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03.09.2012

Masturbation mit Kreuz

Ulrich Seidl wegen Blasphemie angezeigt

Ulrich Seidl

Ulrich Seidl präsentierte seinen neuen Film in Venedig (© CLAUDIO ONORATI (ANSA))

Ulrich Seidl bekommt wegen des zweiten Teils seiner aktuellen Trilogie, "Paradies: Glaube". Probleme mit der Justiz in Italien.

Eine ultrakonservative katholische Organisation "NO 194" hat den Regisseur, die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Filmproduzenten, sowie die Leiter des Filmfestivals von Venedig, bei dem "Paradies: Glaube" Premiere hatte, angezeigt. Der Vorwurf lautet auf Blasphemie, berichtete die katholische Webseite Pontifex.

Die Anzeige wurde vom Rechtsanwalt Pietro Guerini, Präsident der katholischen Organisation, bei der Venediger Staatsanwaltschaft eingereicht. Ins Visier Guerinis ist vor allem Hofstätters Masturbationsszene mit einem Kruzifix geraten.

Er hofft auf eine beispielhafte Strafe für den Filmemacher. "Meiner Ansicht nach würde er sogar eine Haftstrafe verdienen, weil er mit seinen blasphemischen Szenen nicht nur die katholische Religion, sondern auch diejenige beleidigt, die Katholiken sind. Laut italienischem Recht wird es jedoch lediglich zu einer Geldstrafe kommen. Uns geht es aber nicht so sehr um die Strafe, sondern um die Verurteilung", so der Anwalt.

Mehr Publicity
"Im Gegensatz zu den Moslems reagieren wir Katholiken nie, wenn unsere Religion beleidigt wird, doch diesmal ist die Grenze der Toleranz überschritten worden. Italien und Österreich sind Länder mit katholischer Tradition, die verteidigt werden muss", sagte der aus der lombardischen Stadt Bergamo stammende Rechtsanwalt. "Es ist mir bewusst, dass mit der Anzeige das Interesse um Seidls Film noch mehr steigen wird. Ich hoffe jedoch, dass meine Initiative andere abhalten wird, die katholische Religion zu beleidigen", so der Guerini.

"NO 194" ist eine Organisation, die sich unter anderem um die Abschaffung des Gesetzes einsetzt, mit dem in den Siebziger Jahren in Italien die Schwangerschaftsunterbrechung legalisiert wurde. Katholische Medien haben Seidls Film scharf kritisiert.



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