"Pay with a Poem"

Am Montag kann man Kaffee mit Gedichten bezahlen

Wiener Kaffeehaus

Wiener Kaffeehaus (© Fotolia.com)

Gedichte interessieren heute niemanden mehr? Weit gefehlt, wer das denkt, denn am Montag ist Poesie bares Geld wert. In über 100 Kaffeehäusern und Restaurants in Österreich kann man seine Melange oder seinen Espresso mit einem Gedicht bezahlen. Am Montag ist der Welttag der Poesie und viele Lokalitäten machen bei dieser entzückenden Aktion mit.

Wann haben Sie zum letzten Mal ein Gedicht geschrieben? Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt den Bleistift zu spitzen und Ihre kleinen grauen Gehirnzellen zu motivieren. Die UNESCO hat den 21. März zum "International Day of Poetry" gekürt.

Weltweit machen 1.250 Kaffeehäuser und Restaurants in 34 Ländern auf vier Kontinenten bei der Aktion "Pay with a Poem" mit, in Österreich gefiel Julius Meinl die Idee so gut, dass 2015 mehr als 100 heimische Betriebe ebenfalls für die Idee begeistert werden konnten. 2016 sind es bereits 130 Kaffeehäuser österreichweit.  

Vom Hernalser Friedhof bis zur City findet man auch in Wien viele Lokale, die Poesie schätzen. Dabei sind etwa das Café Korb, Café Museum, das Café Weimar, das Café Hummel, das Restaurant am Donauturm oder der Meinl am Graben.

Alle Lokale Österreichweit finden Sie hier.

Café Korb feiert ab 16 Uhr mit Dichterlesungen und Musik
Mit dabei: Erich Schleyer, Rainer Schönfelder, Angelika Hager (Polly Adler), Günther "Gunkl" Paal, Cathy Zimmermann und die legendäre Chefin des Cafés, Susanne "Sue" Widl.

Buchtipp:
Lojze Wieser (Hg.): "... und darin fliegt eine Schwalbe"

Lojze Wieser (Hg.): "... und darin fliegt eine Schwalbe"

Sultan Murad steht vor dem gebundenen Sklaven.
Vom Pferd herab mustert er ihn mit den Augen:
gealtert, Wunden, Ketten …
"Skipetar", fragt er ihn,
"warum kämpfst du, wenn du auch anders leben könntest?"
"Weil, Großmächtiger Sultan", erwidert der Sklave, "jeder Mensch in der Brust ein Stück Himmel hat und darin fliegt eine Schwalbe."
Fatos Arapi (übersetzt von Hans-Joachim Lanksch)

"Gedichte? Mehr als drei pro Tag kann man nicht lesen", sprach Peter Handke einst. Doch dieser Theorie treu zu bleiben, dürfte bei dem vorliegenden Werk schwer werden.

Der Verleger Lojze Wieser präsentiert seine Lieblingsgedichte aus über 25 Jahren Verlagsgeschichte.Viele wurden erstmals veröffentlicht, übersetzt oder dem Vergessen entrissen. Einige davon hat er sich zum Geschenk gemacht. Nun legt er Ihnen diese Sammlung zum Nachlesen, Wiederlesen oder Neulesen ans Herz.

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