Empörung im Netz

02. Januar 2018 19:12; Akt: 03.01.2018 09:37 Print

YouTube-Star zeigt Leiche eines Selbstmörders

Logan Paul begeistert mit seinen (teils makaberen) Clips Millionen von Fans. Jetzt ging der YouTube-Star zu weit. Er zeigte den Leichnam eines Suizid-Opfers.

Youtube-Comedian Logan Paul findet im Suicide Forest eine Leiche. (Quelle: Youtube/Logan Paul Vlogs)
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Seinem YouTube-Channel "Logan Paul Vlogs" folgen mehr als 15 Millionen User weltweit, sein erfolgreichstes Video hat mehr als 150 Millionen Klicks – der 22-jährige US-Amerikaner ist eigentlich für seine spaßigen Beiträge bekannt, jetzt allerdings erlaubte er sich einen äußerst geschmacklosen Fehltritt.

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Der YouTuber veröffentlichte zu Silvester einen knapp 15-minütigen Clip, der ihn bei Dreharbeiten im Aokigahara-Wald des Mount Fuji in Japan zeigt.

Während des Drehs entdeckten der 22-Jährige und sein Team den Leichnam eines Mannes, der sich offenbar selbst das Leben genommen hatte. Statt die Aufnahmen abzubrechen oder die Szenen zumindest nachträglich herauszuschneiden, hielt Logan Paul mit seiner Kamera drauf und brachte die Bilder des Suizid-Opfers, das an einem Baum hing, in seinem Vlog. Nur das Gesicht machte er unkenntlich.

"Du ekelst mich an!"

Das schockierende Video löste eine Protestwelle aus. Von allen Seiten hagelte es Kritik, wie Paul nur so geschmacklos sein könne und aus dem Selbstmord anderer Menschen noch Profit schlagen wolle. Unter den entsetzten Usern im Netz findet sich auch "Breaking Bad"-Star Aaron Paul, der sich auf Twitter entsetzt zeigt: "Wie kannst du nur! Du ekelst mich an. Ich kann nicht glauben, dass dich so viele junge Leute bewundern. Hoffentlich sind sie dank deines letzten Videos nun aufgewacht", schimpft der US-Mime und legt noch nach: "Schmor' in der Hölle!"


Nach der enormen Kritik wurde das Video wieder offline genommen und der YouTube-Star entschuldigte sich. Er sei nicht auf Klicks aus gewesen, im Gegenteil. Er wollte mit seinem Clip das Bewusstsein für Suizid und Selbstmord-Prävention schärfen.


Auch in einem Video richtet der 22-Jährige eine Entschuldigung an seine Fans, vor allem aber an das Opfer und dessen Hinterbliebenen.

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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter K. am 02.01.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die wichtigen Probleme

    sowas kann man doch nicht zeigen. Wir leben in einer modern Gesellschaft in welcher wir bei Problemen die Augen zumachen. Soetwas wie organisierte Gewalt, Vergewaltigungen Menschenhandel oder Morde sehen wir nicht, also gibt es sie auch nicht. Wir mussen mehr auf Homophobie und Rassismus aufmerksam machen.

  • silver. am 03.01.2018 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das nochmal mit Aylan Kurdi?

    Es kursieren Fotos, die bezeugen, dass der ertrunkene Kinderleichnam mit dem roten Hemd und der blauen Hose von diversen Journalisten sogar "zurechtgerückt" wurde, von einer Stelle des Strandes zu einer besser sichtbaren rübertransportiert, bevor er fotografiert und für politische Zwecke aufs ärgste missbraucht wurde. Nachher gabs vermutlich auch einen Pulitzer-Preis. Aber wenn ein 22 jähriger Youtuber derartige "Vor-Ort Berichterstattung" betreiben will, da sorgen die Eliten für vollständigen Rufmord binnen 24 Stunden. So tickt sie, die Welt.

  • Nicole Friederichsen am 03.01.2018 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Umgang mit dem Terminus Suizid

    Da Sie in der Überschrift den Begriff "Selbstmord" verwenden, habe ich hier eine Stellungnahme des Bundesverbandes Trauerbegleitung e. V. zu der Thematik angehängt. Als Vorstandsmitglied würde ich mich sehr freuen, wenn Sie auch aus Respekt vor den Angehörigen einen differenzierten Umgang mit den Begrifflichkeiten anstreben könnten. Danke!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicole Friederichsen am 03.01.2018 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Umgang mit dem Terminus Suizid

    Da Sie in der Überschrift den Begriff "Selbstmord" verwenden, habe ich hier eine Stellungnahme des Bundesverbandes Trauerbegleitung e. V. zu der Thematik angehängt. Als Vorstandsmitglied würde ich mich sehr freuen, wenn Sie auch aus Respekt vor den Angehörigen einen differenzierten Umgang mit den Begrifflichkeiten anstreben könnten. Danke!

  • Mitzi am 03.01.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Unzählige von Fernsehteams waren schon dort. Teilweise war den Berichterstattern richtig anzumerken wie schade sie es finden dass sie keine Leichen gefunden haben. Bei einem youtuber, Der nicht für irgendeinen öffentlichen Sender arbeitet ist das natürlich ein Skandal... Versteh den Unterschied nicht, aber ok...

  • silver. am 03.01.2018 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das nochmal mit Aylan Kurdi?

    Es kursieren Fotos, die bezeugen, dass der ertrunkene Kinderleichnam mit dem roten Hemd und der blauen Hose von diversen Journalisten sogar "zurechtgerückt" wurde, von einer Stelle des Strandes zu einer besser sichtbaren rübertransportiert, bevor er fotografiert und für politische Zwecke aufs ärgste missbraucht wurde. Nachher gabs vermutlich auch einen Pulitzer-Preis. Aber wenn ein 22 jähriger Youtuber derartige "Vor-Ort Berichterstattung" betreiben will, da sorgen die Eliten für vollständigen Rufmord binnen 24 Stunden. So tickt sie, die Welt.

  • Peter K. am 02.01.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die wichtigen Probleme

    sowas kann man doch nicht zeigen. Wir leben in einer modern Gesellschaft in welcher wir bei Problemen die Augen zumachen. Soetwas wie organisierte Gewalt, Vergewaltigungen Menschenhandel oder Morde sehen wir nicht, also gibt es sie auch nicht. Wir mussen mehr auf Homophobie und Rassismus aufmerksam machen.