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30.06.2009

Österreichs Tourismus erwartet schwaches Jahr

Krisenbedingt werden die Urlaubsbudgets kleiner. Das setzt dem Tourismus in Österreich zu. Bereits jetzt ist ein Rückgang bei den Nächtigungen und Buchungen bemerkbar. Doch es soll noch schlimmer werden.

Ein schwieriges Jahr erwarten die Touristiker für 2009. "Seit dem Spätwinter sieht man genau, dass die Rezession Spuren zeigt", meint Wifo-Tourismusexperte Egon Smeral. Seinen Schätzungen zufolge werden die diesjährigen Umsätze fünf bis sechs Prozent unter denen des Vorjahrs liegen. Der Trend geht weg von Flugreisen zu Kurzurlauben mit dem Auto. Dies bekommen vor allem Länder wie Spanien, Griechenland und die Türkei zu spüren. Europaweit wird ein Umsatzrückgang von etwa zehn Prozent prognostiziert, Österreich liegt trotz schwacher Prognosen über dem Schnitt.

Krise wird Tourismus erst 2010 treffen
Dennoch verlief der bereits zum Sommer zählende Monat Mai nicht nach Wunsch. Es kamen weniger Gäste und diese verweilten noch dazu kürzer als im Vorjahr. Man verbuchte österreichweit 6,27 Millionen Nächtigungen (Minus 11,8 Prozent gegenüber Mai 2008). Unter den heimischen Touristen, auf die 41,6 Prozent der Nächtigungen entfielen, ist bloß ein Rückgang von knapp zwei Prozent zu bemerken. Hingegen blieben die ausländischen Gäste aus. Gleich 22 Prozent weniger deutsche Touristen urlaubten im Mai in Österreich. Laut Wifo wird sich das Ausmaß der Wirtschaftskrise erst in den Nächtigungszahlen für den Sommer 2010 bemerkbar machen.

Urlauber entscheiden immer spontaner
Urlaube werden außerdem in immer kurzfristiger gebucht. Im Gegensatz zu 2006 (34 Prozent) buchen nur mehr 22 Prozent der Reisenden ihren Urlaub bis zu vier Monate im Voraus. Gleich 16 Prozent entscheiden sich erst zwei Wochen vor der Reise für eine Destination und 17 Prozent entschließen sich zwei bis vier Wochen vor dem Reiseantritt. Immer wichtiger wird daher der Faktor Wetter. Eine längere Schönwetterperiode kann deshalb zu etlichen spontanen Buchungen führen.

Schönbrunn bekommt neues Besucherzentrum
Ungeachtet der Entwicklungen werden die bekannten Sehenswürdigkeiten von den Österreich-Touristen nach wie vor gestürmt. Um den jährlich über 2,5 Millionen zahlenden Besuchern Herr zu werden, wird beim Schloss Schönbrunn ein neues Besucherzentrum gebaut. 2011 soll mit dem Bau des fünf Millionen Euro teuren Projekts begonnen werden. Die Eröffnung ist für 2012 geplant. Lange Warteschlangen sollen dann der Vergangenheit angehören.

(© Markus Miksch)

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