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08.09.2012

Filmfestspiele Venedig

Austro-Schockregisseur Seidl ausgezeichnet

Ulrich Seidl

Auszeichnung für Ulrich Seidl (© APA)

Ulrich Seidl ist bei den 69. Filmfestspielen von Venedig für seinen Film "Paradies: Glaube" mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet worden.

Der österreichische Regisseur hatte mit seinem umstrittenen Film bereits am ersten Wochenende für Aufregung am Lido gesorgt und unter anderem eine Anzeige wegen Blasphemie erhalten (Heute.at berichtete). Der Goldene Löwe ging nach Südkorea: Kim Ki-duks Drama "Pieta" hat die Jury um US-Regisseur Michael Mann am meisten überzeugt, wie die Preisverleihung am Samstagabend ergab.

Auch der US-Amerikaner Paul Thomas Anderson hatte Grund zur Freude: Für sein Sektendrama "The Master" erhielt er den Silbernen Löwen für die beste Regie, seine Hauptdarsteller Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman wurden als beste Schauspieler prämiert. Zur besten Hauptdarstellerin wurde Hadas Yaron für "Fill the Void" gekürt, für das beste Drehbuch der Konkurrenz wurde der Franzose Olivier Assayas für "Apres Mai" geehrt.

Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:
  • Goldener Löwe für den besten Film: "Pieta" von Kim Ki-duk
  • Spezialpreis der Jury: "Paradies: Glaube" von Ulrich Seidl
  • Silberner Löwe für die beste Regie: Paul Thomas Anderson für "The Master
  • Preis für die besten Schauspieler: Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix für "The Master"
  • Preis für die beste Schauspielerin: Hadas Yaron für "Fill the Void"
  • Bestes Drehbuch: Olivier Assayas für "Après Mai"
Große Freude herrschte bei Ulrich Seidl über den Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig. "Man kann sich nur gut fühlen, wenn man diesen Preis gewinnt", sagte Seidl unmittelbar nach der Preisverleihung, "noch dazu mit einem nicht ganz leichten Film, wie ich meine." Dass "Paradies: Glaube", der zweite Teil einer Trilogie, nicht nur eine Minderheit anspricht, hat selbst den österreichischen Regisseur ein wenig überrascht: "Da bin ich sehr stolz und freue mich sehr."

Seidls Film über eine missionarische Katholikin, die ein sowohl masochistisches als auch erotisches Verhältnis zu Jesus pflegt, war in Venedig positiv aufgenommen, aber von Ultrakatholiken auch verteufelt und mit einer Anzeige bedacht worden. "Ich bin der Meinung, dass da nichts dabei herauskommen wird", sagte Seidl. "Aber natürlich ist es schön, dass die Qualität des Films nun vom Festival und von der Jury bestätigt worden ist." Auf den Filmemacher wartete am Abend in Venedig noch das Dinner für die Gewinner, wie er erzählte. "Es wird mit Sicherheit eine lange und rauschende Nacht werden."

Lesen Sie weiter: Seidl und der Film im Detail

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