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18.05.2012
"Dog TV"
Irre! Ami-TV-Sender nur für Hunde
"Dog TV" kommt völlig ohne Werbung aus - nicht einmal Reklame für Hundefutter gibt es dort (© Fotolia)
"Der erste Fernsehsender für Hunde" sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiert, wirbt der Kanal für sich. "Meistens interessieren sich Hunde mehr für ihre Herrchen als fürs Fernsehen", sagt Yossi Uzrad, der Erfinder des Programms und selbst Besitzer eines Labradors und einer Promenadenmischung. "Aber wenn man sie alleine lässt, dann finden sie Fernsehen unterhaltsam."
Der Zuspruch nach dem Programmstart im April sei "viel besser als erwartet", sagt Uzrad. Die israelische Produktionsfirma Jasmine Television plant bereits, mit "Dog TV" in den kommenden Monaten in den ganzen Vereinigten Staaten und auch im Ausland auf Sendung zu gehen. Wer den Kabelkanal nicht empfangen kann, kann seinen Hund auch vor den Computer setzen: Das monatliche Internet-Abo für "Dog TV" kostet 9,99 Dollar (7,80 Euro), auch Anwendungen für Smartphones und Tabletcomputer sind im Angebot.
Das sei viel günstiger als einen Hundesitter zu engagieren, der koste pro Tag zwischen 35 und 50 Dollar, sagt Uzrad. "Dog TV" komme außerdem völlig ohne Werbung aus - nicht einmal für Hundefutter. In den USA gibt es über 78 Millionen Hunde und selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten geben ihre Besitzer mehr als 52 Milliarden Dollar pro Jahr für sie aus, wie der US-Verband für Haustierprodukte ausgerechnet hat.
Für Hunde mit "Trennungsangst"
Er empfehle seit langem Fernsehen für Hunde, die unter Trennungsangst leiden, sagt Nicholas Dodman. Dodman beschäftigt sich als Veterinär an der Universität Tufts in Massachusetts mit dem Verhalten von Tieren und dient "Dog TV" als wissenschaftlicher Berater. "Es geht nicht darum, Hunde stundenlang vor den Fernseher zu setzen, sondern dass da etwas ist, das die Eintönigkeit durchbricht, wenn sie allein zu Hause sind", sagt der Tiermediziner.
Studien zufolge lassen bereits jetzt 60 bis 70 Prozent der Hundebesitzer in den USA den Fernseher oder das Radio laufen, wenn ihr Hund allein zu Hause ist. Bei "Dog TV" ist immer etwas los auf dem Bildschirm. Zum Beispiel rollt ein Ball ohne Unterlass hin und her, untermalt von einer auf einem einzigen Instrument gespielten Melodien. "Heavy Metal wär' das Schlimmste", sagt Dodman.
Ohne die Entwicklung des digitalen Fernsehens gäbe es "Dog TV" vermutlich nicht. Beim analogen Fernsehen nehmen Hundeaugen ein ständiges Flimmern wahr. Alexandra Horowitz, Psychologin an der Universität Columbia und Autorin des Buches "Was denkt der Hund?" freut sich über das Experiment eines Fernsehsenders für Hunde. "Aber angesichts der sensorischen Fähigkeiten von Hunden fände ich es gut, wenn ihre Halter mehr Wert auf Geruchserfahrungen für ihre Hunde legen würden", sagt die Wissenschaftlerin. "Ein Riech-Fernsehen wäre super - aber ein Spaziergang genauso."
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