Rotes Kreuz gefordert Musik

Nackerte und "Durchfall-Problem" am Frequency

Nackerte und "Durchfall-Problem" am Frequency

Dutzende Nackte am Festivalgelände! (© APA)


Sänger Gavin Rossdale von der Band "Bush"
Sänger Gavin Rossdale von der Band "Bush"
Große Rockstar-Posen, ohne einen Moment lang peinlich zu wirken - Bush legten am Freitag beim Frequency-Festival in St. Pölten einen famosen Gig hin. Die zuvor aufgetretenen Bands verstanden - mit Ausnahme von The Hives - ebenfalls zu beeindrucken. Als Anheizer vom Dienst hatte am Nachmittag der deutsche Rap-Haudegen Casper fungiert. Am späteren Abend sollten noch Acts wie die Beatsteaks, Mia., Patrice und Korn spielen.

Das Konzert von Bush war buchstäblich zum Niederknien. Frontman Gavin Rossdale - hektischer, in Strömen schwitzender Zappelphilipp wie eh und je - machte sich mehr als einmal auf dem Bodenbühnen breit und schließlich auch im Publikum. Der Sänger und Gitarrist hatte seine Freude mit den Besuchern, die Fans mit ihm. Der Auftritt des Gwen-Stefani-Gatten, der nach langjähriger Pause vor kurzem wieder mit seinen Mitstreitern zusammengefunden hat, wirkte wie ein Befreiungsschlag: Hits wie "Swallowed" und "The Chemicals Between Us" verschmolzen mit einer Coverversion von "Come Together" der Beatles zu einem magnetisierenden Ganzen - Headbanging und Infight mit einer Box inklusive.

Sie haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten kostümtechnisch immer wieder neu erfunden - dieses Mal waren Frack und Zylinder angesagt -, musikalisch treten sie seit Jahren auf der Stelle: Bei der Show der schwedischen Punkrocker The Hives wechselten sich mehr oder weniger belanglose Nummern mit bedeutungsschwangeren Ansagen von Frontman Pelle Almqvist ab. Einzig alte Songs wie "Main offender" oder "Hate to say I told you so" zündeten einwandfrei, bei den jüngeren Kopien kam hingegen rasch Fadesse auf. Der Feierlaune des Frequency-Partyvolks tat das keinen Abbruch, Hauptsache laut, Hauptsache schnell und Hauptsache wild lautete die Devise.

The Subways mit Stockerlplatz
Dass man keine Verkleidung braucht, um zu punkten, hatten davor The Subways eindrucksvoll bewiesen. Trotz einer für Frequency-Verhältnisse fast frühmorgendlichen Uhrzeit - knapp nach 17.00 Uhr - landeten sie mit Leichtigkeit auf einem Festival-Stockerlplatz. Das britische Indie-Rock-Trio demonstrierte, wie man ganz unaufgeregt aufregende Rockmusik macht und Massen mobilisiert. Bei Temperaturen, die eher zu einem Sprung in die kühlende Traisen animieren, war der Raum vor der Space Stage gefüllt wie sonst nur spätabends. Beim Über-Hit "Rock & Roll Queen" gab es es schließlich nicht nur wegen der Deutschkenntnisse der Band kein Halten mehr.

Was sich kurz zuvor auf der kleineren Green Stage tat, war besonders schön anzuschauen: Zwei schüchterne Mädels, die sich "Boy" nennen, kamen aus dem Freuen gar nicht mehr heraus. Der zauberhaft charmante Pop der Schweizerin Valeska Steiner und der Hamburgerin Sonja Glass wurde überbordend gefeiert, weder Müdigkeit noch Sonnenbrand konnten die Begeisterung bremsen. Buchstäblich was für sonnige Gemüter.
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