Werkschau in China

Anselm Kiefer von Ausstellungs-Organisatoren "vergewaltigt"

Experimentierlust in der Albertina

Klaus Albrecht Schröder, Anselm Kiefer, Josef Ostermayer (© Andreas Tischler)

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Anselm Kiefer in der Albertina

Anselm Kiefer Albertina
Anselm Kiefer
Madame de Staël: de l'Allemagne, 1982–2013
Holzschnitt, Acryl und Schellack auf Papier, Collage auf Leinwand, 190 × 280 cm
Privatsammlung

In Österreich ging die Anselm-Kiefer-Schau in der Albertina (siehe Fotoshow) ohne Probleme über die Bühne. Doch die neue Ausstellung in China bringt den Künstler in Rage! Niemand hat ihn gefragt ob eine Werkschau in Peking in Ordnung sei. Er fühle sich "vergewaltigt". In China ist man schockiert. 

Anselm Kiefer

Anselm Kiefer

"Uns ist das alles sehr peinlich", entschuldigen sich die Chinesen. Im CAFA, der China Central Academy of Fine Arts, zeigt man sich entsetzt. Kunstinteressierte Chinesen stürmen die Ausstellung, die am Samstag ihre Pforten öffnete und zum absoluten Blockbuster werden dürfte. Doch die versprochene Werkschau "Kiefer in China" besteht in Wirklichkeit nur aus Exponaten aus zwei Sammlungen. Die 82 Bilder und Skulpturen wurden von der "Bell Art GmbH" und von Kuratorin Beate Reifenscheid vom Ludwig Museum in Koblenz zur Verfügung gestellt. Sie organisierten auch die Ausstellung in Peking. 

"Mann kann doch nicht einfach nur aufhängen, was einem gerade in die Hände fällt"
Dabei war ein Jahr davor Anselm Kiefer noch selbst in Peking gewesen und hätte auch gar nichts gegen eine Retrospektive gehabt. "Ich hätte Zeit gebraucht für eine ordentliche Ausstellung. Da muss man doch ordentlich auswählen. Da kann man doch nicht einfach nur aufhängen, was einem gerade in die Hände fällt, so wie die das tun."

Kiefer: "erstunken und erlogen"
Kiefer lässt deshalb an Reifenscheid und der "Bell Art GmbH" kein gutes Haar. Der 71-jährige Künstler schimpft sie in der Süddeutschen Zeitung eine "drittklassige Kunstfirma". Reifenscheid behauptet, immer wieder versucht zu haben, den Künstler zu erreichen. "Erstunken und erlogen", kontert Kiefer. 

Rechtlich dürfte es in Ordnung sein, wenn Kunst ohne die Zustimmung des Künstlers ausgestellt wird. Doch Kiefer hat im Internet seinem Zorn Luft gemacht. Die Deutsch hätten weder um Erlaubnis gefragt noch dem Künstler überhaupt Bescheid gegeben, dass eine Ausstellung gemacht wird. "Die behandeln mich wie einen toten Künstler", ist Kiefer empört. Er fühle sich "vergewaltigt". 

Albertina-Dinner für Kiefer

Anselm Kiefer
Anselm Kiefer

Orte: China Peking

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