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08.08.2012
Wie Kinder und Schimpansen
Papageien können logisch denken
Graupapageien sind intelligente Tiere. (© dpa)
Das schreiben die Forscher aus dem Team des "Wissenschafter des Jahres 2010", Kurt Kotrschal, in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B".
In dem Versuch nimmt die Verhaltensforscherin Judith Schmidt vor einem Graupapagei zwei blaue Plastikbecher und schüttelt sie. In einem davon klappert es. Diesen Becher dreht der Papagei mit dem Schnabel um und genießt die Walnuss, die darin versteckt war. So weit, so einfach. Beim nächsten Versuch schüttelt Schmidt nur einen der beiden Becher. Dabei ist nichts zu hören. Der Papagei steuert den anderen Becher an - er hat offensichtlich begriffen, wo diesmal eine Nuss verborgen sein muss.
Gehirn muss nicht groß sein
Die Papageien fanden die Nüsse gleich gut, egal ob die Forscher den leeren, den vollen oder beide Becher schüttelten. Wenn aus dem einen Becher keine Geräusche zu hören sind, schließen die Papageien, dass die Belohnung in dem anderen steckt. Das konnten bis jetzt nur Menschenaffen und Kinder ab drei Jahren auf Anhieb. Andere Affen schaffen es teilweise nach intensivem Training, Hunde lassen sich etwa auf Telefon-Klingeltöne dressieren, kommen aber nicht vom Fehlen eines Geräusches auf die richtige Spur.
Um so schlau wie Schimpansen zu sein, brauchen Papageien nicht ein ebenso großes Gehirn, erklärte Kotrschal. Es zählt nicht die absolute Gehirngröße, sondern wie groß es im Vergleich zum Körper ist. Wichtig sei vor allem das Großhirn. "Hier liegen Krähenvögel und manche Papageien mit der relativen Hirngröße im Bereich von Schimpansen, und die geistige Leistungsfähigkeit ist ebenfalls vergleichbar", so Kotrschal.
Wir lernen Graupapageien besser kennen
Die Graupapageien konnten besser erkennen, wo die Nuss versteckt war, wenn Schmidt die Becher waagrecht schüttelte, und nicht auf und ab. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir nicht gerechnet haben", sagte der Leiter der Studie, Christian Schlögl, der mittlerweile am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen arbeitet. Die Forscher vermuten, dass das Auf-und-ab-Schütteln die Papageien irritierte, weil es ihre Kopfbewegungen nachahmte.
Die Studie wurde gemeinsam mit der ARGE Papageienschutz in Wien durchgeführt, so Schlögl, die sechs Studienteilnehmer seien ehemalige Haustiere zwischen zehn und 35 Jahren.
Über das Leben und Sozialsystem der Graupapageien wisse man nicht allzu viel, sie kommen in der Natur nur im Regenwald Afrikas vor, sagte Schlögl. Dass sie nicht dumm sind, hat vor allem Alex bewiesen, ein Graupapagei der US-Tierpsychologin Irene Pepperberg. Er konnte über 200 Wörter äußern, Fragen beantworten und sagen, ob etwas mehr oder weniger ist, so Schlögl. Machte ein anderer Graupapagei einen Fehler, korrigierte er ihn.
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