Hypo-Haftungsboykott

Martin Ehrenhauser bleibt vorm Kanzleramt

Martin Ehrenhauser

Wie lange wird Martin Ehrenhauser hier bleiben? (© Helmut Graf)

Der Europa-Abgeordnete Martin Ehrenhauser hat die Nacht in einem Schlafsack vor dem Bundeskanzleramt überraschend gut verbracht. Hintergrund der Protestaktion: Ehrenhauser sieht nicht ein, wieso der Steuerzahler für den Milliardenverlust der Hypo aufkommen muss, und plädiert für einen Haftungsboykott.

"Ich bin der Meinung, es schadet keinem Politiker, wenn er ein bisschen Straßenluft schnuppert", so Ehrenhauser Montagfrüh. Auch wenn es ein bisschen frisch war. Wie lange er seinen Protest vor dem Kanzleramt fortsetzen will, hat er noch nicht gesagt. Jedenfalls fordert er eine Volksabstimmung über einen "Hypo-Haftungsboykott".
 
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Ehrenhauser sieht Riesenverbrechen
Auf einem Transparent können Passanten ihren Wunsch hinterlassen, "was sie mit 18 Milliarden anders machen würden." Eigentlich wollte Ehrenhauser - mit Verweis auf die europaweiten Bankenhilfen und die damit verbundenen Sparpakete - vorbeikommenden Regierungsmitgliedern sagen, dass "das ein Riesenverbrechen ist, was die machen". Bisher sei er aber keinem begegnet. Da der Ministerrat diese Woche entfällt, stehen auch am Dienstag die Chancen schlecht. Schließlich sind Osterferien. "Dann muss ich eben länger bleiben", so Ehrenhauser.

"Wir streiken"
An der Sitzung des Europaparlaments diese Woche in Straßburg wird der EU-Mandatar wegen seines Protests nicht teilnehmen. Er habe eine "nahezu hundertprozentige Anwesenheit", so Ehrenhauser. "Ich glaube, es ist durchaus legitim zu sagen, wir streiken."

Volksabstimmung zur Hypo
Ziel seines Protests ist eine Volksabstimmung über einen "Hypo-Haftungsboykott", also "ein sofortiges Ende von Zahlungen an die Hypo-Gläubiger, die Annullierung der Landeshaftungen sowie ein Verbot von Gemeinde-, Landes- und Bundeshaftungen für Banken im Allgemeinen".

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