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07.08.2012

Auf "Alien"-Spuren

Prometheus entführt in Geheimnisse der Galaxis

Das nennt man wohl Scheitern auf hohem Niveau. Viel war in den vergangenen Monaten die Rede von Ridley Scotts Wiederannäherung an den berühmten "Alien"-Stoff.

Die großartigen Hauptdarsteller Michael Fassbender und Noomi Rapace, die mit dieser Hauptrolle endgültig in Hollywood Fuß gefasst hat; die besseren technischen Möglichkeiten für Spezialeffekte als noch Ende 1970er/Anfang 80er Jahre, als Scott mit "Alien" und "Blade Runner" Genre-Maßstäbe setzte; und ein beeindruckender Internet-Hype um die Suche nach den außerirdischen Ursprüngen der Menschheit.

Doch der sowohl physisch als auch philosophisch angelegte "Prometheus" funktioniert leider nur bedingt - und ist trotzdem hervorragende Science-Fiction-Unterhaltung. Der scheinbare Widerspruch ist eigentlich keiner: Scott taucht tief ein in die menschliche Psyche und die dunklen Geheimnisse der Galaxis, lässt aber die erzählte Geschichte recht vorhersehbar und mit prätentiösem Überbau über die Leinwand ziehen.

Eindrucksvolle visuelle Entwürfe
Das ändert nichts daran, dass die visuellen Entwürfe - einmal mehr basierend auf H. R. Giger - eindrucksvoll sind, die Ausstattung mit viel Liebe zum düsteren Detail gefertigt wurde und die anfänglichen ruhigen Fahrten des Raumschiffs "Prometheus" durch das All an große Vorbilder wie Kubricks Weltraumodyssee erinnern. Fassbender ist dabei offenbar ganz allein auf dem Schiff und sieht sich nicht zuletzt alte Filme an - ein Android, der das Kino schätzt und (daher) an seine Unabhängigkeit glaubt.

Nach fast zweijährigem Kältetiefschlaf weckt er die Crew auf, als mit einem fernen Planeten das Ziel der Reise erreicht wird. Dieses Ziel hat ein Archäologenteam, darunter die aus den schwedischen Stieg-Larsson-Verfilmungen bekannte Rapace, vorgegeben, das im Jahr 2089 in Höhlenmalereien eine galaktische Karte entzifferte, die zum Schöpfer der Menschen führen soll.

Ein milliardenschwerer Konzern, vertreten auf der Brücke durch Charlize Theron, finanziert die unheilschwangere Unternehmung, die im Kontrast zwischen den düsteren Höhlen auf dem fremden Mond und den sterilen Räumen an Bord des Raumschiffs angesiedelt ist. Dass die Entdeckungen in den Höhlen nicht besonders friedvoll sind, lässt das Horror-Genre bereits vermuten.

Zahlreiche Anlehungen an "Alien"-Erstling
"Prometheus - Dunkle Zeichen" kommt 33 Jahre nach dem ersten "Alien"-Teil ins Kino, der einst drei unterschiedlich gelungene Fortsetzungen und später noch zwei Crossover-Projekte ("Alien vs Predator" in zwei Teilen) zeitigte, und erinnert in zahlreichen Motiven an den ursprünglichen Stoff. Die Geschichte selbst, die kein direktes Prequel zu "Alien" darstellt, orientiert sich dagegen an H.P. Lovecrafts Erzählung "At the Mountains of Madness" aus dem Jahr 1931.

Anstelle von Sigourney Weavers legendärer "Alien"-Protagonistin Ripley ist diesmal Noomi Rapace als zentrale weibliche Heldin im Einsatz - und auch wenn die Fußstapfen groß sind, die sie zu füllen hat, so meistert sie die Aufgabe doch ausgezeichnet. Weibliche Helden sind im Blockbusterkino schließlich immer noch selten.

Erster Teil ruhug, zweiter Teil Gemetzel  
Scott konzentriert sich in seiner Inszenierung indes einmal mehr auf schroffe Landschaften und eine ausführliche Exposition im ersten Teil, während die zweite Hälfte des Films dann langsam mit dem Gemetzel durch die außerirdischen Wesen aufwartet. Warum hätte er das erfolgreiche Konzept auch ändern sollen, wenn sich der Altmeister doch im Alter von 74 Jahren den Traum einer Rückkehr in das "Alien"-Universum erfüllt hat?

Dass der Film zudem in 3D ist, freut oder stört nicht sonderlich, ebenso wie die mythologischen, religiösen oder symbolischen Hinweise den Film weder besser noch schlechter machen. Interessanter ist da schon, dass die Einnahmen bisher weit hinter den Erwartungen zurückblieben - eine Fortsetzung (und damit das "richtige" Prequel) soll dennoch folgen.

Prometheus - ab 09. August in den österreichischen Kinos

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