Gebührender Abschied Musik

Laut & nass: So war das allerletzte Forestglade

Laut & nass: So war das allerletzte Forestglade

Rund 3.500 Besucher kamen zum letzten Forestglade (© APA)

Forestglade 2012

FORESTGLADE 2012: FESTIVALBESUCHER
Rund 3.500 Besucher kamen zum letzten Forestglade
Zum letzten Mal ist am Samstag im burgenländischen Wiesen das Forestglade Festival über die Bühne gegangen. "Sag zum Abschied leise Servus" hat es aber in der Erdbeergemeinde nicht gespielt. Ganz im Gegenteil: Mit einer Extraportion Rock von Billy Idol und einer sehr schönen Prise Pop von The Ting Tings wurde die Institution, auch als "Mutter aller österreichischen Rockfestivals" bekannt, in den weinenden Musikhimmel empor gehoben.

Trauerspiel war das letzte "Glade" definitiv keines, auch wenn sich laut Veranstalter Ewald Tatar nur etwa 3.500 Anhänger einfanden, um Abschied zu feiern. "Es hätten ruhig 2.000 mehr sein können", meinte Tatar. Er lässt nach 17 Jahren das Forestglade sterben. Das Festival, das 1995 zum ersten Mal stattfand, sorgte bei ihm für "positive Wehmut". "Es wird ein schöner Abend mit vielen Leuten, vielen Weggefährten", meinte er und sollte recht behalten.

Bereits bei den Nachmittagsbands - fiN eröffneten, danach folgten Young Guns - versammelte sich eine doch ansehnliche Zahl von Besuchern im überdachten Publikumsbereich. Verlockend, gleich von Beginn an nach vorne zu gehen, waren vermutlich nicht nur die recht netten Auftritte der Musiker, sondern auch der Regen. Offenbar wollte auch der Herrgott das Forestglade nicht so recht ziehen lassen und zeigte sich sehr traurig.

Hausband Therapy? verabschiedet sich
Ein erstes Highlight gab's bereits um 16.05 Uhr, als die Herren von Therapy? in Trauerkluft (schwarze Anzüge, schwarze Krawatten) die Bühne betraten und ihre "Special In Memoriam" Show präsentierten. Für die Nordiren war der Auftritt insofern besonders, weil sie beim ersten "Glade" vor 17 Jahren Headliner waren, und deshalb für Tatar auch am Samstag "der eigentliche Headliner", wenn auch im Nachmittagsprogramm angesiedelt. "Die Laughing", "Diane" und sämtliche andere Hits waren dabei. Zum Abschied wurde der Veranstalter von Sänger Andy Cairns geherzt, "Erika-Shirt"-Träger durften auf die Bühne und ein Foto fürs Familienalbum schießen lassen.

Danach blieb die Bühne in irischer Hand: Sänger Rea Garvey kam gut an, spielte Songs wie "Can't Stand The Silence" oder "Colour Me In" und forderte, dass das Forestglade weitergeführt werde.

Absoluter Überraschungs-Hit, weil im rockigen Line-Up eigentlich deplatziert, war das englische Pop-Duo The Ting Tings. Die Show kam wahnsinnig und vollkommen zurecht sehr gut an. Partystimmung pur, bei "Shut Up And Let Me Go" stand auch der letzte Festivalbesucher nicht mehr still und tanzte fröhlich zur Gute-Laune-Musik mit ordentlich Beat mit. Perfekte Vorbereitung für Billy Idol.

Geschenke von Idol
Der brachte massig Hits und Geschenke fürs Publikum mit nach Wiesen und zeigte, wer hier das Sagen hat. Kein anderer als er natürlich. "Ready, Steady, Go" und los ging's: "Flesh For Fantasy", "Sweet Sixteen" (Idol selbst an der Akustikgitarre), "Eyes Without A Face", die Menge tobte.

Zwischendurch bot der 56-Jährige auch seinem Kompagnon Steve Stevens das, was einem Ausnahmegitarristen wie ihm definitiv zusteht: Eine leere Bühne für ein herrliches Solo. Idol nutzte die Zeit für seinen mittlerweile dritten Outfitwechsel. Das hielt aber nicht lange: T-Shirt für die Fans, auch Drumsticks und Plektren wurden ins Publikum geschmissen. Ekstase bei Billy Idol, seiner Band und natürlich bei der Masse bei einem extra langem "Rebell Yell". Danach folgten "White Wedding" und zum krönenden Abschluss "Mony Mony".

Würdiger Abschluss
Die große Ehre, das Forestglade wirklich zu verabschieden, hatten zum Schluss Incubus. Ein schweres Los, das die Jungs aus Kalifornien da gezogen hatten. Aber auch hier wurde gefeiert bis zum Abwinken. Songs wie "Megalomaniac", "Are You In", "Drive" und "Love Hurts" - besonders, wie auch Sänger Brandon Boyd, bei den Damen sehr beliebt - kamen gut an.

Ein würdiger Abschluss für diese Institution. Mach's gut, liebes Forestglade. Wir werden dich vermissen.

(APA/red)

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