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19.05.2012

Erster Streich in Cannes

Seidls "Paradies: Liebe" flimmerte über Leinwand

Am Freitag wurde Ulrich Seidls Film "Paradies: Liebe" in Cannes gezeigt. Es handelt sich um die neunte Produktion aus Österreich, die in der Geschichte der Filmfestspiele in Cannes um die Goldene Palme konkurriert. Am Sonntag wird Michael Hanekes Werk "Amour" gezeigt.

Mit Ulrich Seidls Wettbewerbsbeitrag "Paradies: Liebe" haben die Filmfestspiele in Cannes erst richtig begonnen. So urteilte eine türkische Journalistin bei der Pressekonferenz des österreichischen Regisseurs und seiner Crew. "Abstoßend und erhaben schön (...) ist der Film abscheulich und ein Meisterwerk zugleich", urteilte etwa das US-Filmmagazin Variety, das von "Salo mit Sonnenbrand" sprach.
 
+++ Ab Mittwoch zittern Haneke und Seidl in Cannes +++
 
+++ Aufmarsch der Stars am Red Carpet von Cannes +++

Und eine Journalistin der Washington Post erkundigte sich sogar nach der Adresse des kenianischen Hotels, in dem die österreichischen Sextouristinnen im Film nach Liebe und willigen "Beach Boys" suchen. "Das ist leider letztes Jahr abgebrannt", musste Seidl enttäuschen.

Paradies: Liebe

Das Plakat zum Film "Paradies: Liebe" (© APA)

Seidl: "Ergebnis ist etwas, auf das ich stolz sein kann"
Ganz und gar nicht enttäuscht ist der Regisseur von seinem Werk. "Ich bin natürlich sehr erleichtert. Man muss ja bedenken, dass ich schon seit 2008 an diesem Projekt arbeite, und das hat durchaus Höhen und Tiefen gehabt. Aber jetzt ist das Ergebnis wirklich etwas, auf das ich stolz sein kann. Ich habe drei Filme, die einen Kosmos einfangen - und es sind trotzdem auch drei einzelne Filme. Und wenn man mit dem ersten gleich in Cannes starten kann, ist das auch keine Selbstverständlichkeit."

Ihre Frage nach einer pessimistischen Grundhaltung des Regisseurs konnte Seidl ebenfalls nicht bejahen. "Pessimismus ist kein Kriterium für mich, Pessimismus ist für mich weder besser noch schlechter als Optimismus. Es geht für mich darum, die Dinge so darzustellen, wie ich sie sehe, Gesellschaftssysteme so realistisch zu porträtieren, wie es geht."

Der Film zeige sehr viel über die Gesellschaft, in der man dorthin gehe, wo man vermeintlich Aufmerksamkeit, Liebe oder sogar Glück bekommt. Ursprünglich habe man auch in der Karibik recherchiert, sei aber dann in Afrika geblieben, weil der Kontinent Europa näher sei und es auch eine gemeinsame Vergangenheit gebe. Nicht zuletzt die kolonialen und ausbeuterischen Bezüge werden in "Paradies: Liebe" sehr deutlich.

Ulrich Seidl und Schauspielerin Margarethe Tiesl

Regisseur Ulrich Seidl mit Hauptdarstellerin Margarethe Tiesl (© APA)

Hauptdarstellerin Tiesel: "Nicht leicht, über Schamgrenze zu gehen"
Hauptdarstellerin Margarethe Tiesel, die viel Lob für ihre Performance und ihren Mut zur Nacktheit erhielt, gestand, dass ihr die Rolle nicht ganz leicht gefallen war. "Es ist nicht leicht, über die eigene Schamgrenze zu gehen, da braucht es erst einmal Überwindung. Aber Ulrich hat mir gesagt, dass ich nichts tun muss, das ich nicht auch tun will." Sextourismus ist für Tiesel allerdings nur vordergründig das Thema. "Es geht um die weibliche Einsamkeit, wenn man als Frau älter wird und nicht mehr so aussieht wie die Frauen in den Magazinen. In Afrika ist es egal, wie man aussieht, solange man eine weiße Haut hat. Ich urteile nicht über diese Frauen, ich verstehe sie."

Warum sich Seidl nicht mehr dem Leben und den Umständen der "Beach Boys" gewidmet habe, beantwortete der Regisseur mit der Perspektive des Drehbuchs. "Es ist zunächst ein Film über weiße Frauen eines gewissen Alters, die ihre Sehnsüchte woanders zu erfüllen versuchen." Aber die Dreharbeiten in Kenia hätten auch ein Nebenprojekt ergeben, in dem er sich näher mit den jungen kenianischen Männern beschäftigen will, die für Geld ihren Körper und nicht zuletzt auch ein Liebesversprechen verkaufen.

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