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Unwetter: 13 Verletzte bei Mittelalterfest

Am Samstag verlor Lukas am Mittelalterfest in Pöchlarn bei einem Unwetter nach seiner Mutter auch seinen Vater

Am Samstag verlor Lukas am Mittelalterfest bei einem Unwetter nach seiner Mutter auch seinen Vater (© APA)

Unwetterschäden

Durch Muren wurden einige Häuser beschädigt
Durch Muren wurden einige Häuser beschädigt
Unwetter ziehen am Wochenende wieder über Österreich hinweg - Hagel, Gewitter, Starkregen und heftiger Wind sind im ganzen Land zu erwarten. Erst Dienstag soll sich die Lage wieder stabilisieren. In Pöchlarn kam es aufgrund des Unwetters zu einem tragischen Zwischenfall mit mehreren Verletzten.

Ein heftiger Sturm hat am Samstagnachmittag zu einem Unglück bei einem Mittelalterfest in Pöchlarn (Bezirk Melk) geführt. Nach Angaben des niederösterreichischen Landesfeuerwehrkommandos stürzten Äste eines mächtigen Ahornbaums im Schlosspark auf Zelte und Menschen.

Fünf Schwerverletzte
Die traurige Bilanz laut "144 - Notruf NÖ" nach mehr als dreistündigen Bergungsarbeiten: 13 Verletzte, davon fünf Personen (drei Männer und zwei Frauen) Schwerverletzte. Ein siebenjähriger Bub erlitt eine Gehirnerschütterung.

Einige Personen wurden unter den Ästen eingeklemmt, sie mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden. Das Gelände wurde in der Folge evakuiert und gesperrt, die Menschen wurden vorübergehend in einer Turnhalle untergebracht.

"Menschen um ihr Leben gerannt"
Es habe zuerst nach einem "normalen" Gewitter ausgesehen, weshalb einige Besucher das Gelände verließen, schilderte Johann Ertl, Obmann der Wieselburger "Sturmfalken", die bei dem Mittelalterfest als Darsteller mitwirkten. Als dann große Äste eines riesigen alten Ahornbaums vom Sturm abgerissen wurden, "sind die Menschen um ihr Leben gerannt", so Ertl. Von seiner Gruppe kamen alle - "bis auf ein paar blaue Flecken" - unverletzt davon.

Angst und Evakuierungen im Unwetter-Hotspot
Besonders im obersteirischen Unwetter-Hotspot um Trieben und St. Lorenzen richteten sich am Samstag vermehrt bange Blicke auf die Wetterprognosekarten: Gewitter und Niederschläge von bis zu 30 Millimeter pro Quadratmeter wüteten. Teile des Schwarzenbachtals neuerlich evakuiert - 100 Personen fanden Unterschluft bei Verwandten und Bekannten.

Doch nicht nur in der Steiermark geht die Angst vor neuen Unwettern um - im ganzen Land sind die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft. In Tirol, Salzburg, Ober- und Niederösterreich wurden in den jüngsten Tagen unzählige Keller ausgepumpt. Doch die Florianis kommen nicht zur Ruhe. Erste Gewitter wurden Samstag aus dem oberen Ennstal und dem Ausseer Land gemeldet.

Kitesurfer von Wasserrettung geborgen
Zu einer Wasserrettung am Achensee wurde Samstag Nachmittag ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmiert. Eine Gruppe von drei Kitesurfern wurde vom herannahenden Gewitter auf dem Gewässer überrascht, wobei es einer aus der Gruppe nicht mehr rechtzeitig ans Ufer schaffte.

Der alarmierte Notarzthubschrauber Heli 4 sowie die Wasserrettung Achensee rückten gemeinsam mit Polizei und der Feuerwehr Eben zum Einsatzort entlang der Seeuferstrasse aus. Mit letzter Kraft konnte sich der Kitesurfer dann aber doch noch ans Ufer retten, wo er vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurde.

Samstag Nacht und Sonntag Vormittag kritisch
Die Zugrichtung der lokalen Gewitterzellen sei schwer genau vorherzusagen, so Meteorologe Hannes Rieder von der ZAMG. In der ersten Nachhälfte sei dann eher eine ruhigere Phase zu erwarten, wohingegen die zweite Nachthälfte und der Sonntagvormittag wieder kritisch werden dürften: "Die Kaltfront bringt kräftige Gewitter und Niederschläge bis zu 30 Millimeter."

Diese Front, die auch Hagel mitführt, wird dann am Sonntag Nachmittag im Süden, also auch im Grazer Raum, erwartet. Heiß bleibt es trotzdem - am Samstag bis 33 Grad, am Sonntag bis 28 Grad. Am Montag geht es dann regnerisch mit allerdings geringen Regenmengen weiter, am Dienstag stabilisiert sich das Wetter - eine Entspannungsphase, die bis Freitagmittag dauern sollte.

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