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11.11.2011
Bambi für Bushido
Preis für Rüpel-Rapper polarisiert Deutschland
Bushido freut sich über seine Auszeichnung - doch nicht alle in Deutschland freuen sich mit ihm (© Alex Domanski / Reuters)
Rosenstolz-Songschreiber Peter Plate nahm sich bei der Bambi-Gala kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Verleihung des Integrationspreises an den polarisierenden Rapper Bushido. Dieser gab zu, früher Fehler begangen zu haben.
+++ Die Top- und Flop-Stylings der Show +++
Früher war Bushido dafür bekannt, gut austeilen zu können - am Donnerstagabend musste er selbst Kritik einstecken. Peter Plate, Songschreiber des deutschen Duos Rosenstolz, machte seinem Ärger vor 800 geladenen Gästen Luft (siehe Video unten): "Jemanden, der frauenfeindliche, schwulenfeindliche und im Endeffekt menschenverachtende Texte gesungen hat, so einen Musiker auszuzeichnen, finde ich nicht korrekt." Er war nicht der einzige mit dieser Meinung - einige Gäste applaudierten. Der Rapper hatte früher in seinen Liedern auch über Menschen mit homosexueller Orientierung - und damit auch über Peter Plate - hergezogen.
Bushido: "Dachte, die Zeit ist vorbei"
Während Plate auf der Bühne stand, schüttelte Bushido mit dem Kopf. Mit Kritik hatte er offenbar nicht gerechnet: "Die negative Hysterie hat mich überrascht", sagte der Musiker. "Ich dachte, die Zeit ist vorbei." Er rief seine Kritiker dazu auf, sachlich mit ihm umzugehen. "Lasst uns nach vorne blicken".
Der 33-Jährige lud Rosenstolz zum Gespräch ein: "Ich habe immer eine offene Tür". Er wisse, dass er sicher früher nicht immer korrekt verhalten habe: "Ich werde heute sicherlich nicht mehr das sagen, was ich vor zehn Jahren gesagt habe", sagte er. "Und ich habe gelernt, dass das, was ich gesagt habe, falsch war."
Schon vor der Verleihung hatte es zahlreiche kritische Stimmen gegeben. Gegner riefen auf Twitter und Facebook zum Protest auf. Das Frauenhilfswerk Terre des Femmes nannte die Entscheidung für Bushido als Preisträger "fatal". Laudator Peter Maffay war bemüht, die Situation zu entschärfen: "Ein Preis kann Versöhnung und Neubeginn sein." Bushidos Bambi als "Vorbild für Integration" sei deshalb ein "besonderes wertvoller Bambi".
Deutsche Grüne: Bis dato keine Distanzierung
Auch Politiker kritisierte die Bambi-Vergabe an Bushido: "Wer Frauen- und Schwulenverachtung propagiert, hat keinen Preis für gelungene Integration verdient", sagte der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Deutschen Bundestag, Volker Beck, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ihm sei kein Dokument bekannt, in dem sich der Rapper von seinen "menschenverachtenden Texten" distanziert habe.
Übersicht aller Bambi-Preisträger 2011:
Entertainment: Justin Bieber
Pop international: Lady Gaga
Comeback: Rosenstolz
Integration: Bushido
Newcomer: Tim Bendzko
Film International: Gwyneth Paltrow ("Contagion")
Film National: "Männerherzen 2"
TV-Ereignis des Jahres: Thomas Gottschalk
Publikumswahl TV-Mehrteiler des Jahres: "Der Mann mit dem Fagott"
Schauspieler National: Matthias Brandt
Ältester aktiver Schauspieler: Jopie Heesters
Lebenswerk: Ruth Maria Kubitschek
Unsere Erde: Ric O'Barry
Millenium: Helmut Schmidt
Talent: Sarah Pisek
Jury-Sonderpreis: Ralf Rönckendorf
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1 Kommentar von unseren Lesern
rehse (312)
11.11.2011 11:12
Vielleicht
fühlt sich Plate ja persönlich betroffen. Nur gehört er ja nicht zur Jury und sollte deren urteil nicht anzweifeln. Ich mag Bushido nicht, aber Rosenstolz auch nicht. Hätte also beide nicht gewählt und viele andere Menschen hätten das auch nicht getan. Aber bitte, die Musik ist fret, manchmal auch ganz frei von Kunst.
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