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02.03.2012
Filmcrews mieten sich ein
Batman und 007 retten Londons Immobilienmarkt
Batman und James Bond retten Londons Immobilienmarkt (© dapd)
Jene noblen Bürohäuser, die in den vergangenen Jahren in der Londoner "City" für Banken, Versicherer und Fonds aus dem Boden gestampft wurden und die nun vielerorts leer stehen, ziehen neuerdings scharenweise Film-Crews an. Egal ob "James Bond", "Batman" oder "Johnny English" - sie alle suchen große Flächen, am liebsten mit Panoramablick, manchmal darf es auch etwas düsterer sein.
Die Immobilienbranche macht gerne mit und freut sich über die Schützenhilfe. Denn die unkonventionelle Kundschaft spült nicht nur Geld in die Kasse, sie bringt auch Aufmerksamkeit.
"Es gibt einen grundlegenden Wandel, wie die Vermieter heute mit dem hohen Leerstand umgehen", sagt Mark Hughes-Webb von der Agentur Space-2 Consulting, die Immobilien- und Filmbranche in der britischen Hauptstadt zusammenbringt und an dem neuen Trend über Provisionen ordentlich mitverdient. "Heute geht es bei den Immobilienfirmen vor allem um den Cashflow, die Aktionäre machen Druck."
8.384 Euro Miete pro Tag
Bis zu 7000 Pfund (8.384 Euro) werden pro Tag für Film-Sets gezahlt, berichtet er. Das lasse sich kaum jemand entgehen. Anders als etwa in Frankfurt, wo vor allem viele alte Bürogebäude leer stehen, sind es in London gerade die schicken Neubauten, für die händeringend Abnehmer gesucht werden. Das verbrennt besonders viel Geld, denn die Flächen müssen in Ordnung gehalten werden.
Die Not ist groß: In den Büros des Londoner Finanzviertels lag die Leerstandsquote im Jänner bei 7 Prozent - doppelt so viel wie zu Beginn der Finanzkrise 2007. Das errechnete das Beratungshaus CBRE. Auch bei Space-2 hat sich seither etwas verdoppelt, und zwar der Umsatz. Das Geschäft brummt wie noch nie.
Heute werden Wolkenkratzer ohne Vorvermietung kaum mehr gebaut, schon gar nicht an so teuren Standorten wie London. Die angeschlagenen Hypothekenbanken machen nicht mehr mit. Vor der Krise war das allerdings noch anders - und das rächt sich jetzt: In der Nähe der Bank of England stehen zwei Büroblocks, die so groß wie elf Fußballplätze sind. Einer der Blocks, Cannon Place, war zuletzt Schauplatz eines Spionagefilms der BBC. "Wir suchen solche Events ganz gezielt aus, um das Gebäude ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken", erklärt Mark Swetman vom Projektentwickler Hines.
Olympische Spiele sorgen für Mieter
Doch nicht nur die Filmbranche mausert sich zur neuen Stammkundschaft. Schon jetzt mieten Nachrichtensender Dachterrassen an, um im Sommer bei den Olympischen Spielen und den Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der Queen die beste Aussicht zu haben. Auch die Modeindustrie freut sich über leerstehende Gebäude. So baute die London Fashion Week unlängst einen der längsten Laufstege auf, den die Metropole je gesehen hat - in einem Bürokomplex neben der berühmten St. Paul's Kathedral.
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