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13.09.2012

Wirbel am Küniglberg

Protest unterbezahlter freier ORF-Mitarbeiter

ORF

Im ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg brodelt es schon wieder. (© picturedesk.com)

Die freien Mitarbeiter des ORF haben am Donnerstag vor der ORF-Programmpräsentation und während der Sitzung des ORF-Stiftungsrates eine Protestnote veröffentlicht, mit der sie ihrem Ärger über die Verschleppung der Honorarverhandlungen und die geringe Bezahlung von öffentlich-rechtlichen Inhalten Luft machen.

Mitglieder des ORF-Stiftungsrats haben am Donnerstag dem Vernehmen nach eine Imagekampagne für den ORF angeregt und sich zugleich über den offenen Protestbrief der freien ORF-Mitarbeiter (siehe nächste Seite) geärgert. Auch ORF-Finanzdirektor Richard Grasl zeigte wenig Verständnis für das Schreiben der Mitarbeiter und deren "unpassende Wortwahl". Wording und Zeitpunkt seien sehr unsensibel gewählt, sagte Grasl vor Journalisten.

Der ORF empfange am Donnerstagabend seine Werbekunden, die dem ORF wichtiges Geld bringen. Hier gegen angeblich rote Teppiche, elegante Präsentationsräumlichkeiten - die Veranstaltung findet im TV-Studio am Küniglberg statt - oder das Buffet zu ätzen, hält Grasl für mehr als unpassend. Außerdem sei für Freitag ohnehin eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Führungsetage und freien Mitarbeitern anberaumt.

Betriebsrat verteidigt Vorgehensweise
ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser hat die freien Mitarbeiter und deren Protestnote gegen schlechte Bezahlung durch den ORF verteidigt. Sowohl Zeitpunkt als auch inhaltliche Stoßrichtung des Schreibens seien "absolut gerechtfertigt", sagte Moser am Rande einer Sitzung des ORF-Stiftungsrats. "Fakt ist, die Geschäftsführung hat bis heute die Dramatik der Situation nicht verstanden und Fakt ist auch, morgen finden wieder Verhandlungen statt."

Die laufenden Verhandlungen wollte Moser nicht kommentieren, er sei "aber schon optimistischer" gewesen, meinte der Zentralbetriebsratsobmann über deren Verlauf. In Richtung des Kaufmännischen Direktors Richard Grasl, der sich über Zeitpunkt und Wortlaut des Protestschreibens empört hatte, meinte Moser: "Es ist kindisch, sich über solche Dinge zu mokieren. Klar nutzt man einen Anlass zum Protest oder soll ein solcher in der Sauren-Gurken-Zeit stattfinden?"

Unterstützung durch Gewerkschaft
Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat ihre Solidarität mit den freien Mitarbeitern des ORF erklärt. Die Gewerkschaft werde in der kommenden Woche die Gebietskrankenkasse in allen Bundesländern ersuchen, Kontrollen der Dienstverträge in den betroffenen Unternehmen zu tätigen. Das kündigte der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer, in einer Aussendung an.

Für Proyer stellen die Dienstverträge der ORF-Freien "Gesetzesumgehungen" dar. Derartige Konstruktionen stünden im Medienbereich derzeit offenbar "auf der Tagesordnung", erklärte er. Während es in anderen Branchen - "beispielsweise in der Call-Center Branche oder im Erwachsenenbildungsbereich" - gelungen sei, aus Umgehungsverträgen "ordentliche Anstellungsverhältnisse" zu schaffen, sei der Handlungsbedarf in der Medienbranche "unübersehbar" geworden, so Proyer.

Es gebe nun "keine andere Wahl mehr" als die Gebietskrankenkassen "um eingehende Kontrollen in den betroffenen Unternehmen zu ersuchen", so Proyer. Die freien ORF-Mitarbeiter hätten sich diese Gesetzesumgehungen schon "viel zu lange widerstandslos gefallen" lassen, betonte der Gewerkschafter. Es sei "längst an der Zeit", dass ein "Parade-Unternehmen wie der ORF sich damit beschäftigt, inakzeptable Umgehungsverträge aus der Welt zu schaffen".

Den offenen Brief der freien ORF-Mitarbeiter im Wortlaut finden Sie auf der nächsten Seite...

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