"Armut wird versteckt" Kultur

Bettler-Demo zum Auftakt der Festspiele

Bettler-Demo zum Auftakt der Festspiele

Abseits des kulturellen Geschehens wird auf die sozialen Probleme hingewiesen (© dapd)

Salzburger Festspiele
Abseits des kulturellen Geschehens wird auf die sozialen Probleme hingewiesen
Standort und Zeitpunkt waren nicht zufällig gewählt: Parallel zum offiziellen Auftakt der Salzburger Festspiele haben am Freitagabend 40 bis 50 Demonstranten keine 100 Meter vom Großen Festspielhaus entfernt gegen die Armut in Salzburg protestiert.

Mehrere Organisationen wie die Österreichische Hochschülerschaft, die KPÖ oder die Sozialistische Linkspartei (SLP) hatten zur Kundgebung vor der Pferdeschwemme am Herbert-von-Karajan-Platz aufgerufen. Besondere Kritik übten die Demonstranten am Umgang der Stadt mit Bettlern.

"In der Festspielzeit präsentiert sich Salzburg als makellose Kulturmetropole. Das ignoriert die sozialen Realitäten in der Stadt", erklärte Jan Rybak von der SLP, zugleich Mitinitiator der Demonstration. "Reichtum wird hofiert, Armut wird versteckt. Wir haben nichts gegen die Festspiele, aber das Bild, dass hier transportiert wird, trifft für viele Menschen einfach nicht zu."

Besonders Bettler seien in der Festspielzeit Repressionen ausgesetzt. Die Verantwortlichen in der Stadt würden auch nach der Aufhebung des absoluten Bettelverbotes durch den Verfassungsgerichtshof alles versuchen, den Menschen das Betteln unmöglich zu machten. "Das ist völlig inakzeptabel. Es muss die Armut der Leute diskutiert werden, nicht das Bettelverbot", forderte Rybak.

Die Demonstration am Freitagabend war laut den Organisatoren der Auftakt zu einer Reihe von Informations- und Protestveranstaltungen in den kommenden Tagen.

APA/red

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