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03.10.2012
Österreich und James Bond
Helmut Zilk wollte für 007 "Wiens U-Bahn sprengen"
James Bond und Österreich haben ein inniges Verhältnis (© Verleih)
Mehrere Drehorte und Schauspieler kamen aus dem Alpenland, am berühmtesten wurde Klaus Maria Brandauers Auftritt als Bösewicht Maximilian Largo im einzigen Warner Bros.-Bond "Sag niemals nie" (1983). Als Wien vier Jahre später als Schauplatz für "Der Hauch des Todes" in Betracht gezogen wurde, gab der damalige Bürgermeister Helmut Zilk seine uneingeschränkte Unterstützung bekannt: Für Bond könne man auch "gerne die U-Bahn in die Luft sprengen". In Bregenz waren ähnliche Manöver für "Ein Quantum Trost" gar nicht nötig.
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Ian Fleming hatte im Verlauf seines Lebens durchaus Ähnlichkeiten mit seiner Figur. Der ehemalige Schüler des Eton-College, das laut fiktiver Biografie auch Bond besucht hat, musste sowohl die Elite-Schule als auch die Militärakademie Sandhurst nach "Vorfällen mit Mädchen" verlassen. Von seiner Mutter gedrängt, verließ Fleming England und bezog in Kitzbühel seine neue Wohnung.
Österreicherin als Flemings Geliebte
Als Fleming 1964 starb, hinterließ er Immobilien und Gegenstände im Wert von rund 300.000 Pfund (450.000 Euro). Außerdem verfügte er, dass drei seiner Freunde jeweils 500 Pfund erhalten sollten, damit sie "sich etwas Extravagantes leisten können". Unter den Begünstigten fand sich eine Österreicherin: Lisl Popper kannte Fleming seit seinem 18. Lebensjahr und war für einige Zeit auch seine Geliebte.
Der erste Österreicher, der mit James Bond in Berührung kam, war der jüdische Schauspieler Laszlo Löwenstein alias Peter Lorre. Der 1933 emigrierte Charakterdarsteller spielte in der amerikanischen TV-Verfilmung von "Casino Royale" (1954) den Bösewicht Le Chiffre - noch acht Jahre vor dem ersten "offiziellen" 007-Film "James Bond jagt Dr. No". Bereits im zweiten Abenteuer, "Liebesgrüße aus Moskau", kam Karoline Wilhelmine Charlotte Blamauer alias Lotte Lenya zu ihrem großen Auftritt. Als Bonds KGB-Gegenspielerin Rosa Klebb erlangte die geborene Wienerin 1963 großen Ruhm, nachdem sie gemeinsam mit ihrem Mann Kurt Weill vor dem Nationalsozialismus in die USA geflohen war.
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Vier Jahre später wäre beinahe Helmut Qualtinger bei Bond zum Zug gekommen. Der Parade-Mime hätte in "Man lebt nur zweimal" die Rolle des Bösewichts Ernst Stavro Blofeld übernehmen sollen, wurde aber im letzten Moment wegen seiner mangelnden Körpergröße abgelehnt. Stattdessen übernahm Donald Pleasence die Rolle als Gegenüber von Sean Connery. Im folgenden Bond-Film hatte ein Österreicher einen wichtigen, wenn auch nicht sichtbaren Part: Sportstar Toni Sailer sprang als Double von 007-Darsteller George Lazenby bei den in der Schweiz gedrehten Ski-Szenen in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (1969) ein.
Dem Remake von "Feuerball" (1965) verdankte schließlich Klaus Maria Brandauer 1983 einen ordentlichen Karriere-Schub. Für "Sag niemals nie" - dem einzigen ernsthaften Bond-Film, der nicht von EON-Productions fabriziert wurde - wurde er von Sean Connery persönlich verpflichtet, der nach "Diamantenfieber" noch einmal in die Rolle des Geheimagenten schlüpfte und mit dem er sich im Verlauf der Dreharbeiten anfreundete. Den Part als Oberverbrecher Maximilian Largo suchte sich Brandauer nach eigenen Angaben deshalb aus, weil er hoffte, "dass im Schatten des großen Sean Connery ein bisschen auf mich abfärbt".
Österreichische Schauspieler an Bonds Seite
Dass etwas von Bonds Coolness oder Ruhm abfärbt, hofften danach noch drei weitere Österreicher. Für "Der Hauch des Todes" wurde das 20-jährige Fotomodell "Kim" Andrea Stockinger für drei Drehtage verpflichtet und kassierte 1987 dafür immerhin 50.000 Schilling. Die Szene, in der die ehemalige Miss Austria dem Bond-Girl Maryam d'Abo (Kara Milovy) im Palais Schwarzenberg ein Cartier-Kleid verkauft, wurde jedoch im Final Cut nicht berücksichtigt. Der Schauspieler Christian Schmidt ("Müllers Büro") agierte in dem Film zudem als Stand-In für Bond-Darsteller Timothy Dalton. Und in "Casino Royale" saß der niederösterreichische Croupier Andreas Daniel am Pokertisch neben Daniel Craig als 007.
Neben den Darstellern bekamen in zwei Filmen auch österreichische Schauplätze eine Hauptrolle. Während die Anfangssequenzen von "Der Spion, der mich liebte" (1977) zwar in einem fiktiven Alpendorf in Österreich spielen, jedoch nicht dort gedreht wurden, sind die Produzenten bei "Der Hauch des Todes" der Einladung von Wiens Bürgermeister Zilk gefolgt. Timothy Dalton wurde im Wiener Rathaus als neuer Bond-Darsteller präsentiert, gedreht wurde u.a. im 18. Bezirk, im Prater, bei Schloss Schönbrunn, den Sofiensälen und den Gasometern. Wien diente außerdem als zusätzliche Kulisse für Bratislava. Die Cello-Rutschpartie im Schnee über die tschechisch-österreichische Grenze wurde auf der Naggler-Alm in Kärnten inszeniert, Special Effects mit dem Aston Martin am Weißensee und in einem Tunnel bei Sachsenburg nahe Spital.
Sieben Minuten von der Seebühne
Für größere Aufregung und ein richtiges Bond-Fieber in Vorarlberg sorgten im Mai 2008 dann die Dreharbeiten in Feldkirch und Bregenz für den 22. Bond-Film "Quantum of Solace". Mehr als sieben Minuten von der Seebühne und dem Bregenzer Festspielhaus schafften es in den Final Cut - für die Vorarlberger Hauptstadt ein "enormer Imagegewinn", wie das Stadtmarketing bestätigte, das die Bond-Euphorie gleich auch weiter für sich nutzte: Wer heute nach Bregenz kommt, kann sich auf eigenen Bond-Rundgängen an die jeweiligen Dreh- und Schauplätze führen lassen und die spannendsten Hintergrundinfos präsentieren lassen.
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