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22.07.2012

Zu Hause statt im Büro?

Für jeden Dritten ist "Krankfeiern" ein Thema

krankenstand ohne krankheit

Sind Sie schon einmal zu Hause geblieben anstatt zu arbeiten, obwohl Sie nicht krank waren? (© Fotolia)

Die Aufregung war groß, als zuletzt bekannt wurde, dass Ärzte Patienten krank schreiben, obwohl sie das gar nicht sind. Eine Umfrage bestätigt jetzt: 36 Prozent der Arbeitnehmer können sich vorstellen, zumindest ab und zu einen Tag ungerechtfertigt zu Hause zu bleiben.

Das Jobportal karriere.at hat mehr als 600 Arbeitnehmer gefragt: "Hand aufs Herz: Schon mal blau gemacht?" Und die Antworten sind durchaus verblüffend. Nur 42 Prozent der Befragten geben an, dass "Krankfeiern" kein Thema ist. Immerhin 25 Prozent würden in Notsituationen daran denken.

Arbeitgeber-Vertrauen überwiegt noch
Viele Firmen und Arbeitgeber wollen diesem Thema trotz jüngstem "Krankenkassenbetrug" aber keine allzu große Bühne bieten, zeigen sich doch 22 Prozent der Arbeitnehmer mit ihrem Job zufrieden. Trotzdem endet im Schnitt jede vierte Stichproben-Kontrolle durch die Gebietskrankenkasse mit einer Verwarnung.

Nur fünf Prozent der befragten Unternehmen haben eine Anhäufung an Krankenständen - zumeist rund um Feiertage - festgestellt. Noch einmal fünf Prozent mussten aufgrund schlechter Erfahrungen strengere Regeln bezüglich Arbeitszeit und Krankenstand einführen.

Extrembeispiele sind nicht die Regel
Die aktuelle Debatte um ungerechtfertigte Krankenstände soll jedenfalls noch keine Aktion scharf gegen eventuelle Blaumacher nach sich ziehen. Nur extreme Beispiele wie jenes der Linzer Kellnerin, die im Krankenstand Party machte und die Fotos auf Facebook stellte, will die Wirtschaftskammer künftig veröffentlichen.

Vielmehr gehe es auf der anderen Seite darum, dass Firmen für ein angenehmes Arbeitsumfeld sorgen sollen. Wer in seinem Job zufrieden ist, gerne zur Arbeit geht, wird auch weniger oft krank und ist erst gar nicht anfällig für die Verlockung, grundlos zu Hause zu bleiben.

Krank arbeiten wegen Zukunftsängsten
Achtung ist geboten, wenn der Job von Mitarbeitern mehr verlangt, als diese geben können. Vor allem in Zeiten von wirtschaftlichen Ängsten. Eine aktuelle Studie zu den Zukunftsängsten der Österreicher besagt, dass sich immerhin ein Viertel der Bevölkerung vor Jobverlust fürchtet. Mehr als jeder Zweite sieht eine neue Wirtschaftskrise auf uns zukommen.

Tatsachen, die Menschen wirklich krank werden lassen. Laut karriere.at würden vier von zehn Arbeitnehmern auch krank zur Arbeit kommen. Gründe sind Pflichtbewusstsein oder Angst vor Kündigung. In Österreich gibt es keinen Kündigungsschutz im Krankenstand. Wer seinen Dienstgeber jedoch rechtzeitig informiert und eine Bestätigung bringt, hat in den meisten Fällen nichts zu befürchten.

Flexible Arbeitszeiten als Zukunftslösung?
Um sich im Berufsleben generell einen optimalen Tages- und Wochenablauf zurecht zu zimmern, raten Experten zu einem flexiblen Zeitmanagement, wenn dies das Unternehmen zulässt. Fehlende Gleitzeitregelungen oder beinharte Chefs, denen zum Beispiel familiäre Notfälle egal sind, würden dazu führen, dass Arbeitnehmer in Notsituationen eher Krankenstandstage beanspruchen, die eigentlich vermeidbar wären.

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