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17.08.2012

Frequency-Festival

Virus! Placebo mussten Konzert abbrechen

Placebo

Leider nur ein kurzes Placebo-Konzert in St. Pölten (© APA)

Es sollte der Höhepunkt des Abends werden, doch der zweite Festivaltag in St. Pölten nahm ein bitteres Ende. Placebo mussten das Konzert nach nur einem Song abbrechen. Grund dafür war offenbar eine Viruserkrankung des Sängers Brian Molko. Es gibt Gerüchte, dass auch in der Zeltstadt ein Virus wütet.

Placebo

Die schriftliche Stellungnahme des Managements (© HERBERT P. OCZERET (APA))

Placebo hatten als Headliner am zweiten Tag der Veranstaltung gegen 23:30 Uhr mit "Kitty Litter" ihr Konzert gestartet. Nach dem Song verließ Molko die Bühne, wenig später folgte Bassist Stefan Olsdal mit den Worten "I think I lost my singer". Drummer Steve Forrest klopfte noch ratlos auf seinem Instrument herum, wusste nicht, was los ist, und ging ebenfalls.

Drummer Olsdal: "Ja, das ist Scheiße"
In St. Pölten herrschte betretenes Schweigen. Schließlich trat Olsdal vor das Mikrofon und erklärte das Konzert für beendet. "Ja, das ist Scheiße, große Scheiße für uns auch", sagte er sichtlich betroffen.

"Placebo bedauern mitteilen zu müssen, dass Brian Molko durch einen Virus krank geworden ist, er hat sich den ganzen Tag schlecht gefühlt und der Adrenalinschub beim Betreten der Bühne angesichts der Menschenmenge hat ihn disorientiert und er fühlte sich unfähig, weiterzumachen", hieß es von Seiten des Managements. Gerüchten zufolge wütet auch in der Frequency-Zeltstadt ein Virus.

Fans sind entrüstet
Viele Fans sind sehr enttäuscht. Vor allem für jene, die extra für den Placebo-Auftritt eine Tageskarte erstanden hatten, war es trauriger Abend. Wie auf der Frequency-Facebook-Seite zu lesen ist, fordern viele ihr Geld zurück. Einige Augenzeugen behaupteten, dass Brian Molko betrunken oder unter Drogeneinfluss gestanden sei.

Frequency

Frequency-Veranstalter Ewald Tatar bestätigt die Absage (© HERBERT P. OCZERET (APA))

Veranstalter: "Molko war nicht ohnmächtig"
"Er hat wirklich nicht gut ausgesehen", sagte Veranstalter Ewald Tatar. "Molko war nicht ohnmächtig, ist aber hinter der Bühne zusammengesunken und saß am Boden."

Der Sänger habe dann das Gelände verlassen - ob sich Molko in ein Krankenhaus begeben hat, wusste Tatar vorerst nicht.

Noel Gallagher und Jan Delay waren im Einsatz
Vor dem Placebo-Abbruch hatte der zweite Tag der Veranstaltung viele tolle Momente zu bieten gehabt. Noel Gallagher servierte Hymnen von seiner neuen und alten Band. Der Oasis-Klassiker "Don't Look Back In Anger" am Ende seines Sets war einer dieser magischen Momente, warum man Konzerte besucht. Dass Gallagher nicht vor "seinem" Publikum stand, zeigte allerdings der Zustrom - der war bei Jan Delay wesentlich größer.

In die Disco hatte vor den beiden Hauptacts auf der "Space Stage" Jan Delay geladen. Der deutsche Funk-, Soul, Hip-Hop- und Reggae-Musiker und seine Band wissen, wie man ein Festivalgelände in einen riesigen Dancefloor verwandelt. Souverän schwebte der Sänger zwischen seinen Stilen, bot gekonnt Rhythmen zum Tanzen, würzte sein Programm mit Coverversionen (seine Background-Damen stimmten etwa Whitney Houstons "I Wanna Dance With Somebody" an, er selbst brachte "Remmidemmi" von Deichkind) und kann längst auf die Wirkung seiner eigenen Songs zählen. Das war sehr unterhaltsam und wirbelte mächtig Staub auf.

Das hat sich auf der "Green Stage" getan
Clubatmosphäre herrschte dagegen vorerst bei der "Green Stage", wo parallel zu Delay seine Stadt-Kollegen Kettcar aus Hamburg Indie-Rock bekömmlich servierten. Zu späterer Stunde lockte Kalkbrenner mit seinen Beats dann die Partypeople an. Auf der "Weekender Stage", an sich ein Nebenschauplatz in einer Halle, wurden Mike Snow, Electropop-Formation aus Schweden mit amerikanischem Sänger, ihrem vorausgeeilten guten Ruf gerecht. Ihre schönen Melodien verzauberten.

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