Lawinen, Orkan, Glatteis Wetter

Wetter-Chaos tobt in ganz Österreich

Einsatzkräfte bei einem Verkehrsunfall auf Steyrer Straße (B309) bei Hargelsberg (© APA)

VORARLBERG: RETTUNG VON SCHNEERUTSCH ERFASST
Der Rettungswagen wurde fast komplett vom Schnee begraben
In ganz Österreich sollten Sie heute Ihre Kopfbedeckung festhalten: Selbst im Flachland wütet ein Sturm mit bis zu 120 km/h. Dazu gesellt sich an der Alpennordseite auch noch Schneefall. Der Schneesturm sorgte im gesamten Bundesgebiet bereits für erhebliche Verkehrsbehinderungen. In Salzburg wurden zwei Postbusse von der Straße geweht, in Vorarlberg verschüttete ein Schneerutsch eine Rettungswagen.

Bergungsarbeiten nach einem Verkehrsunfall auf der B156 Lamprechtshausener Straße
Hängen gebliebene Lkw auf den Autobahnen, herabstürzende Bäume, Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h: Nach der eisigen Kälte stürmt ein Orkan über Österreich. Tief „Olivia“ breitet sich über Österreich aus. Aus allen Landesteilen wurde Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle mit Blechschäden gemeldet.

  • Tirol und Vorarlberg: Zahlreiche Orte sind derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Dies betrifft Zürch, Lech, Warth, St. Gallen, Ginzling und Obertauern. Auch die Fernpass-Bundesstraße ist gesperrt, weil fünf Lkws hängengeblieben sind.
  • Vorarlberg: Ein Rettungswagen des Roten Kreuzes wurde von einem Schneerutsch erfasst und verschüttet. Alle drei Insassen, zwei Zivildiener und ein Patient, blieben unverletzt. Der Patient und einer der Zivildiener mussten allerdings rund eine Stunde in dem Fahrzeug ausharren, da sich die Türen wegen der Schneemengen zunächst nicht öffnen ließen. Das im Schnee steckende Fahrzeug wurde von der Straßenmeisterei mit einer Fräse ausgegraben.
  • Salzburg: Im Flachgau wurden zwei Postbusse regelrecht verweht. Laut ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel blieben die Fahrgäste unverletzt. Kurz danach erwischte es einen Bus in Obertrum. Der Wind schob den Bus über die Mittellinie, das Fahrzeug touchierte einen entgegenkommenden Pkw und landete in einer Wiese. Zwei Autoinsassen wurden offenbar leicht verletzt. Ebenfalls in Salzburg kippte auf der A1 ein Müllwagen um - die Autobahn war gesperrt.
  • Niederösterreich: Zwei Verkehrsunfälle haben ein Todesopfer und einen Schwerstverletzten gefordert. Im Marchfeld war ein Pkw frontal gegen einen Lkw geprallt. Die Lenkerin des Autos kam ums Leben. Im Bezirk Wiener Neustadt krachte ein Pkw in einen Autobus. Der Mann am Steuer des Wagens wurde schwerst verletzt.
  • Tirol: Bei einem Lawinenabgang auf eine Piste im Skigebiet Ischgl im Tiroler Paznaun ist am Mittwochnachmittag ein Urlauber getötet worden - mehr dazu hier.
  • Oberösterreich: Die Feuerwehr musste seit den frühen Morgenstunden zu knapp 60 Kfz-Bergungen ausrücken, berichtete das Landeskommando. Auf der Steyrer Straße (B309) in Hargelsberg und auf der Lamprechtshausener Straße (B156) in Neukirchen wurden Personen bei Unfällen eingeklemmt und verletzt.
  • Vorarlberg: Eine 48-Jährige aus Langen ist in ihrem Heimatort bei einem Schleuderunfall mit ihrem Wagen verletzt worden. Die Pkw-Lenkerin war gegen 10.00 Uhr auf der Langenerstraße (L2) in Richtung Bregenz unterwegs, kurz vor der Einfahrt zum Langener Tunnel geriet sie auf der eisglatten Fahrbahn ins Schleudern. Sie rutschte mit dem Auto an den linken Fahrbahnrand und stieß seitlich gegen eine Brückenmauer. Im Anschluss drehte sich das Fahrzeug und prallte gegen einen Baum. Über den Verletzungsgrad der Lenkerin wurde vorerst nichts bekannt.
  • Linz: Rund um Linz gibt es kein Weiterkommen, teilweise sind Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt. Auf der B129 ab Peuerbach bleiben immer wieder Lkw hängen. Beim Kreisverkehr in St. Marien melden Autofahrer Stau Richtung Wallern. Auf der Hausruck Straße (B143) gibt es zwischen Ried und Aurolzmünster Stau nach einem Unfall, zwei Pkw sind auf der schneeglatten Fahrbahn frontal zusammengeprallt. Gesperrt ist die Weißkirchner Straße zwischen Weißenkirchen und Frankenmarkt. Der Koppenpass (L547) ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Ausweichen können Sie über den Pötschenpass (B145).
  • Salzburg: Der ÖAMTC meldet zwischen Salzburg-Süd und Pass Lueg in beiden Richtungen Schneeglätte.
  • Niederösterreich: Auf der L83 kam es zu einem Unfall mit einem Rettungswagen. Folge: vier Verletzte. Die Fahrbahnen der Landesstraßen B und L sind vor allem in den höheren Lagen des Waldviertels und des Mostviertels größtenteils mit Schnee bzw. Matsch bedeckt. In den tiefen Lagen überwiegen salznasse Fahrbahnen, abschnittsweise finden sich aufgrund von Schneeverwehungen auch Schneefahrbahnen.

