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20.06.2012

Heftiges Gewitter

Unwetter wütet weiter: Bahnstrecke gesperrt

Am Mittwoch sind die Temperaturen über 36 Grad geklettert. Damit war es so heiß, wie an bisherigen Junirekordtagen! Das hat seinen Preis: Bereits am frühen Nachmittag gingen erste Gewitter nieder, am Abend bis in die Nacht zeigte das Unwetter über ganz Österreich seine verheerende Kraft. Die Aufräumarbeiten dauerten teils bis Donnerstag an.

Unwetter wütet weiter
Schwere Unwetter, die Donnerstagnachmittag über Teile der Obersteiermark zogen, haben die Schoberpass-Bahnstrecke im Bereich Wald (Bezirk Leoben) an mehreren Stellen überflutet. Außerdem sind vom Sturm umgeworfene Bäume auf die Gleise gestürzt, wie ein Sprecher der ÖBB mitteilte. Die Strecke musste auf unbestimmte Zeit gesperrt werden.

Die Sperre wurde gegen 16.15 Uhr veranlasst. Zwischen Wald und Selzthal wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Laut ÖBB Sprecher Christoph Posch sei nicht absehbar, bis wann der Streckenabschnitt wieder befahrbar sein wird.

Erst am vergangenen Sonntag war auf der gleichen Strecke etwas nördlich in St. Lorenzen (Bezirk Liezen) ein Schnellzug entgleist, weil eine Mure nach einem Gewitter den Gleiskörper verschüttet hatte. Elf Personen waren verletzt worden, der Schaden wurde von den ÖBB mit rund fünf Millionen Euro beziffert. An der Reparatur wird noch gearbeitet.

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Im südlichen Niederösterreich sind am Mittwochabend schwere Unwetter niedergegangen. 16 Feuerwehren standen mit 200 Mann im Bezirk Neunkirchen im Einsatz, um u.a. überflutete Keller auszupumpen und Murenabgänge zu beseitigen. Gleichzeitig mussten in Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt acht Feuerwehren zur Bekämpfung eines Waldbrandes ausrücken, der gegen 17.45 Uhr durch Blitzschlag ausgelöst wurde - Regen fiel in Gutenstein nicht.

+++ Oberösterreicher durch Wassermassen in eigenem Keller gefangen +++


Im Bezirk Neunkirchen wurde die B27 zwischen Gloggnitz und Payerbach gesperrt. Grund waren Hangrutsche bei einer Baustelle für den Semmeringbasistunnel. Entlang der Schwarza wurden alle Wehranlagen geöffnet, um das Brücken bedrohende Treibgut abfließen zu lassen. Laut Resperger gab es etwa 50 Schadensstellen im Bezirk. Im Waldviertel richteten die Regenfälle kaum Schäden an.

1.562 Feuerwehrleute in Salzburg im Einsatz
Gewitter mit heftigen Regenfällen und starkem Wind haben Mittwoch vom späten Nachmittag an die Feuerwehren  auf Trab gehalten. Sie waren vorwiegend mit Abpumparbeiten beschäftigt: Keller und Unterführungen waren überflutet, Wiesen überschwemmt. Die stärksten Niederschläge gab es im Norden des Landes. Zwischen Thalgau und Mondsee fielen innerhalb weniger Stunden 74 Liter Regen pro Quadratmeter.

1.562 Feuerwehrleute arbeiteten bis nach Mitternacht 651 Einsätze ab. Binnen weniger Stunden fielen bis zu 74 Liter Regen pro Quadratmeter, was laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Salzburg (ZAMG) nur alle paar Jahre vorkommt.

In Seekirchen (Flachgau) wurde ein Baum von einem Blitz getroffen, es entfachte sich ein kleiner Brand. Nördlich des Pass Lueg, also im Flachgau, Tennengau und in der Stadt Salzburg, blieb praktisch kaum eine Gemeinde von Überschwemmungen verschont. Vor allem Keller und Unterführungen standen unter Wasser, die von den Hilfskräften ausgepumpt wurden. In der Landeshauptstadt, in Koppl und Plainfeld lösten die Regenfälle auch Murenabgänge aus. Und in Seekirchen wurde ein Baum von einem Blitz getroffen und begann zu brennen, es bestand die Gefahr, dass er umstürzte.

In Straßwalchen trat der Hainbach über die Ufer und setzte ein Sägewerk unter Wasser, wodurch mehrere gelagerte Baumstämme abgetrieben wurden und teilweise auch in den Hainbach gelangten. Daher bestand die Gefahr von Verklausungen bei Brücken. Mitarbeiter des Werkes versuchten, die Stämme mit Kränen aus dem Wasser zu fischen.

In der Landeshauptstadt wurden Berufs- und Freiwillige Feuerwehr zu 168 Einsätzen gerufen. Hier waren vor allem die Stadtteile Langwied, Sam, Gnigl, Aigen und Parsch betroffen. 155 Helfer mit 32 Fahrzeugen standen im Einsatz.

3.700  Mann in OÖ im Einsatz
In Oberösterreich war das Innviertel von den Unwettern besonders stark betroffen. Drei Menschen mussten von der Feuerwehr aus den Wassermassen gerettet werden. Insgesamt waren 200 Feuerwehren mit über 3.700 Mann im Einsatz.

Steiermark: Unwetter im Bezirk Mürzzuschlag
Heftige Unwetter sind Mittwochabend über dem Bezirk Mürzzuschlag niedergegangen. Straßen und Keller wurden überflutet, auch Hagel und Sturm richteten massive Schäden an. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz. Durch die intensiven Regenfälle, mit 78 Liter Regen pro Quadratmeter, wurden Keller überflutet, aber auch Hagel und Sturm richteten Schäden an. Der Stanzbach trat laut Feuerwehr über die Ufer, eine Brücke wurde weggerissen, zwei sind derzeit nicht befahrbar. Mehrere Straßen mussten wegen Überflutungen oder Vermurungen gesperrt werden, darunter die Semmeringschnellstraße (S6) bei Mürzzuschlag sowie die Schanzsattelstraße (L114) bei Stanz.

Ein kurzes, aber heftiges Gewitter führte am Dienstag zu zahlreichen Murenabgängen im Bezirk Murtal.

Lesen Sie weiter: Das waren die heißesten Orte

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