Smartphone als Fluch Jobs

Gewerkschaft fordert Nicht-Erreichbarkeit

Gewerkschaft fordert Nicht-Erreichbarkeit

Wollen oder müssen Sie immer und überall erreichbar sein? Das ist nicht gesund, warnt die Gewerkschaft. (© Fotolia)

am strand arbeiten
Wollen oder müssen Sie immer und überall erreichbar sein? Das ist nicht gesund, warnt die Gewerkschaft.
Rund jeder vierte Wiener erledigt laut Studien auch in der Freizeit berufliche Angelegenheiten per E-Mail oder SMS. Das sei arbeitsrechtlich aber nicht korrekt und vor allem nicht gesund, kritisierte die Gewerkschaft und fordert ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit.

E-Mails über das Smartphone und ständige SMS machen zwar eine flexible Zeiteinteilung und mehr Eigenverantwortung möglich. Gleichzeitig wird die ständige Erreichbarkeit aber auch zum Fluch. Vor allem, wenn Handys vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.

Zusatz-Arbeit nicht bezahlt
Denn arbeitsrechtlich würden damit Grenzen verschwimmen, sagte jüngst die Gewerkschaft. Es würden Arbeitszeiten entstehen, die nicht oder nicht ausreichend bezahlt werden. Das Phänomen der ständigen Erreichbarkeit, das vor allem durch Smartphones entstanden ist, ziehe sich durch fast alle Branchen.

Die Gewerkschaft fordert, dass bestehende Gesetze - wie etwa die Arbeitszeiterfassung oder die klare Definition von Rufbereitschaft - eingehalten und weiter ergänzt werden. Es müsse klare Regelungen geben, wenn technische Instrumente zur Verfügung gestellt werden.

Arbeitnehmer in der Pflicht - Angst vor Jobverlust
Dabei ist nicht nur der Arbeitgeber gefordert, sondern auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Denn viele würden aus Angst vor einem Jobverlust auch in der Freizeit weiterarbeiten ohne zusätzliche Forderungen zu stellen - Erschöpfungszustand droht.

Gerade die Trennung von Arbeit und Freizeit ist wichtigste Anti-Stress-Regel. Sei dies nicht der Fall funktioniere das Abschalten immer schlechter. Immer bereit zu sein, macht nicht leistungsfähiger, sondern krank. Auch bei der Arbeiterkammer plädiert man deshalb dafür, dass nach Dienstschluss keine Firmenmails mehr auf Diensthandys weiter geleitet werden. Das ist technisch machbar.

Neuerdings werden auch immer mehr private Handys oder Computer für die Arbeit genutzt. Mehr als die Hälfte der Österreicher telefonieren mit dem eigenen Handy auch beruflich, besagt eine Studie. Hier spart der Arbeitgeber eine Menge Geld.
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