Neuschnee
In Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg, Oberösterreich, im Mostviertel und der nördlichen Obersteirermark rechnen Meteorologen bis Donnerstagfrüh mit zehn bis 30 Zentimeter Neuschnee, auf den Bergen sogar mit 30 bis 70 Zentimeter. Ein paar Zentimeter Neuschnee werden es auch im Flachland, dort ist mitunter auch Schneeregen oder Regen möglich. In den Niederungen bläst starker bis stürmischer Wind, auf den Bergen zählt derzeit der Feuerkogel mit 144 km/h zu den Spitzenreitern.

Glatteis
Achtung: Auf dem gefrorenen Boden kann dies zu sehr glatten Straßen führen! Der viele Neuschnee in Kombination mit Schneeverfrachtungen führt vor allem im Bergland zu tiefwinterlichen Fahrverhältnissen und zu glatten Straßen.


Lawinengefahr
Auf den Bergen ist größte Vorsicht geboten, denn es gibt einen regelrechten Schneesturm und massive Schneeverwehungen. Vor allem in Tirol wird die Lawinengefahr ab Mittag verbreitet „groß“ werden. Spontan können dann aus allen Bereichen und auch unterhalb der Waldgrenze Lawinen abgehen.

Auch in Vorarlberg stieg die Lawinengefahr auf Stufe 3 ("erheblich") an. Vorerst galt diese Beurteilung für höhere Lagen, im Lauf des Tages sollte sie aber in allen Regionen zutreffen.Von Schitouren oder anderen Aktivitäten im Hochgebirge ist also dringend abzuraten!

Auch Deutschland betroffen
Wegen Kälte und Schnees mussten am Münchner Flughafen  88 Starts und Landungen gestrichen werden. Von den Annullierungen seien zwischen 8.000 und 9.000 Passagiere betroffen, sagte ein Sprecher des Airports. Gründe für die Ausfälle seien die verschneiten Pisten, sowie dass die Flugzeuge enteist werden müssen und auch stärkere Sicherheitsvorkehrungen der Flugsicherung.

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