am Stück aktiviert werden. Das sollte jedoch alleweil reichen, um die WhatsApp-Nachricht zu verschicken. Im Test hat sich der Modus als sehr praktisch erwiesen.

Kein leuchtender Stern

Ist es rundherum dunkel, so lässt sich das Display übrigens auf rund 3 Nits herunterdimmen. Praktisch: So hat man abends im Bett nicht das Gefühl, einen leuchtenden Stern in der Hand zu halten.

Das LG 7 Thinq hat mehr zu bieten als nur ein gutes Display. So hat der Hersteller auch die Kamera aufgerüstet. Die Dualkamera auf der Rückseite bietet zwei Brennweiten. Für Landschaften ist der Weitwinkelmodus praktisch. Für Porträts oder Architektur sollte man vom Weitwinkel-Modus die Finger lassen, da Kanten und Gesichter verzerrt werden.

Zudem bietet das Handy einen Modus, der mithilfe künstlicher Intelligenz das Sujet erkennt und so die Einstellungen anpasst. Wirklich überzeugen konnte die KI-Kamera im Test allerdings nicht. Für die Erkennung von Objekten benötigt das Thinq teils mehrere Sekunden. Hier macht es die Konkurrenz, namentlich Huawei mit dem P20 Pro, wesentlich besser. Bei deren KI-Cam wird das Sujet in Sekundenbruchteilen erkannt.

Das Thinq gehört zu den Geräten, die einen Sensorbalken vorne auf dem Display haben. Dieser lässt sich aber ausblenden, indem die Bereiche auf der Seite schwarz gefärbt werden. Der Modus, LG nennt es Second Screen, funktioniert allerdings nur innerhalb von LG-Apps zuverlässig. Apps, welche die Farbe der Statusbar ändern – etwa Googles Play Store zu Grün – durchbrechen diese Illusion.

Solide Arbeit, LG

Mit dem LG G7 Thinq hat der Hersteller ein Gerät lanciert, das wohl unter dem Radar vieler Kunden fliegt. Zu Unrecht, wie wir finden. Das Gerät ist solide und bietet einige spannende Ansätze. Gerade auch für Audiophile dürfte es spannend sein: Das Handy hat nach wie vor einen Kopfhöreranschluss. Zudem bringen die Lautsprecher einen überraschend satten Klang für die Größe.

Die Kamera und auch die KI-Erkennung kann nicht mit anderen Herstellern mithalten. Für den Preis von derzeit um die 550 Euro für das Modell mit 64 GB Speicherplatz darf man hier aber nicht zu fest motzen. Allerdings sind mittlerweile auch das S9 von Samsung und das P20 Pro etwas billiger als beim Start, was es LG mit dem Thinq nicht einfacher macht.

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(tob)